Fussball

Köln schlägt RB Leipzig nach frühem Rückstand und zieht mit dem HSV gleich

Vincent Koziello und Leonardo Bittencourt drehten die Partie für den 1. FC Köln.

Der 1. FC Köln hat einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf eingefahren. Am 24. Spieltag drehte das Tabellenschlusslicht bei RB Leipzig einen frühen Rückstand und gewann mit 2:1 (0:1). Damit ziehen die Kölner in der Tabelle nach Punkten mit dem Hamburger SV gleich, der Relegationsplatz ist noch sieben Punkte entfernt.

Leipzig überrannte die Gäste in der Anfangsphase über die schnellen Flügelstürmer Bruma und Lookman. Die Maßnahme von Köln-Trainer Ruthenbeck, auf ein 3-5-2 umzustellen, um für mehr defensive Stabilität zu sorgen, verpuffte. Die Abstände und Zuordnungen passten nicht, zudem kamen die Verteidiger mit dem Tempo der Hausherren nicht klar. Der frühe Rückstand verunsicherte das Tabellenschlusslicht zusätzlich.

Im Laufe der ersten Hälfte erspielte sich Leipzig zahlreiche Großchancen, ließ diese aber teilweise fahrlässig aus. Dadurch blieb Köln am Leben und entwickelte in den Minuten vor der Halbzeit Schwung. In dieser Phase erzielte Jorge Mere einen Abseitstreffer.

Die Kölner nahmen das Momentum mit in die zweite Hälfte, waren präsenter in den Zweikämpfen, erarbeiteten sich längere Ballbesitzphasen und auch Torchancen. Leipzig verlor die offensive Struktur. Stattdessen zogen sich die Hausherren zurück und versuchten, auf Konter zu setzen.

Allerdings wurden die Entlastungsangriffe immer seltener und der Effzeh erhöhte sukzessive den Druck. Der Ausgleich durch Koziellos Fernschuss war hochverdient. In der Folge ließen die Kölner nicht nach und erzwangen mit einem Treffer des eingewechselten Bittencourt sogar die Führung.

In der Schlussphase war Leipzig plötzlich wieder am Drücker. Die Gäste schienen weiche Knie zu bekommen, doch sie retteten die Führung trotz des großen Drucks über die Zeit.

Die Daten zum Spiel

Tore: 1:0 Augustin (5.), 1:1 Koziello (70.), 1:2 Bittencourt (77.)

  • Die 43 Gegentore der Kölner sind Höchstwert in der Liga. Damit übertrafen sie jetzt schon den Wert aus der Vorsaison (42). Mehr Gegentore kassierten sie zu diesem Zeitpunkt der Saison letztmals in der Saison 2011/12 (46). Am Ende der Saison stand Platz 17 zu Buche und der Abstieg in die 2. Liga.
  • Erstmals seit Mai 2015 in der 2. Liga unter Achim Beierlorzer verliert Leipzig drei Pflichtspiele in Folge.
  • Leipzig kassierte schon mehr Bundesliga-Niederlagen (8) als in der kompletten Vorsaison (7).
  • Köln traf im achten Bundesliga-Spiel in Folge - unter Peter Stöger waren 2017/18 nie mehr als 2 Partien in Serie mit einem Treffer gelungen.
  • Köln gewann zuletzt am 19. November 2016 ein Bundesliga-Spiel nach Rückstand (2:1 in Mönchengladbach).

Der Star des Spiels: Vincent Koziello

Strukturierte das Spiel bei seinem Startelfdebüt nach anfänglichen Schwierigkeiten (Fehler vor dem 0:1) gut und überzeugte vor allem mit seiner starken Passsicherheit (94,6 Prozent). Erzielte mit seinem ersten Torschuss in der Bundesliga den sehenswerten Ausgleichstreffer.

Der Flop des Spiels: Ademola Lookman

In der Anfangsphase auffällig, tauchte dann jedoch ab. Kam nicht in die Zweikämpfe und war offensiv kein Faktor mehr. Wurde in der 59. Minute durch Yussuf Poulsen ersetzt.

Der Schiedsrichter: Harm Osmers

Lange Zeit souveräne Leistung in einem schwierig zu leitenden Spiel. Richtig, Meres Tor wegen einer deutlichen Abseitsstellung nicht zu geben. Als Mere Poulsen im Strafraum traf, hätte er allerdings durchaus auf Foulelfmeter für Leipzig entscheiden können.

Die Reaktionen der Trainer

Stefan Ruthenbeck (Trainer 1. FC Köln): "Wir müssen weiter Punkte einfahren, um das Ziel Klassenerhalt noch zu erreichen. Ob du Fünfter, Siebter oder Erster in der Rückrundentabelle bist, das bringt uns doch nichts. In der ersten Halbzeit haben wir Glück gehabt, da muss Leipzig höher führen. In der zweiten Halbzeit haben wir dem Gegner weh getan."

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): "Wenn man aus den Möglichkeiten nicht das zweite oder dritte Tor macht, dann kannst du die Uhr danach stellen bist der Gegner die Chancen nutzt. In der zweiten Halbzeit war es gar nichts mehr. Die Kaltschnäuzigkeit hat heute gefehlt."

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