Kramers Traumtor bricht den Bann: Mönchengladbach gewinnt in Hannover

Samstag, 24.02.2018 | 17:22 Uhr
Jannik Vestergaard (l.) und Niclas Füllkrug bearbeiten sich im Kopfballduell.

Borussia Mönchengladbach kann doch noch gewinnen: Die Fohlen kamen am 24. Bundesliga-Spieltag auswärts bei Aufsteiger Hannover 96 zu einem 1:0 (0:0).

Die Fohlen waren von Beginn an klar überlegen, zweikampfstärker und mit den besseren Kombinationen. 96 startete nominell mit einer Viererkette, weil Ostrzolek über links aber weiter nach vorn schob, wurde hinten zumeist in einer Dreierreihe agiert. Diese liefen die Gäste früh an und erstickten so den Spielaufbau der Niedersachsen.

Wie zuletzt konnte Gladbach in Halbzeit eins aber beste Chancen nicht nutzen: Stindls Versuch wurde vor der Linie geklärt (6.), Hazard zielte links vorbei, wenig später wurde sein Schuss geblockt (13./21). 96 kam erst nach einer halben Stunde besser ins Spiel und näherte sich zur Halbzeit dem Tor von Sommer an.

Die erste Viertelstunde nach der Pause gehörte dann Hannover, das wacher und mit mehr Offensivdrang aus der Kabine kam. Bebou vergab die beste Chance per Kopf (53.), dann wieder Gladbach - Hofmann schloss einen Konter mit Gewalt an die Latte ab (63.). Jetzt war es ein munteres Spiel mit Gelegenheiten auf beiden Seiten, ehe Kramer mit einem Volley-Traumtor den Bann brach. Hannover warf danach alles nach vorn, beiden Teams boten sich in der Schlussphase gute Gelegenheiten. Schließlich konnte Gladbach insgesamt verdient jubeln.

Die Daten zum Spiel

Tor: 0:1 Kramer (72.)

  • Erstmals seit dem 18. November 2017 (4:2 in Berlin) holt die Borussia Zählbares in der Fremde. Danach gab es fünf Auswärtsniederlagen in Folge.
  • Hannover verlor 8 der letzten 10 Bundesligaduelle gegen Mönchengladbach (dazu gab es 2 Heimsiege).
  • Kramer erzielte das erste Tor der Gladbacher in der Bundesliga nach 431 Minuten - den letzten Treffer hatte Hazard beim 2:0 gegen Augsburg am 20. Januar erzielt.
  • Hofmanns Versuch war bereits der 10. Aluminium-Treffer der Gladbacher. Nur Dortmund (11) und Bayern (16) trafen öfter Pfosten oder Latte.

Der Star des Spiels: Christoph Kramer

Klasse Auftritt des WM-Teilnehmers von 2014. Das Spiel im Mittelfeld lief über ihn, er hatte die meisten Ballaktionen und gewann 60 Prozent seiner Zweikämpfe. Das Tor war genauso gewollt, ein absolutes Traumtor. Auch darüber hinaus offensiv aktiv, hatte die meisten Torschüsse der Gladbacher.

Der Flop des Spiels: Josip Elez

Unsicherheitsfaktor in der 96er-Abwehrkette. Vertändelte in der ersten Halbzeit den Ball und ermöglichte so die Großchance von Stindl, auch danach nicht sattelfest. Zweikampfquote von 40 Prozent. Als Hannover nach dem Gegentor aufmachte, wurde er folgerichtig ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Robert Kampka

Großzügige Linie des Unparteiischen, der die Partie insgesamt im Griff hatte. Verpasste ein klares Foul an Anton (25.), Sommers Einsatz gegen Bebou außerhalb des Strafraums muss man eigentlich auch pfeifen. Füllkrugs Szene in der ersten Halbzeit eher kein Elfer. Kein sonderlich hartes Spiel, die Gelben Karten gegen Korb und Sane waren korrekt, Bobadillas Attacke gegen Sorg ebenfalls.

Die Reaktionen der Trainer

Andre Breitenreiter (Trainer Hannover 96): "Wir sind in der ersten Halbzeit nicht so gut ins Spiel gekommen und wirkten gehemmt. Ich will das gar nicht auf die Atmosphäre im Stadion schieben, aber die war so negativ wie noch nie in dieser Saison. In der zweiten Halbzeit war es dann ein offener Schlagabtausch, der durch einen Fernschuss entschieden wurde. Der Sieg für Mönchengladbach war aufgrund der gesamten 90 Minuten nicht unverdient. Wir haben aber keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen."

Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Es war das erwartet schwere Auswärtsspiel. Wir haben die Partie sehr gut im Griff gehabt, uns gleich am Anfang drei gute Möglichkeiten erspielt und defensiv wenig zugelassen. Dass Chris Kramer mit links so einen raushaut, ist nicht nachvollziehbar. So was kann der normal gar nicht, auch nicht im Training. Es ist eine gewisse Erleichterung zu spüren."

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