Fussball

Bundesliga, 22. Spieltag: Bayer Leverkusen kassiert 0:2-Pleite gegen kampfstarke Hertha

Bayer 04 Leverkusen, Hertha BSC

Bayer Leverkusen hat am 22. Spieltag der Bundesliga gegen Hertha BSC verloren. Die Werkself musste sich mit 0:2 (0:1) geschlagen geben. Bayer fällt dadurch auf Platz fünf zurück, die Hertha darf hingegen wieder von Europa träumen.

Hertha wirkte von Beginn an hellwach und versuchte mit aggressivem Zweikampfspiel die Ballstafetten der Hausherren zu unterbinden. Die Partie entwickelte sich zum Geduldsspiel für die überlegene Werkself, die die kompakt stehenden Defensivreihen der Hertha spielerisch knacken wollte. Das Fehlen von Bailey, dem Trainer Herrlich zunächst eine Pause einräumte, machte sich in der Durchschlagskraft bemerkbar.

Hertha war ähnlich wie beim 1:1 gegen Hoffenheim auf Konter bedacht. Dem vertikalen Spiel fehlte es jedoch zu häufig an der Präzision. Dazu verengte Leverkusens Doppelsechs aus Kohr und Baumgartlinger clever die Räume und stellte die Passwege in die Tiefe gut zu. Der Führungstreffer der Gäste fiel entsprechend überraschend. Berlin hatte in der ersten Halbzeit nur zwei Ballaktionen im gegnerischen Strafraum.

Nach 58 Minuten traf Kalou zur Vorentscheidung, nachdem sich Tah einen schlimmen Bock leistete. Herthas Sieg war nicht schön, geht aber in Ordnung, da Leverkusen zu selten aus dem Spiel heraus zum Abschluss kam und die wenigen Chancen nicht nutzen konnte.

Bezeichnende Szene: Leverkusen bekam in der 72. Minute sechs Meter vor dem Tor einen indirekten Freistoß zugesprochen. Jarstein hatte den Ball zuvor mit den Händen zurechtgelegt und nahm das Spielgerät wenige Sekunden später auf. Da er das Leder bereits beim ersten Kontakt mit den Händen kontrollierte, entschied Schiedsrichter Ittrich auf indirekten Freistoß. Den ruhenden Ball klärte Lustenberger auf der Linie, Vollands Nachschuss prallte an die Latte, Alarios Nachsetzen blieb ebenso erfolglos - ein glückloser Nachmittag für Bayer.

Die Daten zum Spiel

Tore: 0:1 Lazaro (43.), 0:2 Kalou (58.)

  • Die Berliner verloren keines der letzten 20 Bundesligaspiele, in denen Kalou traf (13 Siege, 7 Remis).

  • Bailey saß zunächst auf der Bank, erstmals in der Rückrunde steht er nicht in der Startelf. Bei seinen letzten beiden BL-Spielen, in denen er von der Bank ins Spiel kam, erzielte er 3 Tore (1 gegen Schalke, 2 gegen Hannover).
  • Erstmals in dieser Saison verlor Leverkusen bei einem Startelfeinsatz für Baumgartlinger. Zuvor blieb Bayer in sieben Spielen ungeschlagen und fuhr ganze sechs Siege ein.
  • Seit August 2014 verlor die Hertha kein Bundesligaspiel nach Pausen-Führung. Damals gab es nach einem 1:0 zur Pause noch eine 2:4-Niederlage. Damaliger Gegner: Bayer Leverkusen.

Der Star des Spiels: Peter Pekarik

Einer der wenigen Aktivposten in der Offensive der Hertha. Der Rechtsverteidiger sammelte die meisten Ballkontakte, bereitete drei Torschüsse vor. Auch defensiv stark gegen den mobilen Brandt, hielt auch den eingewechselten Bailey im Zaum. Gewann 72,7 Prozent seiner Zweikämpfe.

Der Flop des Spiels: Karim Bellarabi

Begann für Leon Bailey im rechten Mittelfeld. War engagiert, jedoch ineffizient. Verschuldete 26 Ballverluste, brachte nur 68,3 Prozent seiner Pässe an den Mann und verlor über 70 Prozent seiner Zweikämpfe.

Der Schiedsrichter: Patrick Ittrich

Ein schwieriges Spiel mit vielen Nickligkeiten. Der 39-Jährige fand jedoch schnell ein gutes Maß. Beim 1:0 der Hertha reklamierten einige Leverkusener ein vermeintliches Handspiel bei der Ballmitnahme von Vorbereiter Darida. Nach Rücksprache mit dem Videoschiedsrichter gab Ittrich den Treffer - richtige Entscheidung. Auch beim indirekten Freistoß für Leverkusen lag Ittrich richtig.

Die Reaktionen der Trainer

Heiko Herrlich (Trainer Bayer Leverkusen): "Glückwunsch an Hertha. Ich denke, dass das Ergebnis in Ordnung geht. Beim einen oder anderen Spieler hat man heute gesehen, dass die Frische im Kopf gefehlt hat. Unmittelbar nachdem wir auf die Dreierkette umgestellt haben, passiert Jonathan der Fehler. Er hat sich darauf verlassen, dass Henrichs da noch hinter ihm steht. Es war einfach ein Abstimmungsfehler. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass wir heute noch eine Stunde hätten spielen können und kein Tor gemacht hätten."

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Wir wollten frech sein. Wir haben ausgenutzt, dass der Gegner unter der Woche 120 Minuten gespielt hat. Mit Pressing kann man den Gegner dann gut unter Druck setzen und hier Punkte mitnehmen. Die Jungs haben von Anfang an Gier und große taktische Disziplin gezeigt. Der indirekte Freistoß hätte den Gegner noch aufbauen können. Insgesamt haben wir verdient gewonnen."

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