Fussball

VfB Stuttgart gewinnt bei Mario-Gomez-Rückkehr dank kuriosem Eigentor gegen Hertha

Samstag, 13.01.2018 | 17:23 Uhr
VfB Stuttgart, Hertha BSC

Der VfB Stuttgart ist erfolgreich in die Rückrunde gestartet. Bei der Rückkehr von Mario Gomez gewannen die Schwaben am 18. Spieltag der Bundesliga mit 1:0 (0:0) gegen Hertha BSC und feierten den sechsten Sieg im neunten Heimspiel der Saison.

Das Umschaltverhalten beider Teams gab den Ausschlag in den ersten 45 Minuten: Die Hertha verstand es deutlich besser, in beide Richtungen zu spielen, während der VfB arge Probleme hatte, wenn die Berliner tief standen. Bei den Schwaben klemmte es im Flügelspiel, zu viel spielte sich im Zentrum ab. Hertha bot auch kaum einmal schnelles Spiel durch die Halbräume an, da Dardais Elf zügig und diszipliniert gegen den Ball arbeitete.

Die Gäste auf dem Weg nach vorne vor allem über das Tempo auf den Außenbahnen gefährlich. Mehrfach kam die Hertha Richtung Grundlinie durch und spielte die Bälle in den Strafraum - 8:3 Torschüsse zur Pause sprachen eine deutliche Sprache. Auch die Qualität der Gelegenheiten hatte es in sich, doch Lazaro (Pfosten) und Kalou (Kopfball über das leere Tor) verpassten eine verdiente Führung.

Nach der Pause neutralisierten sich beide Teams weitestgehend, Offensivszenen blieben Mangelware. Die Ideen fehlten, auch an der nötigen Präzision haperte es. Bei Stuttgart war häufig die mangelnde Staffelung im Offensivspiel zu bemerken, viele Spieler tummelten sich innerhalb eines kleinen Radius und warteten auf Hereingaben.

Der VfB stellte gegen den Ball nach den Einwechslungen von Ginczek und Insua auf ein 4-1-3-2 um. Defensiv reichte das, die Hertha gab im zweiten Abschnitt keinen Schuss aufs Tor ab. Offensiv reichte es auch, da das Glück auf Seiten der Schwaben war und Starks Eigentor den Sieg einbrachte.

Die Daten zum Spiel

Tor: 1:0 Stark (78., Eigentor)

  • Mario Gomez bestritt sein erstes Spiel für den VfB seit 3157 Tagen! Er kam zuletzt am 23. Mai 2009 beim 1:2 beim FC Bayern für die Schwaben zum Einsatz.
  • Stuttgart war bis zum Eigentor von Stark 503 Spielminuten in der Bundesliga torlos - das ist ein neuer negativer Vereinsrekord (zuvor 447 zum Jahreswechsel 2014/15).
  • Hertha BSC blieb nur in 1 der vergangenen 17 BL-Spiele ohne Gegentor - am 13. Spieltag beim 2-0 in Köln.
  • Zuvor traf die Hertha in den 14 Pflichtspielen in Serie - nun blieb man erstmal wieder ohne eigenen Treffer.

Der Star des Spiels: Timo Baumgartl

Startete hervorragend in die Partie und gewann seine ersten sieben Zweikämpfe am Stück. Diese Quote konnte er zwar nicht ganz halten, über 75 Prozent gewonnener Duelle sind jedoch bärenstark. Dazu mit sechs erfolgreichen Tackles und guter Antizipation.

Der Flop des Spiels: Chadrac Akolo

Extrem unglücklicher Auftritt des Offensivspielers. Konnte sich in den direkten Duellen kaum einmal Luft verschaffen und verlor über 80 Prozent davon. Hatte zudem die wenigsten Ballaktionen beim VfB und vergab seine gute Gelegenheit fahrlässig (63.). Musste nach 70 Minuten raus.

Der Schiedsrichter: Dr. Felix Brych

Stand in ein, zwei Situationen etwas im Weg, als die Teams im Mittelfeld den Ball zirkulieren ließen. Korrekte Entscheidung seines Assistenten, Gomez bei seinem vermeintlichen Treffer ins Abseits zu winken (33.). Beim Duell zwischen Kalou und Kaminski im Stuttgarter Strafraum gab es eine Berührung, die den Unparteiischen nicht für einen Strafstoß reichte - das hätte man auch anders entscheiden können (70.). Auch richtig, das Spiel unmittelbar vor dem Stuttgarter Führungstor nicht zu unterbrechen.

Die Reaktionen der Trainer

Trainer Hannes Wolf (VfB Stuttgart): "Wir haben keine gute erste Halbzeit gespielt und hatten Glück, dass Hertha kein Tor geschossen hat. Wir haben das in der zweiten Halbzeit viel besser gemacht, bei der spielentscheidenden Szene hatten wir dann auch ein bisschen Glück. Wir haben nicht die Sterne vom Himmel gespielt, aber das war ein wichtiger Sieg für uns."

Trainer Pal Dardai (Hertha BSC): "Wir haben ordentlich Fußball gespielt, wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht, aber Stuttgart hat das Tor geschossen, und wer das Tor schießt, der gewinnt. Ich kann meiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen. Das war einfach ein unglücklicher Start."

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