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Befreiungsschlag! Schalke zerlegt Gladbach

Sonntag, 02.10.2016 | 19:21 Uhr
Schalke zerpflückte Gladbach in wenigen Minuten
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Der FC Schalke 04 hat nach fünf Niederlagen zu Saisonbeginn einen Befreiungsschlag gefeiert. Das Team von Markus Weinzierl schlug Borussia Mönchengladbach mit 4:0 (0:0).

Vor 62.271 Zuschauern in der Veltins Arena verwandelte Eric Maxim Choupo-Moting einen diskussionswürdigen Foulelfmeter zur 1:0-Führung für die Hausherren (52.). Nur vier Minuten später erhöhte Breel Embolo auf Vorlage von Sead Kolasinac auf 2:0.

Zwei Minuten darauf staubte Leon Goretzka einen Abpraller zum 3:0 ab.

Nach einem Fehler von Andreas Christensen stellte Breel Embolo mit seinem zweiten Treffer des Nachmittags den Endstand her (83.).

Zwischen dem Führungstor durch Choupo-Moting und Goretzkas Treffer zum 3:0 lagen nur sechs Minuten und zwei Sekunden.

Schalke erzielt erstmals seit März wieder drei Tore in einem Heimspiel in der Bundesliga (damals 3:2 gegen den Hamburger SV).

Die Reaktionen:

Markus Weinzierl (Trainer Schalke 04): "Es ist eine riesige Last von unseren Schultern gefallen. Wenn du so einen Start hinlegst und heute 4:0 gewinnst, dann ist das eine riesen Erleichterung. Es war keine einfache Woche für die Mannschaft. Das sind alles junge Burschen, die das erst einmal verarbeiten müssen. Heute so eine Reaktion zu zeigen, das ist ein riesen Kompliment wert. Ich bin stolz. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dem Druck heute so standzuhalten."

Christian Heidel (Sportvorstand Schalke 04): "Ich hatte das Gefühl, das mal sagen zu müssen. Dass auch die Mannschaft ein Gefühl dafür bekommt, um was es hier geht. Wir haben das in der Woche gut aufgearbeitet. Wir haben ein gutes Spiel gegen Salzburg und auch heute gemacht. Das ist ganz wichtig. Ich will mir den Sieg nicht ans Revers heften, weil ich zwei oder drei Worte gesprochen habe. Es war mein Eindruck, dass es wichtig war, für die Situation zu sensibilisieren. Es ist ein Anfang geschaffen, aber auch nicht mehr. Es war auch keine Brandrede, das war äußerst ruhig. Da ging es nur um Sensibilisierung. Wir haben drei Punkte gemacht, nicht mehr und nicht weniger. Jetzt müssen wir in Augsburg nachlegen."

Andre Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach): "In der ersten Halbzeit hatten wir kein gutes Aufbauspiel und sind überhaupt nicht in die gefährlichen Bereiche vorne gekommen. Wir sind gut in die zweite Halbzeit reingekommen und waren eigentlich die Mannschaft, die Fußball spielt. Aber Schalke hat die Tore gemacht. Das war der Unterschied."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Markus Weinzierl sieht nach dem 3:1-Sieg in der Europa League gegen Red Bull Salzburg nur wenig Veranlassung, die Startelf des FC Schalke 04 zu verändern. Lediglich einen Personaltausch nimmt er vor: Choupo-Moting startet für Meyer.

Borussia Mönchengladbachs Trainer Andre Schubert ändert seine erste Elf nach dem 1:2 gegen den FC Barcelona in der Champions League auf vier Positionen: Für Korb, Wendt, Stindl und Raffael spielen Jantschke, Vestergaard, Johnson und Hahn.

12.: Elvedi geht im eigenen Strafraum ins Dribbling. Schöpf jagt ihm am rechten Sechzehnereck den Ball ab, geht noch zwei Schritte und zieht dann ab. Sein Schuss ist jedoch zu unplatziert und landet in den Armen von Sommer.

41.: Schöpf bewahrt Schalke vor dem Rückstand! Eine Ecke von rechts fliegt ans lange Fünfereck, wo Vestergaard am höchsten steigt und den Kopfball auf das lange Eck setzt. Fährmann ist geschlagen, doch Schöpf steht auf der Linie und klärt per Kopf.

51.: Choupo-Moting geht links in den Sechzehner. Traore geht gegen den Kameruner rustikal zu Werke. Schiedsrichter Stegemann zeigt sofort auf den Punkt. Harte Entscheidung.

52., 1:0, Choupo-Moting: Der Gefoulte tritt selbst an. Sommer ist in der richtigen Ecke, doch der Abschluss des Angreifers ist zu platziert, da kommt der Keeper nicht dran. Aus Sicht des Schützen schlägt es im linken Toreck ein.

56., 2:0, Embolo: Ganz starkes Solo von Kolasinac, der zuerst Traore mit Körpereinsatz zur Seite schiebt und dann Tempo aufnimmt. Der Linksverteidiger geht zwischen Jantschke und Kramer durch und legt dann flach zum Fünfer. Dort steht Embolo und schiebt ins lange Eck ein.

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58., 3:0, Goretzka: Jetzt wird's wild! Embolo schickt Choupo-Moting, der links in den Strafraum geht und frei vor Sommer auftaucht. Den Schuss des Kameruners wehrt der Gladbacher Torhüter noch nach vorne ab, doch Goretzka steht richtig und versenkt den Abpraller.

77.: Mal wieder ein Lebenszeichen der Gäste: Hazard zieht rechts aus spitzem Winkel ab. Ein bisschen Fährmann, ein bisschen Pfosten verhindern den Einschlag.

83., 4:0, Embolo: Der nächste Nackenschlag für Gladbach! Christensen vertendelt den Ball unter dem Druck von Embolo auf verheerende Art und Weise. Der Angreifer legt das Leder am herauseilenden Sommer vorbei, hält sich irgendwie auf den Beinen und schiebt letztlich ins leere Tor ein.

Fazit: In der ersten Hälfte entwickelten die Schalker gegen stabile Gladbacher kaum Gefahr. Der Elfmeterpfiff wirbelte alles durcheinander: Die Hausherren spielten sich in einen Rausch und entschieden die Partie innerhalb kürzester Zeit.

Der Star des Spiels: Breel Embolo. Machte auf der Mittelstürmer-Position sein bisher stärkstes Spiel im Trikot der Schalker. Erzielte zwei Tore, stellte besonders bei seinem zweiten Treffer seine Kämpferqualitäten unter Beweis. Die zeigte er auch in 35 Zweikämpfen (die meisten aller Spieler), von denen er 55 Prozent gewann.

Der Flop des Spiels: Andreas Christensen. Seine Versetzung in die Innenverteidigung sorgte nicht unbedingt für Stabilität. Fand nicht in die Rolle des zuvor bärenstarken Vestergaard. Wirkte ein ums andere Mal unsicher, dazu mit dem verheerenden Fehler vor dem 4:0.

Der Schiedsrichter: Sascha Stegemann. Griff entscheidend in die Partie ein, als er einen Foulelfmeter für Schalke pfiff, der grundsätzlich zwar vertretbar, aber doch sehr hart war. Darüber hinaus wenig gefordert.

Das fiel auf:

  • Die Schalker legten von Beginn an das zuletzt von Christian Heidel eingeforderte Engagement an den Tag. In den ersten 20 Minuten gewannen die Königsblauen über 65 Prozent der Zweikämpfe. Vor allem im Mittelfeld waren die Hausherren so präsent, dass sie Gladbach weit vom eigenen Tor weghielten. Die Gäste hatten in den ersten 25 Minuten keine einzige Ballaktion im gegnerischen Sechzehner.
  • Bei eigenem Ballbesitz spielte Schalke ein klassisches 4-2-3-1 mit Geis und Bentaleb auf der Doppelsechs. Gegen den Ball hatte sich Weinzierl jedoch wieder einmal etwas Neues ausgedacht, dann formierten sich die Gastgeber nämlich in einem 4-3-3. Schöpf rückte zurück ins Mittelfeld, vorne spielten Choupo-Moting, Goretzka und Embolo in einer Dreierreihe.
  • Gladbach hatte im ersten Durchgang zwar mehr Ballbesitz als der Gegner, entwickelte jedoch kaum offensive Gefahr. Im 3-5-2 von Schubert erspielten sich die Fohlen ohne Lars Stindl kaum Gelegenheiten. Defensiv war das Gefüge vor dem Seitenwechsel jedoch stabil.
  • In der Halbzeit wechselte Schubert den zuvor bärenstarken Jannik Vestergaard (102 Ballaktionen in einer Halbzeit, 70 Prozent gewonnene Zweikämpfe) aus und brachte Lars Stindl. Christensen rückte dafür zurück in die Dreierkette und machte dort in der Folge keine gute Figur. Insgesamt wirkte Gladbach nach den Umstellungen deutlich instabiler als noch in der ersten Hälfte.
  • Auch die Laufleistung der Schalker war nach Heidels Kritik stärker als in der letzten Woche: Am Ende liefen die Königsblauen 113,19 Kilometer und damit über einen Kilometer mehr als die Gladbacher. Auch bei Sprints (186:162) und intensiven Läufen (573:544) hatten die Gelsenkirchener die Nase vorne.

Schalke - Gladbach: Die Statistik zum Spiel

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