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Historischer Fehlstart für Schalkes Weinzierl

Sonntag, 18.09.2016 | 19:22 Uhr
Erstmals seit April 2016 blieb die Hertha ohne einen Torschuss aufs gegnerische Tor in Halbzeit eins
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Die Siegesserie von Hertha BSC geht weiter, der FC Schalke 04 rutscht dagegen in die erste kleine Krise! Zum Abschluss des 3. Spieltags der Bundesliga gewannen die Berliner ihr Heimspiel gegen die Knappen mit 2:0 (0:0) und stehen damit bei neun Punkten. S04 dagegen wartet noch immer auf den ersten Punkt.

Vor 49.251 Zuschauern im Berliner Olympiastadion gingen die Hausherren nach einem bösen Patzer von Schalkes Benjamin Stambouli durch das erste Saisontor von Mitchell Weiser in Führung (64.).

Zehn Minuten später erhöhte der eingewechselte Valentin Stocker auf 2:0.

S04-Trainer Markus Weinzierl hat damit einen historischen Negativrekord aufgestellt, denn noch nie verlor ein Schalker Cheftrainer seine ersten drei Bundesligapartien allesamt.

Schalke spielte zudem nun saisonübergreifend in den letzten 14 Bundesligaspielen nicht mehr zu Null, zuletzt gab es Ende Februar ein 0:0 in Frankfurt.

In zuvor 33 Bundesliga-Spielzeiten hatte die Hertha nie ihre ersten beiden Spiele gewonnen, nun bauen die Berliner den Vereinsrekord sogar auf drei Siege vom Start weg aus.

Reaktionen:

Pal Dardai (Trainer Hertha): "Das war ein schönes Spiel von uns. Die Jungs haben alles, was wir geplant haben, überragend umgesetzt. Wir haben das Spiel mit und ohne Ball dominiert."

Markus Weinzierl (Trainer Schalke): "Wir haben uns zwei Fehler geleistet, aus denen zwei Kontertore resultiert sind. Das darf uns nicht passieren. Wir haben den Gegner eingeladen, Tore zu schießen und sind sehr enttäuscht. Es war eigentlich ein typisches 0:0-Spiel. Wir müssen am Mittwoch gegen Köln einiges besser machen."

Christian Heidel (Manager Schalke): "Es waren zwei Mannschaften, die sich lange egalisiert haben. Gegen Hertha zu spielen ist nie einfach, sie lassen wenig zu. Wir sind zweimal ins Risiko gegangen. Das wurde bitter bestraft. Die Gegentore dürfen nicht fallen. Die Berliner haben am Ende verdient gewonnen. Wir müssen in jedem Spiel 100 Prozent geben, um erfolgreich zu sein. Das muss rein in unsere Köpfe. Momentan sind wir noch etwas in der Findungsphase. Wir wissen genau, welche Fehler wir gemacht haben und werden das in Ruhe analysieren."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei der Hertha gibt es im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Ingolstadt eine verletzungsbedingte Änderung: Skjelbred kehrt nach seiner Verletzungspause zurück und ersetzt Brooks (Adduktorenprobleme).

Die Gäste aus Gelsenkirchen verändern ihre Anfangsformation nach dem 0:2 gegen die Bayern auf einer Position: Für Konoplyanka (Bank) beginnt Embolo. Geis, Aogo und Caicara stehen nicht im Kader.

24.: Nach einem Berliner Freistoß aus dem linken Halbfeld köpft Schalke die Kugel zu Darida. Der versucht es direkt aus rund 22 Metern, der Ball geht aber knapp links vorbei.

31.: Choupo-Moting fummelt sich links gegen Pekarik durch und in den Strafraum, sein abgefälschter Schuss fliegt aber am langen Eck vorbei.

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51.: Stambouli hat in der Mitte relativ viel Platz. Der Franzose fasst sich aus gut 20 Metern ein Herz. Seinen Distanzschuss fälscht Lustenberger leicht ab, Jarstein hat aber aufgepasst und lenkt die Kugel mit beiden Händen über die Latte.

64., 1:0, Weiser: Stambouli verliert rechts außen einen sicher geglaubten Ball ganz schwach gegen Pekarik. Der zieht Richtung Strafraum, passt zu Weiser und der nagelt den Ball aus elf Metern von halbrechts links in den Winkel.

74., 2:0, Stocker: Skjelbred nimmt im Mittelfeld Bentaleb mit einem starken Tackling den Ball ab und spielt direkt nach rechts zum gestarteten Weiser, der das Leder herrlich in den Lauf von Stocker lupft. Der Schweizer nimmt die Kugel an und knallt sie mit links flach ins rechte Eck. 150. Bundesliga-Gegentor für Fährmann.

Fazit: Eine Partie mit wenigen Highlights, die Hertha aber mit dem größeren Willen. Schalke unterliefen vor den beiden Gegentoren fatale Fehler, die die Hausherren effizient bestraften.

Der Star des Spiels: Mitchell Weiser. Führte die meisten Zweikämpfe aller Feldspieler und war defensivstärkster Herthaner, fing beispielsweise fünf Bälle vorzeitig ab. Dazu mit dem sehenswerten Schuss beim Führungstreffer und bärenstarker Vorarbeit zum 2:0 derjenige, der die Partie entschied.

Der Flop des Spiels: Breel Embolo. Über die beiden Flügel ohne jede Durchschlagskraft und mit zahlreichen falschen Entscheidungen, was sich unter anderem in einer Passquote von nur 60 Prozent niederschlug. Scheint sich auf dieser Position nicht wirklich wohl zu fühlen. Weinzierl nahm ihn zur Pause runter.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin. Musste in dieser über weite Strecken zerfahrenen Partie oft in seine Pfeife blasen und tat dies meist zum richtigen Zeitpunkt. Ließ dabei die lange Leine walten und bei den Foulspielen von Haraguchi an Embolo oder Ibisevic an Höwedes im ersten Durchgang Gnade vor Recht ergehen. Ordentliche Leistung des Unparteiischen.

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Das fiel auf:

  • Sehr biedere erste 45 Minuten, in denen beide Teams viel zu passiv agierten und sich letztlich neutralisierten. Die Spieler arbeiteten aggressiv gegen den Ball, den jeweiligen Angriffsbemühungen fehlte es aber an Tempo und vor allem Tiefe.
  • Die Hausherren zogen ihre Angriffe fast durchgängig über die Flügel auf, die Außenverteidiger Pekarik und Plattenhardt schlugen in Halbzeit eins insgesamt sieben Flanken aus dem Spiel (Schalke vier). Schalkes Defensive hatte damit aber keine Probleme. Selbiges galt für Herthas Abwehr, den Bemühungen der Gäste fehlte es an Struktur und Durchsetzungsvermögen. Huntelaar hing in der Luft.
  • Den Unterschied machte an diesem Tag in erster Linie die Mentalität: Die Hauptstädter bissen sich mit der Zeit immer mehr in die Partie und attackierten lethargische Knappen höher als noch zu Beginn des Spiels, was zu einigen Umschaltsituationen führte. Die Eingespieltheit der Berliner, die auch im dritten Spiel ohne Neuzugang in der Startelf agierten, gab letztlich den Ausschlag.
  • Schalke enttäuschte über 90 Minuten, die Mannschaft ist im Gegensatz zum Gegner noch auf der Suche nach Automatismen und Anbindungen im Offensivspiel. Zentrum- und Flügelspiel blieben blass, weil überraschende Drehungen oder sinnvolle Verlagerungen fehlten und man in die Defensive der Hertha nie Lücken reißen konnte.

Hertha - Schalke: Die Statistik zum Spiel

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