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Rudy bricht die Schalker Mauertaktik

Sonntag, 26.02.2017 | 19:16 Uhr
Streck dich! Sebastian Rudy und Hoffenheim lieferten sich mit Schalke einen harten Kampf
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Schalke 04 hat am 22. Spieltag der Bundesliga einen großen Sprung in der Tabelle verpasst. Gegen 1899 Hoffenheim kam das Team von Trainer Markus Weinzierl nur zu einem 1:1 (1:0).

Vor 58.839 Zuschauern in der Schalker Arena gelang Alessandro Schöpf die frühe Führung (5.). Mit fünf Saisontoren ist der Österreicher damit Schalkes gefährlichster Angreifer. Für die spielbestimmende TSG erzielte Nationalspieler Sebastian Rudy den Ausgleich per Kopf (79.).

Schalke hat damit nur zwei seiner zehn Spiele gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel gewonnen (3 Remis, 5 Niederlagen). Die Erfolge gab es gegen Gladbach und Hertha. Die Königsblauen liegen mit 27 Punkten nun noch sieben Zähler vor dem Relegationsplatz. Hoffenheim hat als Vierter zwei Punkte Rückstand auf die direkte CL-Qualifikation.

Die Reaktionen:

Markus Weinzierl (Trainer Schalke): "Wir müssen mit dem Punkt leben. Der Führungstreffer hat uns keine Sicherheit gegeben, wir hätten mehr Risiko gehen müssen. Hoffenheim hatte mehr Spielanteile. Der Ausgleichstreffer ärgert mich. Wir hatten dreimal Ballbesitz und haben den Ball verloren, da haben wir einfach schlecht verteidigt."

Julian Nagelsmann (Trainer Hoffenheim): "Mit dem Ergebnis bin ich nicht hundertprozentig zufrieden, mit der Spielweise schon. Wir haben ein ganz gutes, dominantes Auswärtsspiel gemacht. Nach dem 0:1 hatten wir eine gute Spielkontrolle und auch gute Chancen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns zehn Minuten lang von der Kulisse und der Hektik anstecken lassen. Da haben wir es verschenkt, das Spiel noch zu gewinnen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Weinzierl mit nur einer Veränderung im Vergleich zum 1:1 gegen Köln: Nastasic ersetzt den verletzten Naldo.

Auch bei Hoffenheim gibt's nur einen Wechsel in der Startelf gegenüber dem 2:0 gegen Darmstadt: Hübner spielt für Kaderabek.

5., 1:0, Schöpf: Kolasinac kommt mit Tempo vom linken Flügel und lobt den Ball über die Abwehr in Burgstallers Lauf. Der setzt sich gegen Vogt durch und flankt im Fall mit links halbhoch vors Tor. Schöpf kommt vor Zuber an den Ball und drückt ihn mit links ins linke Eck.

26: Bicakcic mit der Flanke von rechts auf den eingelaufenen Zuber. Der nimmt den Ball runter und schlenzt das Ding aus 14 Metern knapp über den rechten Winkel.

36.: Da ist mal etwas Platz im Umschalten für Hoffenheim. Terrazzino bedient Demirbay von rechts. Der wird bei der Ballannahme nach rechts abgedrängt und zieht aus der Drehung ab. Fährmann wehrt mit der Brust ab. Den Abpraller knallt Bicakcic aus 13 Metern drüber.

79., 1:1, Rudy: Vogt mit einem langen Ball über die Schalker Defensive auf den startenden Zuber. Der flankt von links nach innen, wo Rudy völlig frei ankommt und aus sechs Metern einnickt.

Fazit: Nach der frühen Führung machte Schalke hinten dicht und Hoffenheim rannte an. Die Schalker Mauer hielt bis zehn Minuten vor Schluss. Hoffenheim verdiente sich diesen Punkt redlich.

Der Star des Spiels: Benjamin Hübner. Hatte am Gegentor keine Aktien und stand ansonsten mit seinen Kollegen bombensicher. Gewann 75 Prozent seiner Zweikämpfe, hatte die meisten Ballaktionen (109) und brachte 88,5 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler.

Der Flop des Spiels: Daniel Caligiuri. Da Schalke in der Offensive so gut wie gar nicht stattfand, gingen die Offensiven unter. Lief zwar viel, gewann aber nur 38 Prozent seiner Zweikämpfe und brachte nur 67 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler. Nach 57 Minuten war Schluss.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin. Hatte einige knifflige Handszenen zu bewerten. Lag aber sowohl vor dem Führungstreffer bei Burgstaller als auch bei Kolasinac im Strafraum richtig. Beide Aktionen waren kein strafbares Handspiel.

Das fiel auf:

  • Schalke nutzte die frühe Führung, um die Initiative an Hoffenheim abzugeben. Die Schalker zogen sich weit zurück, liefen frühestens ab der Mittellinie an und machten in einem 5-1-3-1 das Zentrum dicht. Offensiv waren lange Bälle auf den ackernden Burgstaller das Mittel.
  • Hoffenheim hatte die Spielkontrolle und deutlich mehr Ballbesitz (60 Prozent). Allerdings konnte 1899 im zugestellten Mittelfeld seine gefährlichen Offensivspieler Demirbay und Amiri kaum in Szene setzen, weil es schwer war, Tempo aufzunehmen. Die großen Räume auf den Außenbahnen konnten die Hoffenheimer mit Bicakcic und Zuber nicht wirklich nutzen. Hier fehlten Spieler mit Stärken im Eins-gegen-eins.
  • Nach dem Seitenwechsel wurde Schalke zwar nicht offensiver, aber immerhin wieder aktiver in der Defensive. Hoffenheim konnte nicht mehr so ungestört kombinieren. Nagelsmann reagierte mit drei Wechseln, hielt aber an seiner Grundordnung fest. Weiterhin fehlte es der TSG an Tempo und Gefährlichkeit über außen. Als Zuber mal durchkam, fiel der Ausgleich.

Schalke - Hoffenheim: Die Statistik zum Spiel

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