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Fussball

Bayern lässt Federn gegen starke Schalker

Holger Badstuber spielte gegen seinen Ex-Verein von Anfang an

Der FC Bayern München hat zum ersten Mal im Jahr 2017 Punkte abgegeben. Der Rekordmeister spielte gegen den FC Schalke 04 mit Holger Badstuber 1:1 (1:1).

Vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena erzielte Robert Lewandowski den 1:0-Führungstreffer für die Bayern (9.).

Nur vier Minuten später glich Naldo mit einem Freistoßtor aus. Fünf der letzten sechs Schalker Tore gegen die Münchner fielen damit nach ruhenden Bällen. In dieser Saison war es für den FCB allerdings das erste Gegentor nach einer Standardsituation.

Für die Bayern ist es der erste Punktverlust seit der Wiederwahl von Uli Hoeneß zum Präsidenten Ende November.

Holger Badstuber stand nach seinem Wechsel vom FC Bayern zu Schalke erstmals in der Startelf der Königsblauen. In der 58. Minute wurde er für Matija Nastasic ausgewechselt.

Philipp Lahm wurde in der 77. Minute eingewechselt und absolvierte damit sein 500. Pflichtspiel für den FC Bayern.

Die Reaktionen:

Carlo Ancelotti (Trainer Bayern München): "Es war ein schweres Spiel, weil Schalke gut gespielt hat. Wir hatten einen guten Start. Danach waren wir aber nicht so kompakt, auch im Mittelfeld. Die zwei Linien waren zu weit auseinander. Da müssen wir besser zusammenarbeiten, es ist keine Frage der Qualität. Wir haben es nicht geschafft, Bälle zu erobern. Deshalb hatten wir keine Kontrolle. Nur am Schluss konnten wir den Druck etwas erhöhen, aber es war nicht genug."

Manuel Neuer (Torwart Bayern München): "Natürlich geht es immer um das Resultat, aber es geht auch um die Art und Weise. Gerade die erste Halbzeit war nicht so, wie man sich das vorgenommen hat. Das bleibt am Ende stehen. Man kann nicht immer so ein Glück haben wie gegen Freiburg."

Markus Weinzierl (Trainer Schalke 04): "Unser Plan wäre zu 100 Prozent aufgegangen, wenn wir gewonnen hätten. Aber wir können sehr zufrieden sein. Meine Mannschaft hat ein sehr gutes Spiel gezeigt, auch den frühen Rückstand gut weggesteckt. Wir hätten vor der Pause sogar in Führung gehen müssen. In der zweiten Hälfte sind wir unter Druck geraten. Dass du gegen diese individuelle Qualität der Bayern auch Glück brauchst, ist klar. Wir können mit diesem Punkt sehr gut leben."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Ancelotti verändert seine Startformation nach dem 2:1-Erfolg in Bremen viermal. Auf den Außenverteidigerpositionen rücken Bernat und Rafinha für Alaba und Lahm ins Team. Statt Ribery und Kimmich beginnen Costa und Vidal. Benko sitzt erstmals in dieser Saison in der Bundesliga auf der Bayern-Bank.

Weinzierl nimmt nach der 0:1-Niederlage gegen Frankfurt drei Änderungen vor. Für Nastasic, Geis und Choupo-Moting stehen Badstuber, Stambouli und Caligiuri auf dem Rasen.

9., 1:0, Lewandowski: An der Strafraumgrenze legt Robben auf Vidal ab. Der steckt durch zu Lewandowski, der sich von Badstuber löst und das Leder aus sieben Metern halblinker Position über Fährmann hinweg ins Tor hebt.

13., 1:1, Naldo: Nach einem Foul von Vidal an Burgstaller hat Schalke halblinks Freistoß aus 18 Metern. Naldo nimmt Anlauf und und drischt mit dem rechten Spann flach auf die linke Ecke. Der nicht unhaltbare Schuss flutscht Neuer durch die Finger ins Tor.

17.: Die Gäste haben die Riesenchance auf die Führung. Goretzka treibt das Leder in der gegnerischen Hälfte von rechts zur Mitte. Links kommt Kolasinac im Vollsprint und hat viel Platz. Im richtigen Moment bedient Goretzka den Linksverteidiger, doch der scheitert mit einer Direktabnahme aus 14 Metern am stark parierenden Neuer.

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23.: Am linken Strafraumeck setzt sich Bernat gegen Höwedes durch und schießt aufs kurze Eck. Fährmann wehrt den Flachschuss mit dem Bein ab.

39.: Latte! Kolasinac tankt sich links bis zur Grundlinie durch und legt auf Burgstaller zurück. Dessen Schuss aus acht Metern prallt an den Querbalken!

42.: Auch Lewandowski scheitert am Aluminium! Robben flankt von links nach innen. Der Pole nimmt den Ball herunter, lässt Höwedes ins Leere grätschen und schlenzt aus 13 Metern ans rechte Kreuzeck.

86.: Martinez vergibt die große Chance zum Sieg! Alaba zieht von links einige Schritte zur Mitte und flankt rechts in den Strafraum. Dort hat der Spanier viel Platz, doch er schießt flach links am Tor vorbei.

Fazit: Schalke war über weite Strecken der Partie mindestens gleichwertig und hat den Punkt voll und ganz verdient. Mit etwas Glück wäre vielleicht sogar mehr drin gewesen.

Der Star des Spiels: Sead Kolasinac. Kaum ein Spieler in dieser Saison hielt Robben so gut in Schach wie der Bosnier. Beackerte den Niederländer mit hoher Intensität in den Zweikämpfen und unterband einige Angriffe durch gutes Stellungsspiel. Dazu wie immer mit viel Zug nach vorne. Seine Gelegenheit in der 17. Minute hätte er konzentrierter abschließen können, sein Pass vor Burgstallers Lattentreffer war herausragend.

Der Flop des Spiels: Thomas Müller. Hing im Offensivspiel der Bayern einmal mehr in der Luft. War an keinem einzigen Torschuss direkt beteiligt, lief selten in die richtigen Räume. Von allen Feldspielern der Hausherren hatte nur Lewandowski weniger Ballaktionen, der jedoch ein Tor erzielte und einmal die Latte traf.

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Der Schiedsrichter: Marco Fritz. Verschonte Badstuber bei zwei taktischen Fouls vor einer Gelben Karte. In der Zweikampfbewertung darüber hinaus jedoch sehr souverän. Korrekt, bei Nastasics fairem Tackling gegen Müller (88.) nicht auf Elfmeter zu entscheiden.

Das fiel auf:

  • Von der ersten Minute an zeigten die Schalker, dass sie eine Reaktion auf die Pfiffe in der Vorwoche zeigen wollten. An der Seitenlinie dirigierte Weinzierl emotional, auf dem Platz gingen die Spieler engagiert in die Zweikämpfe. In der Anfangsphase stach besonders Goretzka dadurch heraus, keinen Ball verloren zu geben.
  • Im 5-3-2 standen die Schalker kompakt, die Abstände zwischen der letzten Reihe und dem Mittelfeld passten und machten es den Hausherren schwer, sich durchzukombinieren. Dabei verloren die Königsblauen jedoch auch nicht das eigene Offensivspiel aus den Augen. Burgstaller behauptete sich gut gegen die Münchner Hintermannschaft und riss so immer wieder Räume für Caligiuri oder die offensiv aufrückenden Außen Kolasinac und Schöpf.
  • Die Bayern kamen aus ihrer 4-2-3-1-Grundordnung heraus in der Anfangsphase nur selten in Abschlusspositionen. Lewandowskis Führungstreffer war der erste Torschuss der Hausherren. Doch der positive Effekt der Führung blieb - auch wegen des schnellen Ausgleichs - aus.
  • Insgesamt gab die Ancelotti-Elf in den ersten 45 Minuten nur sechs Torschüsse ab, auch die Passquote von 84 Prozent lag unter dem bisherigen Saisondurchschnitt (87).
  • Auch nach dem Seitenwechsel wirkte das Offensivspiel der Bayern nicht inspirierter. Robben (51.), Alonso (84.) und Martinez (88.) gaben die einzigen Torschüsse ab. Das Tempo fehlte über weite Strecken komplett. Einzig Costa und nach seiner Einwechslung Alaba sorgten durch Sprints für Überraschungsmomente.

Bayern - Schalke: Die Statistik zum Spiel

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