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Fussball

"Ängstliche" Bayern wackeln weiter

SID
Die Bayern mussten am Ende um den Sieg zittern

"Ängstlich", "Spielidee verloren", "Schippe drauflegen": Beim FC Bayern herrschte nach dem Auswärtssieg in Bremen keine Zufriedenheit. Dem Team von Carlo Ancelotti fehlt es für die großen Ziele an Dominanz und Souveränität im Spiel.

Carlo Ancelotti legte die Stirn in Falten, dann brummte er erstaunliche Sätze ins Mikrofon. "Wir waren ein bisschen ängstlich und haben uns Sorgen gemacht, das muss ich offen zugeben", sagte der Trainer von Bayern München nach dem 2:1 (2:0) bei Werder Bremen. Der siebte Bundesliga-Sieg in Serie sorgte beim Rekordmeister kaum für Zufriedenheit. Den Bayern fehlte es erneut an jeglicher Dominanz und Souveränität.

Zeitweise habe sein Team gar "die Spielidee verloren", meinte Ancelotti, der bis in die Schlusssekunden um den "wichtigen Sieg in einem schwierigen Spiel" bangen musste. Der FCB hat nun 15 Pflichtspiele in Serie gegen Werder gewonnen. Er steht in der Tabelle weiter drei Punkte vor RB Leipzig, dem ärgsten Widersacher im Kampf um die Meisterschaft. Und er musste nach dem phasenweise fahrigen Auftritt in Bremen dennoch viele kritische Nachfragen beantworten.

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"Wichtig ist, dass man gewinnt. Dass wir besser spielen können und müssen, ist aber klar", räumte Kapitän Philipp Lahm ein. "Uns ist allen bewusst, dass wir es besser als in der zweiten Halbzeit machen müssen", sagte David Alaba. Der Vortrag nach der Pause befeuerte die Diskussionen über die Form des Liga-Favoriten.

München wankt

Nur die wenigsten der 42.100 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion hatten wohl damit gerechnet, dass Werder die Bayern noch einmal so am Schlafittchen packen würde. Arjen Robben per fulminantem Linksschuss nach Zuspiel von Franck Ribéry (30.) und Alaba mit einem direkt verwandelten Freistoß in den Winkel (45.+1) hatten klar den Kurs Sieg vorgegeben. Doch nach dem Anschlusstreffer des starken Max Kruse (53.) wankten die Münchner.

"Es wäre möglich gewesen, etwas mitzunehmen", beschrieb Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic passend die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen, die Bremer waren auf Augenhöhe. Auch Nationaltorhüter Manuel Neuer räumte ein, dass seine Bayern ziemlich unter Druck gerieten. "Auch aufgrund der Platzverhältnisse haben wir öfter den langen Ball gewählt", sagte der Weltmeister: "Wir haben keinen guten Fußball gespielt, das müssen wir uns ankreiden."

Bayern weiter abhängig von Robbery

Dass der FC Bayern auch die wenig erbaulichen Spiele für sich entscheidet, ist sicher ein Qualitätsmerkmal. Auch gegen Werder gab nach einem ordentlichen Start letztlich nur die höhere Effizienz vor dem gegnerischen Tor den Ausschlag. Das feine Zusammenspiel von Ribery und Robben vor dem Führungstreffer gefiel Ancelotti.

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Doch es war insgesamt spielerisch dürftig, der zweite rumpelige Auftritt im Jahr 2017 nach dem Last-Minute-Sieg beim SC Freiburg. Anlass zur Sorge lieferte auch erneut Nationalstürmer Thomas Müller, an dem das Spiel komplett vorbeilief. Schon in der 62. Minute musste der 27-Jährige vom Platz, weil Ancelotti mit Renato Sanches den Defensiv-Verbund stärken musste.

"Es gibt immer Schwierigkeiten während einer Saison. Heute war es schwierig, aber wir haben verdient gewonnen", sagte Ancelotti, der das Spiel der Bayern weiterentwickeln muss. Sonst drohen im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Leipzig und in den bevorstehenden Champions-League-Duellen mit dem FC Arsenal Rückschläge.

Bremen - Bayern: Daten zum Spiel

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