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Fussball

Schalke verliert Naldo und Partie gegen Bayer

Die Szene des Spiels: Schiedsrichter Aytekin zeigt Naldo die Rote Karte

Das 150. Bundesligaspiel in der Karriere von Trainer Markus Weinzierl ging daneben. Der FC Schalke 04 verlor am 14. Spieltag der Bundesliga sein Heimspiel gegen Bayer Leverkusen kurz vor Schluss mit 0:1 (0:0).

Vor 60.821 Zuschauern in der Veltins-Arena begann die Partie mit einer unglücklichen Szene aus Schalker Sicht: Nach einem Fehlpass von Sead Kolasinac hielt Naldo Gegenspieler Chicharito am Arm und sah für diese Notbremse die Rote Karte (4.).

Für Naldo war dies der dritte Platzverweis seiner Bundesliga-Karriere, der schnellste in der laufenden Saison und die früheste Rote Karte in der Bundesligageschichte des S04.

Das Siegtor schoss schließlich Stefan Kießling, der kurz vor dem Ende einköpfte (89.).

Schalke hat damit nach vier gewonnenen Heimspiel mal wieder vor heimischem Publikum verloren. Trainer Weinzierl gewann bislang keines seiner neun Bundesligaduelle gegen Leverkusen (drei Remis, sechs Niederlagen).

Leverkusen sammelte aus den vergangenen fünf Bundesligapartien gegen Schalke nunmehr 13 von möglichen 15 Punkten. Den letzten Schalker Sieg gab es im Februar 2014 beim 2:1 in Leverkusen. Zudem traf die Werkself in jeder der vergangenen 19 Auswärtspartien in der Bundesliga.

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Reaktionen:

Markus Weinzierl (Trainer Schalke): "Die bessere Mannschaft hat heute verloren. Wir haben 96 Minuten in Unterzahl gespielt, gut verteidigt, gut umgeschaltet, aber zu viele Chancen liegen gelassen. Ein Freistoß, der kein Freistoß war, hat uns heute um den Lohn gebracht. Das war eine sehr gute Leistung, leider mit dem falschen Ergebnis."

Roger Schmidt (Trainer Leverkusen): "Das war ein sehr spezielles Spiel nach dem frühen Platzverweis. Wir sind nicht gut mit der Situation umgegangen, haben unheimlich viele einfache Fehler gemacht. Die Verunsicherung ist in das Team reingekrochen. Wir wissen, dass der Sieg sehr glücklich war. Aber wir hatten in dieser Saison schon so viel Pech, dass wir ihn gerne mitnehmen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Im Vergleich zum Ligaspiel in Leipzig (1:2) nimmt Weinzierl drei Änderungen in der Startelf vor: Konoplyanka, Baba und Kehrer beginnen anstelle von Bentaleb (Bank), Höwedes (Gelbsperre) und Nastasic.

Bei Leverkusen stellt Schmidt nach dem 3:0 gegen Monaco in der Champions League auf fünf Positionen um: Leno, Tah, Toprak, Henrichs und Aranguiz stehen statt Özcan, Dragovic, Jedvaj, da Costa und Yurchenko (alle Bank) in der Startelf. Kießling spielt erstmals in dieser Saison von Anfang an.

4., Rote Karte, Naldo: Schock für S04! Kolasinac spielt einen kapitalen Fehlpass Richtung Naldo. Chicharito spritzt dazwischen, Naldo berührt den Mexikaner leicht - Aytekin entscheidet auf Notbremse und zückt Rot.

7.: Baba dribbelt sich links nach vorne und chippt den Ball an die Strafraumkante auf Choupo-Moting, der per Kopf links in den Sechzehner auf Konoplyanka abtropfen lässt. Der Ukrainer zieht aus zehn Metern und spitzem Winkel ab - knapp über das linke Lattenkreuz.

24.: Goretzka erobert im Mittelfeld die Kugel und bricht gegen Baumgartlinger in die gegnerische Hälfte durch, bevor er zentral vor dem Strafraum links raus auf Konoplyanka ablegt. Der geht ein paar Schritte gegen Tah und zieht dann auf Höhe des linken Pfostens aus zehn Metern ab - einen halben Meter daneben.

39.: Geis bringt einen Freistoß von rechts in den Strafraum. In der Mitte steigt Kehrer aus sechs Metern zum Kopfball hoch und setzt diesen über die Latte.

59.: Havertz rutscht im Zweikampf mit Schöpf am gegnerischen Strafraum weg, über Goretzka landet der Ball auf halblinks bei Konoplyanka, der kurz nach innen zieht und dann aus leicht linker Position aus 16 Metern abzieht. Sein Flachschuss geht knapp am linken Pfosten vorbei.

61.: Kolasinac mit Urgewalt! Nach einer Geis-Ecke von links bekommt der Verteidiger den Abpraller 25 Meter zentral vor dem Tor volley, sein Schuss geht einen halben Meter über das linke Lattenkreuz.

82.: Brandt bringt einen Eckball von rechts ins Zentrum, wo Goretzka die Kugel vor die Füße von Wendell an den Elfmeterpunkt verlängert. Der Brasilianer zieht volley ab, Kehrer wirft sich aber stark in den Schuss und klärt zur nächsten Ecke.

85.: Havertz bedient von links den einlaufenden Wendell, der prompt per Steilpass auf Chicharito durchsteckt. Der Mexikaner zieht bis zum linken Fünfereck und spurtet Geis aus, Fährmann kommt aber stark aus seinem Kasten und bannt die Gefahr.

89., 0:1, Kießling: Calhanoglu chippt einen Freistoß butterweich in den Fünfer, wo Geiß Kießling aus den Augen verliert und zusieht, wie der Stürmer aus drei Meter rechts unten einköpft. Es ist sein erster Saisontreffer.

Fazit: Schalke muss sich ärgern, die guten Torchancen nicht genutzt zu haben. Leverkusen rannte immer wieder an, offenbarte dort aber hohe Planlosigkeit, enttäuschte über die gesamte Spieldauer - und geht dennoch als Sieger vom Platz.

Der Star des Spiels: Stefan Kießling. Zeigte keine gute Abstimmung mit Sturmpartner Chicharito, beide standen sich mehrere Mal auch im Weg. Dafür der Leverkusener mit den meisten bestrittenen Zweikämpfen, von denen er gute 64 Prozent gewann. Dazu mit dem wichtigen Siegtor für seine Elf.

Der Flop des Spiels: Sead Kolasinac. Bitter für ihn, bitter für Schalke, doch sein eklatanter Fehlpass nach drei Spielminuten brachte Naldo den Platzverweis und seiner Mannschaft eine komplizierte Partie ein - die letztlich verloren wurde.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin. Nach Naldos Platzverweis war die Ruhe dahin und Aytekin hatte ein hektisches sowie emotionales Spiel zu pfeifen. Die Entscheidung, Naldo vom Platz zu stellen, war eindeutig - auch wenn die Berührung nur minimal war und Chicharito sie dankend annahm. Beim Duell zwischen Baba und Henrichs kurz vor der Pause fiel der Schalker zu spät, um auf Strafstoß für die Gastgeber zu entscheiden (43.). Kurz darauf hätte Chicharito für ein taktisches Foul an Goretzka allerdings Gelb sehen müssen (44.). Tahs Treffer nicht anzuerkennen war korrekt (75.). Das Tackling von Kehrer vor dem Freistoß, der zum 0:1 führte, berührte den Ball und ging durch den Mann - man hätte wohl auch anders entscheiden können.

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Das fiel auf:

  • Durch die frühe Herausstellung von Naldo veränderten sich die Vorzeichen des Spiels komplett. Leverkusens Ballbesitz schnellte in die Höhe und pendelte sich bei knapp 70 Prozent ein. Schalke agierte in einem 5-3-1 gegen den Ball, Geis sortierte sich zentral in die letzte Linie ein.
  • Die Hausherren zeigen sich von der Unterzahl aber unbeeindruckt und gaben bis zur Pause sieben (!) Torschüsse ab. Dies gelang fast ausnahmslos über Konter gegen weit aufgerückte und schlecht in der Tiefe abgesicherte Leverkusener. Diese Gegenangriffe, die vor allem über die linke Seite und den dynamischen Konoplyanka gefahren wurden, spielte Schalke aber viel zu unsauber aus.
  • Die Unterzahl war auch deshalb kaum auszumachen, da die Knappen kompakt blieben und eng sowie vielbeinig verteidigten. Leverkusen nahm nur sehr wenig Risiko im Kombinationsspiel und versuchte sein Spiel gegen die Schalker Fünferkette breit zu machen. Kießling tauchte einige Mal auf dem Flügel auf, doch insgesamt fehlte es an Geschwindigkeit und Tiefgang. Resultat: Bayer gab in Halbzeit eins keinen Schuss aufs gegnerische Tor ab (schon das vierte Mal in dieser Saison).
  • Schmidt wechselte bei Bayer zur Pause doppelt offensiv. Das verhalf seinem Team aber nicht zu mehr Präsenz, das Spielgeschehen ähnelte den ersten 45 Minuten. Leverkusens Fehlerquote blieb hoch, die mangelnde Kreativität bei eigenem Ballbesitz plus Überzahl war bisweilen erschreckend.
  • Trotz der Pleite können die Knappen auf eine starke Mentalität nach dem Platzverweis zurückblicken. S04 verausgabte sich körperlich, verteidigte leidenschaftlich und behielt diese Linie auch trotz nachlassender Kräfte bei. Eine konsequente Chancenverwertung nach den Kontergelegenheiten hätte selbst einen Sieg gerechtfertigt.

Schalke - Leverkusen: Die Statistik zum Spiel

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