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Fussball

Foul-Festival endet ohne Sieger

Das Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und 1899 Hoffenheim war von ruppigen Zweikämpfen geprägt

1899 Hoffenheim kam am 14. Spieltag der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt nicht über ein 0:0 hinaus. Beim Verfolgerduell stand vor allem Schiedsrichter Christian Dingert im Mittelpunkt. Timothy Chandler musste nach 82 Minuten wegen einer Roten Karte vom Platz.

Die 47.000 Zuschauer in der Commerzbank-Arena sahen ein von Beginn an zerfahrenes Spiel, von Fouls und Nickligkeiten geprägt. Schiedsrichter Christian Dingert hätte David Abraham in der 33. Minute die Rote Karte geben müssen. Der Rechtsverteidiger schlug Sandro Wagner im Zweikampf den Ellenbogen ins Gesicht.

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In der 82. Minute sah Timothy Chandler die Rote Karte für einen Griff an den Hals von Sandro Wagner. Es war Chandlers dritter Platzverweis in der Bundesliga. Den letzten roten Karton sah der Frankfurter ebenfalls gegen Hoffenheim vor fünf Jahren.

Die defensiv starke Vorstellung der Eintracht sorgte für Ratlosigkeit bei Hoffenheim. Die TSG kam nur drei Mal zum Abschluss. So selten schoss 1899 zuletzt 2009 gegen Bayer Leverkusen auf den gegnerischen Kasten.

Auch für Frankfurt war das 0:0 nicht zu erwarten. In den bisherigen elf Heimspielen unter Niko Kovac blieb die Eintracht lediglich einmal ohne Treffer. Hoffenheim bleibt in dieser Saison weiterhin ungeschlagen.

Die Reaktionen:

Niko Kovac (Trainer Eintracht Frankfurt): "In der ersten Halbzeit hatten wir nicht den Ballbesitz, den ich mir vorgestellt habe. Wir hatten im ersten Abschnitt schon zwei, drei sehr gute Chancen und haben nichts zugelassen. Dann haben wir den Druck in der zweiten Halbzeit erhöht. Das Ergebnis geht unter dem Strich in Ordnung. Emotionen gehören zum Fußball dazu."

Julian Nagelsmann (Trainer 1899 Hoffenheim): "Wir waren in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft und müssen früh in Führung gehen, fußballerisch waren wir da deutlich besser. Leider waren sehr viele Emotionen im Spiel, der Schiedsrichter hat völlig den Zugriff verloren. Es gab sehr viele komische Situationen, die auf dem Fußballfeld nichts zu suchen haben."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff:

Niko Kovac entscheidet sich für Seferovic im Sturm. Gacinovic muss dafür auf der Bank Platz nehmen. Auch Fabian kehrt nach seiner Gelbsperre wieder zurück in die Startelf und verdrängt Hrgota.

Die Hoffenheimer beginnen im Vergleich zum 4:0-Sieg gegen den 1. FC Köln wie zu erwarten lediglich mit einer Änderung. Für Rudy, der aufgrund einer Rippenprellung aussetzen muss, startet Rupp. Ex-Frankfurter Schwegler steht erstmals seit dem 2. Spieltag wieder im Kader von 1899. Er fiel wegen eines Innenbandrisses aus.

16.: Erste Großchance des Spiels. Seferovic lässt Hübner auf der rechten Außenseite alt aussehen und flankt halbhoch an die Fünferlinie, wo Meier von Vogt und Süle zu viel Platz bekommt. Der Stürmer nimmt den Ball volley, kann das Leder aber nicht platzieren. Baumann hält sicher.

42.: Meier tritt erneut in Erscheinung. Abraham setzt den Frankfurter Stürmer in Szene. Der nimmt die Kugel lediglich kurz mit und schließt aus etwa 25 Metern ab. Baumann lenkt den Ball um den Pfosten zur Ecke.

45.: Der erste Torschuss der Gäste landet gleich im Netz, wird jedoch zurecht abgepfiffen. Amiri chippt in die Mitte auf Rupp, der das Leder per Kopf im langen Eck unterbringt. Der Torschütze stand zuvor allerdings im Abseits.

82.: Nach einem Foulspiel von Oczipka an Uth tritt der Frankfurter verbal nach. Es kommt zur Rudelbildung. Zwei Gelbe Karten für die beiden Protagonisten sind die Folge. Zusätzlich sieht Chandler für einen kurzen Griff an den Hals von Wagner die Rote Karte.

Fazit: Hoffenheim hatte zunächst mehr vom Spiel, jedoch nicht zielstrebig genug. Frankfurt übernahm mit zunehmender Dauer die Initiative, scheiterte letzten Endes aber an der Hoffenheimer Dreierkette. Schiedsrichter Dingert trug seinen Teil zu einem zerfahrenen Spiel bei.

Der Star des Spiels: Makoto Hasebe. Der umfunktionierte Abwehrchef der Frankfurter bestach durch Übersicht und intelligente Pässe. Machte seinen körperlichen Nachteil gegen Wagner und Co. durch gutes Stellungsspiel wett und setzte sich mit seinem Tempo auch offensiv in Szene.

Der Flop des Spiels: Andrej Kramaric. Kam lediglich auf 20 Ballaktionen. Gewann nur 33 Prozent seiner Zweikämpfe und blieb gegen die starke Frankfurter Defensive sehr blass.

Der Schiedsrichter: Christian Dingert. Hätte beim rüden Einsteigen von Fabian gegen Keeper Baumann (9.) mindestens Gelb zeigen müssen. Ein gerechtes Sanktionsmaß war so schon früh in der Partie nicht mehr gegeben. Viele ruppige Zweikämpfe blieben in der Folge ungeahndet. Abraham hätte beim Ellenbogenschlag gegen Wagner (33.) Rot sehen müssen. Auch über einen Elfmeterpfiff zugunsten der SGE hätte sich Hoffenheim nicht beschweren können, nachdem Polanski den Fuß im Zweikampf mit Abraham zu weit oben hatte (42.). Dingert stellte sich durch seine Zurückhaltung in den Mittelpunkt. Die erste Gelbe Karte zeigte Dingert in der 52. Minute. Die Rote Karte gegen Chandler ist vertretbar, jedoch überzogen. Unterirdischer Auftritt des 36-Jährigen.

Das fiel auf:

  • Hoffenheim ergriff von Beginn an die Initiative. Vogt übernahm wie gewohnt die Aufgabe des Spielaufbaus. Rupp, der als Spielmacher weite Wege nach hinten machte, verlieh dem Eröffnungsrepertoire der TSG mehr Abwechslung und Kreativität.

  • Hoffenheim versuchte vor allem über Ballbesitz und sicheres Passspiel die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen. Dem intensiven Zweikampfspiel der Frankfurter konnte so jedoch nur anfangs der Zahn gezogen werden. Die Gäste wussten nicht so recht aus ihrer Überlegenheit Kapital zu schlagen. Zu oft landete das Spielgerät bei der eigenen Abwehrreihe, die zu weiten Bällen gezwungen wurde.

  • Wie gewohnt agierte die Kovac-Elf in der Defensive sehr kompakt, verengte durch gutes Verschieben die freien Räume im Mittelfeld. Meier, Fabian und Seferovic (später Rebic) attackierten zudem sehr früh. Huszti überzeugte durch gutes Stellungsspiel und erkämpfte sich viele Bälle in Hoffenheims Vorwärtsbewegung, wodurch die Hausherren ihr überfallartiges Konterspiel durchsetzen konnten.

  • Mit zunehmender Spieldauer riss Frankfurt das Spiel an sich. Das Gegenpressing griff besser, Hasebe und Fabian setzten spielerische Akzente und Meier fand seine Wege durch den Hoffenheimer Defensivverbund. Begünstigt wurde die Überlegenheit der Eintracht durch die ideenlose Offensive der TSG. Wagner wurde von den schwachen Kramaric und Toljan alleine gelassen.

Eintracht Frankfurt - Hoffenheim: Die Statistik zum Spiel

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