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FC Bayern stellt Startrekord auf

Zeitweise unabhängig

Samstag, 17.10.2015 | 22:54 Uhr
Thiago agierte in Bremen als Linksaußen und zeigte sich auch kämpferisch stark
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Der FC Bayern gewinnt auch sein neuntes Bundesligaspiel in dieser Saison. Die Münchner lassen dabei ihre großen Personalsorgen vergessen und zeigen ihr enorm großes Repertoire. Für Unmut sorgt nur das brutale Foul von Felix Wiedwald an Robert Lewandowski.

Neun, neun, neun. Der ganze Tag stand im Zeichen dieser Zahl. Dabei ging es aber nicht um echte oder falsche Neuner. Diese Diskussion hat die Nationalmannschaft in Deutschland im Moment exklusiv. Nein, es ging um den möglichen Startrekord des FC Bayern München.

Neun Siege hatte noch nie eine Bundesligamannschaft zu Beginn einer Saison aneinander gereiht. Selbst in der Triple-Saison 2012/13 war nach acht Erfolgen Schluss. Eine 1:2-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen stoppte die Heynckes-Bayern.

Die Guardiola-Bayern ließen sich von Werder Bremen nicht aufhalten und holten sich Sieg neun. Und weil die Zahl schon mal im Mittelpunkt stand, nutzte sie die günstige Gelegenheit für noch mehr statistische Auffälligkeiten.

Im 99. Nord-Süd-Duell feierten die Bayern ihren 999. Bundesligasieg und schenkten Werder das 999. Heimgegentor in der Bundesliga ein. Dass der 17.10 in der Quersumme ebenfalls neun ergibt, ist da sicher nur Zufall.

Keine Schwäche trotz Personalsorgen

Den Startrekord nahmen die Münchner recht beiläufig mit. "Die drei Punkte gibt es mit oder ohne Rekord", sagte Thomas Müller. "Aber es ist eine schöne Nebengeschichte. Das muss man erstmal nachmachen."

Viel wichtiger war, den im Spitzenspiel vor zwei Wochen errungenen Sieben-Punkte-Vorsprung auf Borussia Dortmund nach der Länderspielpause verteidigt zu haben. Und auch in der durch die Personallage angespannten Situation keine Schwäche offenbart zu haben.

13 Feldspieler zählte Pep Guardiola auf der Pressekonferenz vor der Partie noch. Am Ende hatte er doch 16 im Aufgebot und konnte es sich leisten, Javi Martinez und Douglas Costa komplett zu schonen, während Milos Pantovic kurz vor Schluss sein Bundesligadebüt feiern durfte.

Lewandowski trifft nicht immer

Trotz des knappen Ergebnisses war der Sieg der Münchner hochverdient. Daran ändert auch die Chance von Anthony Ujah auf den Ausgleich und die etwas unruhige Schlussphase nichts. Bis dahin hatten die Bayern Werder an deren Strafraum festgesetzt und die Partie unter Kontrolle.

Dass nicht früher Klarheit herrschte, lag auch an der dieses Mal nicht optimalen Chancenverwertung. Die seit Wochen überragenden Müller und Robert Lewandowski ließen in Bremen tatsächlich auch mal gute Möglichkeiten aus.

Die gute Nachricht aber für die Bayern: sie hatten Chancen. Denn ohne die verletzten Flügelspieler Arjen Robben, Franck Ribery und Kingsley Coman und den ebenfalls angeschlagenen Brasilianer Douglas Costa veränderten die Bayern ihr Spiel.

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Guardiola: "Diesmal hat die Leistung gereicht"

"Es war nicht leicht, gegen die Bremer den nötigen Raum zu finden. Da hat man gemerkt, dass wir im Moment zu wenige Außenspieler haben", sagte Guardiola. Dafür hatte Bayern eine sehr hohe Spielkontrolle und war nicht anfällig für Konter.

Analyse: Bayern mit der Glocke - Werder mit Libero

Die Geschwindigkeit Costas hätte sicherlich einige Situationen aufgelöst, aber so ließ der FCB das Leder zirkulieren und spielte immer wieder den hohen Ball über die Bremer Abwehr.

Die Partie zeigte, dass die Münchner zumindest zeitweise unabhängig sind von ihren Tempodribblern auf außen und mehrere Pläne in der Tasche haben, um gefährlich zum Abschluss zu kommen. Aber dauerhaft würden sie ungern auf diese Varianten beschränkt bleiben. "Diesmal hat die Leistung gereicht, aber in den nächsten Wochen brauchen wir mehr", sagte Guardiola.

Sammer sauer über Wiedwald-Foul

Alles in allem aber war es ein gelungener Nachmittag aus Münchner Sicht. Drei Punkte, Rekord aufgestellt und keine weiteren Verletzten. Letzteres lag aber auch an einer großen Portion Glück. Robert Lewandowski hätte nach der Fluggrätsche in Kniehöhe von Werders Torhüter Felix Wiedwald auch auf der Trage das Feld verlassen können.

Wie der schwache Schiedsrichter Christian Dingert auf die Idee kam, die Szene als fair zu bewerten und nicht auf Strafstoß und rote Karte zu entscheiden, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

"Wir haben Riesenglück, dass Robert Lewandowski nicht verletzt ist", sagte Matthias Sammer. "Ich bin jetzt nur gespannt, ob es das gleiche Gejaule gibt wie in der umgedrehten Richtung. Das interessiert mich in den nächsten Tagen."

Zumindest bis Dienstag, dann tritt der FC Bayern in der Champions League beim FC Arsenal an. Das wird dann auch den Sportvorstand wieder interessieren.

Bremen - Bayern: Daten zum Spiel

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