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Bundesliga - 26. Spieltag

Fohlen kontern sich zum Auswärtssieg

Sonntag, 22.03.2015 | 19:18 Uhr
Das bayerische Unglück nimmt seinen Lauf: Manuel Neuer lässt den Ball zum 0:1 durchrutschen
© Getty
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Der FC Bayern München hat in der heimischen Allianz Arena die erst zweite Pleite der Saison einstecken müssen. Zum Abschluss des 26. Spieltags unterlag der Rekordmeister der Borussia aus Mönchengladbach mit 0:2 (0:1).

Vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena schockte Raffael die Gastgeber nach genau einer halben Stunde mit der Führung für die Gladbacher. In Halbzeit zwei machte der Brasilianer nach einem Konter (77.) den Deckel auf die Partie.

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Arjen Robben musste verletzt ausgewechselt werden (24.) und wird aufgrund eines Bauchmuskelrisses mehrere Wochen pausieren.

Die Bayern haben damit an der Tabellenspitze noch zehn Punkte Vorsprung auf den VfL Wolfsburg, Gladbach liegt mit 47 Zählern zwei Punkte vor Verfolger Leverkusen auf Platz drei.

Reaktionen:

Pep Guardiola (Trainer Bayern München): "Wir haben gut angefangen, das Spiel kontrolliert. Wir haben viel über außen probiert. Da sind Eins-gegen-Eins-Situationen wichtig, da haben uns Arjen und Franck gefehlt. So ist eben die Bundesliga. Gewinnt man, sagen die Leute es ist einfach."

Manuel Neuer (Bayern München): "Gladbach hat es gut gemacht, sie haben stark verteidigt und wir haben keine richtig Chancen bekommen. Erst in der zweiten Halbzeit, als Gladbach schon geführt hat. Das war zu wenig. Beim 0:1 habe ich den Fehler gemacht, weil ich den Ball festhalten und nicht nach vorne abklatschen lassen wollte. Wenn ich etwas weiter vorne stehe, geht der Ball auch nicht rein."

Lucien Favre (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir haben gut verteidigt, die klareren Aktionen gehabt. Beim Tor hatten wir natürlich Glück."

Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach): "Die legen immer los wie die Feuerwehr. Wenn man dann die ersten 20 Minuten gefühlt den Ball nicht bekommt, schießt man den einfach weg, weil die Konzentration nachlässt. Deswegen war es schwer. Aber da waren wir drauf eingestellt. Es war ein Spiel, in dem wir tief standen und verteidigt haben. Aber das haben wir sehr gut gemacht."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Nach dem 4:0 gegen Bremen tauscht Bayern-Coach Guardiola vier Mal. Neuer kehrt wieder in den Kasten zurück, Badstuber, Alonso und Robben ersetzen Benatia, Rode und Müller. Thiago steht erstmals nach seinem dritten Innenbandriss seit dem 29. März 2014 im Knie wieder im Kader.

Bei Gladbach sieht Lucien Favre nach dem Sieg gegen Hannover Grund für zwei Veränderungen. Kruse und Hazard müssen zunächst auf der Bank Platz nehmen, Hahn und Johnson stehen dafür von beginn an auf dm Feld.

4.: Es brennt das erste Mal im Fohlen-Strafraum! Lewandowski kann eine Hereingabe von Schweinsteiger mit der Brust nicht kontrollieren, doch Götze schnappt sich die Kugel und bleibt mit seinem Schuss aus wenigen Metern in der Abwehr hängen. Der Abpraller landet bei Bernat, dessen scharfen Versuch von halblinks Sommer festhalten kann.

24.: Die Münchner müssen verletzungsbedingt wechseln. Nach einem Foul von Jantschke, für das der Gladbacher zurecht Gelb sieht, geht's für Robben nicht weiter. Der Niederländer hält sich die Hüfte, Müller kommt in die Partie.

30., 0:1, Raffael: Und es wird noch bitterer für die Münchner - denn der erste Angriff der Fohlen sitzt! Nach einem weiten Ball auf den rechten Flügel stimmt bei den Münchnern die Zuordnung gar nicht. Herrmann bringt die Kugel scharf in den total verwaisten Rückraum, wo Raffael direkt aus zwölf Metern abzieht. Der Ball kommt zentral auf Neuer, aber der Welttorhüter lässt das Leder durchrutschen. Torwartfehler!

45.: Alaba zieht links gen Strafraum und probiert's einfach mal aus 20 Metern. Ein Gladbacher Bein macht den Schuss relativ gefährlich. Knapp neben dem linken Pfosten saust die Kugel vorbei.

75.: Rafinha flankt von rechts an den langen Pfosten, wo es Bernat aus spitzem Winkel mit dem Volley probiert. Wieder ist der Ball abgefälscht - aber wieder ist Sommer ganz star zur Stelle und pariert.

77., 0:2, Raffael: Der Sack ist zu! Kramer marschiert ungestört durchs komplette Mittelfeld und darf am Sechzehner sogar noch einen Haken schlagen, bevor er links auf Raffael legt. Der Angreifer bleibt eiskalt und schiebt aus zehn Metern zur Entscheidung ein.

Fazit: Ideenlose Bayern bestimmen das Spiel mit über 70 Prozent Ballbesitz, müssen sich aber sensationell effizienten Gladbachern geschlagen geben.

Der Star des Spiels: Raffael. Zwei Schüsse, zwei Tore, Matchwinner.

Der Flop des Spiels: Mario Götze erwischte einen gebrauchten Tag. Rieb sich in der Spitze auf, agierte aber viel zu verspielt und umständlich, was den Münchnern einige gute Angriffe kostete. Auch in Sachen Zweikämpfe nicht präsent bei nur 20 Prozent gewonnenen Duellen. Musste nach 70 Minuten für Philipp Lahm runter.

Der Schiedsrichter: Florian Meyer mit einer unaufgeregten Vorstellung, dir nur durch ein paar wenige falsch bewertete Zweikämpfe getrübt wurde. Beruhigte die hitzige Phase kurz nach Wiederanpfiff gekonnt und ließ keine Hektik aufkommen.

Das fiel auf:

  • Ohne Hrgota und Kruse in der Startelf bildeten Hahn und Raffael die Doppelspitze im 4-4-2 der Gladbacher, die gleich von Beginn an ein starkes Pressing auf den Platz brachten. Die beiden Angreifer störten konsequent bis zur Innenverteidigung.
  • Dadurch standen die Fohlen aber auch relativ hoch, was den Münchner ermöglichte, immer wieder mit Tempo auf die Abwehr zuzugehen. Das enorm dicht gestaffelte Zentrum entzerrten die Bayern geschickt mit Angriffen über die Außen, die mit der Auswechslung von Robben aber an Durchschlagskraft verloren.
  • Generell mangelte es aber an Abschlüssen und Torchancen, weil sich die uninspirierten Bayern im letzten Drittel verkünstelten oder gegen die kopfballstarken Fohlen unverhältnismäßig oft zu hohen Bällen und Flanken griffen.
  • Mit Ausnahme von wenigen Angriffen ließen aber auch die Fohlen die gewohnte Konsequenz im Umschaltspiel vermissen. Viele Gegenstöße wurden viel zu hektisch oder auf der anderen Seite so verhalten vorgetragen, dass das Tempo komplett verschleppt wurde.
  • Erst in Halbzeit zwei zeigten sich die Fohlen gefälliger im Konterspiel, was aber hauptsächlich am bayerischen Powerplay lag, welches den Fohlen mehr Räume bescherte.

Bayern - Gladbach: Die Statistik zum Spiel

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