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Hrgota rettet die Fohlen beim HSV

Sonntag, 22.02.2015 | 17:24 Uhr
Das Fußballerische blieb beim Duell in Hamburg zeitweise auf der Strecke
© Getty
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Borussia Mönchengladbach hat am 22. Spieltag der Bundesliga einen glücklichen Last-Minute-Punkt beim Hamburger SV ergattert. Die Fohlen holten dank eines Treffers in der Nachspielzeit von Branimir Hrgota ein 1:1 (0:0) bei den Hanseaten.

Vor 52.105 Zuschauern in der Imtech Arena sorgte zunächst Zoltan Stieber in einer Partie auf überschaubarem Niveau für die Führung für den Hamburger SV (73.). In der dritten Minute der Nachspielzeit köpfte der eingewechselte Branimir Hrgota den Ausgleich.

Die Hamburger bleiben auf Rang 14 und haben mit 24 Zählern jetzt zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Die Borussia (37 Zähler) - die keines ihrer acht Spiele nach einer Europacup-Partie gewinnen konnte - bleibt Dritter, verpasst es aber, Schalke und den FC Augsburg (35) auf Distanz zu halten.

Reaktionen:

Joe Zinnbauer (Trainer Hamburger SV): "Wichtig war für uns, dass wir dem Gegner das Leben schwer gemacht haben - und dass die Mannschaft die taktische Marschroute umgesetzt hat. Aus einem Standard kannst du Spiele verlieren, so haben wir zwei Punkte liegengelassen. Wir haben die Woche gut und konzentriert gearbeitet, die Mannschaft hat gemerkt, dass sie was machen muss. Das hat sie heute gut umgesetzt und wir sind von Minute zu Minute besser geworden."

Lucien Favre (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Das war schwer für uns, Hamburg war sehr aggressiv. Wir hatten zwei große Chancen zu Beginn, die hätten wir nutzen müssen. Wir waren heute nicht zu hundert Prozent bereit. Hamburg hat gekämpft und ist viel gelaufen. Dieser Punkt ist enorm wichtig für die Zukunft."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Was folgt beim HSV auf die höchste Klatsche der Vereinsgeschichte? Die totale Rotation! HSV-Trainer Joe Zinnbauer bringt nach dem Debakel von München gleich sieben Neue: Diekmeier, Rajkovic, Ostrzolek, Kacar, Jiracek, Nicolai Müller und Gouaida stehen für Götz, Westermann, Marcos, die verletzten Diaz und Jansen sowie van der Vaart und Rudnevs in der Startelf.

Auch Gäste-Coach Lucien Favre würfelt sein Team nach der Pleite in Sevilla wild durcheinander. Korb, Nordtveit, Hahn, Traore, Herrmann und Kruse sind die sechs Neuen, die anstelle von Dominguez, dem gesperrten Xhaka, Hazard, Johnson, Raffael und Hrgota starten.

4.: Nordtveit schickt Herrmann mit einem starken Pass links auf die Reise. Der Gladbacher zieht in den Strafraum, lässt Djourou im Laufduell keine Chance und passt in den Rückraum. Kruse nimmt den Ball direkt aus elf Metern - Außennetz!

5.: Starker Auftakt der Fohlen hier! Korb kommt nach einer Ballstafette rechts am Sechzehner an die Kugel und flankt gefühlvoll in die Mitte. Herrmann rauscht heran und schiebt die Kugel an den rechten Innenpfosten. Drobny krallt sich die Kugel im Anschluss...

20.: Erste gefährliche Aktion des HSV: Olic bekommt den Pass rechts in den Strafraum, steigt auf den Ball und gibt kurz zurück zu Diekmeier. Der Verteidiger versucht's aus spitzem Winkel überraschend direkt mit dem Außenrist, aber die Kugel segelt aus wenigen Metern am langen Pfosten vorbei.

25.: Olic hat Oberschenkelprobleme, für den Kroaten geht's hier nicht weiter. Rudnevs kommt für ihn ins Spiel.

33.: Oh je HSV, da darf auch mal mehr rauskommen! Stranzl verliert den Ball im Mittelfeld und ermöglicht den Hanseaten einen Drei-gegen-Eins-Konter. Rudnevs hat die Kugel und die Optionen Gouaida links oder Müller rechts zu bedienen, ist aber selbst viel zu langsam und lässt sich vom zurückeilenden Korb abkochen.

37.: Slapstick a la Artjoms, Part II: Stieber mit der Hereingabe von links, der Lette ist zwölf Meter vor Sommer sträflich frei, semmelt aber an der Kugel vorbei und bugsiert das Leder Richtung Eckfahne...

41.: Ecke HSV - und wieder brennt es in der Fohlen-Abwehr! Rajkovic steigt am kurzen Pfosten im Fünfer hoch, schafft's aber nicht, den Ball aufs Tor zu bringen. Auch hier gilt: Da muss man mehr draus machen!

54.: Korb geht auf rechts nach einem schönen Zuspiel von Herrmann Richtung Grundlinie und findet mit seinem Pass in den Rückraum Hahn. Der Ex-Augsburger schiebt die Kugel aber von Djourou berdrängt am langen Pfosten vorbei.

73., 1:0, Stieber: Die vielen Ballverluste der Borussia im Spielaufbau rächen sich! Nordtveit spielt die Kugel Rajkovic in die Füße, der den Konter über Rudnevs einleitet. Der Lette legt ab auf Stieber, der von rechts einen Schritt zur Mitte geht und die Kugel herrlich ins lange Eck schlenzt!

90., 1:1, Hrgota: Unfassbar! Der HSV muss das Ding lange zumachen, dann bekommen die Hanseaten noch eine Ecke gegen sich - und den Ausgleich! Götz lässt Hrgota am Elferpunkt viel zu frei stehen, der Stürmer steigt hoch und köpft in die rechte Ecke. Drobny kommt nicht mehr ran.

Fazit: Unter dem Strich ein glückliches Remis für die Fohlen, nicht nur wegen des späten Gegentreffers.

Der Star des Spiels: Zoltan Stieber hatte die beste Passquote des HSV-Angriffs und feuerte mit fünf die mit Abstand meisten Schüsse auf das Gladbacher Tor. Zudem mit dem Führungstreffer für den HSV.

Der Flop des Spiels: Ibrahima Traore holte sich schon nach acht Minuten eine blöde Gelbe Karte ab und hatte enorme Probleme, seine Seite mit Oscar Wendt dicht zu halten. Auch im Offensivspiel kein Faktor und das Sinnbild für die Gladbacher Schlampigkeit im Angriffsspiel. Leistete sich 13 Ballverluste und musste nach einer Stunde runter.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer legte eine sehr kleinliche Linie an den Tag und pfiff auf beiden Seiten den ein oder anderen guten Vorteil ab. Knifflige Situation zudem bei der Ecke vor dem Ausgleich, da eventuell Herrmann als letztes am Ball war.

Das fiel auf:

  • Der HSV fing sich nach einer nervösen Anfangsphase, zeigte eine Reaktion auf die Klatsche in München und spielte engagiert nach vorne. Die Viererkette stand hoch und kompakt, im Angriff agierten die Hanseaten teilweise mit einer Doppelspitze, da Müller sich immer wieder auf der Höhe der eigentlichen Sturmspitze aufhielt.
  • Den Gästen fiel es nach zwei guten Möglichkeiten in den ersten fünf Minuten schwer, Druck auf die HSV-Abwehr aufzubauen. Den Angriffen fehlte es an Tempo, wenn es dann mal zu einem Konter kam, leisteten sich die Fohlen zu viele Schlampigkeiten in Abspiel und Ballverarbeitung.
  • Wenn der HSV für Gefahr sorgte, dann ging es meistens über Gladbachs schwache linke Seite, wo sich Wendt und Traore immer wieder Stellungsfehler und Ballverluste erlaubten sowie zu große Lücken ließen. Generell lud die Borussia die Gastgeber mit leicht verschenkten Bällen immer wieder zu Umschaltsituationen ein.
  • Das Spiel von beiden Teams vor allem in der Offensive extrem fahrig, so dass Chancen auf beiden Seiten Mangelware waren. Während der HSV nach dem Führungstor nur noch auf Kontern bedacht war, intensivierten die Fohlen ihre Angriffsbemühungen mit den eingewechselten Raffael und Hazard.

Hamburg - Gladbach: Die Statistik zum Spiel

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