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1899 gewinnt wilden Schlagabtausch

Von Daniel Reimann
Freitag, 12.12.2014 | 22:25 Uhr
Eintracht Frankfurt hatte zuletzt drei Spiele in Serie gewonnen
© Getty
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In einem teils spektakulären Spiel schlug 1899 Hoffenheim die Frankfurter Eintracht mit 3:2 (1:0). Besonders im zweiten Durchgang ging es rauf und runter. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen für die TSG.

Vor 30.150 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena brachte Kevin Volland die TSG kurz vor der Pause mit 1:0 in Führung (44.). Zuvor musste Niklas Süle mit Verdacht auf eine schwere Knieverletzung ausgewechselt werden (9.).

Nach Wiederanpfiff traf Stefan Aigner per Volley zum Ausgleich (58.), ehe der eingewechselte Adam Szalai den alten Abstand wiederherstellte (66.). Als Hoffenheim auf die Entscheidung drängte, knipste Haris Seferovic zum 2:2 (76.).

Kurz vor Schluss entschied Roberto Firmino die Partie mit einem Abstauber (86.).

Hoffenheim macht damit nach nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen einen Schritt nach vorne. Frankfurt ereilt nach drei Siegen in Folge ein herber Rückschlag.

Reaktionen:

Markus Gisdol (Trainer 1899 Hoffenheim): "Man hat gesehen, warum wir vor Frankfurt gewarnt haben. Nach drei Siegen hat man der Mannschaft das Selbstvertrauen angemerkt. Es war ein äußerst intensives Spiel."

Thomas Schaaf (Eintracht Frankfurt): "Wir haben bei den Standards schlecht ausgesehen. Es war wieder knapp, und es war mehr drin. Aufgrund der vielen Fehler hatten wir den Sieg aber auch nicht verdient. Wir müssen nun sehen, dass wir es in den restlichen beiden Hinrunden-Spielen wieder besser machen."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Gisdol ändert die Startelf seiner Hoffenheimer im Vergleich zum vergangenen Spieltag auf zwei Positionen: Elyounoussi verdrängt Rudy auf die Bank und im Angriff darf Modeste für Schipplock ran.

Bei Frankfurt laufen zum vierten Mal in Folge dieselben 10 Feldspieler von Beginn an auf. Im Tor gibt es allerdings die erwartete Veränderung: Hildebrand spielt an Stelle des erkrankten Wiedwald. Trapp steht verletzungsbedingt nicht im Kader.

9.: Nach nur wenigen Minuten muss Gisdol seine Elf umbauen. Süle muss runter, das sieht nach einer schweren Verletzung am Knie aus. Strobl ersetzt ihn.

22.: Meier gewinnt sein Kopfballduell und setzt dadurch Seferovic in Szene, der sich gegen Beck behauptet und die Kugel an Baumann vorbeilegen will. Es kommt zum Zusammenprall zwischen Baumann und Seferovic, ein Foulspiel von Baumann liegt aber nicht vor.

36.: Firmino mit einem ganz starken Zuspiel in den Lauf von Alyounoussi, dessen Schuss jedoch streicht nur wenige Zentimeter am Tor der Hessen vorbei. Viel hat da wahrlich nicht gefehlt.

44., 1:0, Volland: Die Hoffenheimer kontern im eigenen Stadion - und zwar gnadenlos. Nach einem Ballverlust von Chandler schalten die Hausherren blitzschnell um. Schwegler passt auf Firmino, der kocht Hasebe im Zweikampf ab und spielt dann einen genialen Ball in die Tiefe. Volland geht an Hildebrand vorbei und trifft zur Führung.

58., 1:1, Aigner: Beck will am eigenen Strafraum klären, Hasebe geht aber dazwischen. Er schickt Oczipka, der bringt die Flanke von der linken Seite in die Mitte. Dort steht Aigner ziemlich frei, nimmt den Ball aus der Luft und trifft volley ins linke Eck.

61.: Die Hessen sind nun am Drücker, das Spiel hat sich komplett gedreht. Erst versucht es Chandler mit einem Schuss aus rund 25 Metern, der Ball aber knallt an den Pfosten. Wenig später setzt Aigner einen Kopfball nur knapp drüber.

64.: Nur wenige Minuten nach seiner Einwachslung steht Szalai erstmals im Mittelpunkt. Volland mit dem Ball auf den Ungarn, der dreht sich um die eigene Achse, scheitert aber dann an Hildebrand.

66., 2:1, Szalai: Beck bringt die Flanke von der rechten Seite, über Umwege gelangt der Ball zu Schwegler, der aus spitzem Winkel abzieht. Der Ball geht durch die Hosenträger von Hildebrand und von dort vor die Füße des Ungarn, der zur erneuten Führung einschiebt. Jedoch stand er bei Schweglers Schuss hauchdünn im Abseits.

72.: Erneut eine überragende Aktion von Firmino, der auf Elyounoussi durchsteckt, dieser aber scheitert erneut und schiebt den Ball am langen Pfosten vorbei.

76., 2:2, Seferovic: Verkehrte Welt! Langer Ball auf links raus, wo der eingewechselte Piazon in die Mitte flankt. Seferovic scheitert mit seinem ersten Versuch noch an Baumann, setzt aber energisch nach und bringt die Kugel schließlich aus spitzem Winkel im Tor unter.

83.: Russ setzt sich stark gegen mehrere TSG-Verteidiger durch und bedient Meier, dessen Schuss aus rund 16 Metern kann Baumann zur Ecke abwehren. Nach der anschließenden Ecke jagt Oczipka die Kugel haarscharf links vorbei.

86. 3:2, Firmino: Nach einer Ecke kommt Szalai aus kurzer Distanz frei zum Schuss, Hildebrand pariert mit einem richtig starken Reflex. Der Ball kommt aber erneut auf Szalai, der Ungar dieses Mal mit einem Absatztrick in die Mitte und dort grätscht Firmino die Kugel ins Tor.

90+1.: Die dicke Chance auf den Ausgleich, Kittel aber scheitert an Baumann, auch nach der folgenden Ecke wird es gefährlich, Russ aber scheitert ebenfalls an Baumann.

Fazit: Ein einseitiges Spiel in der ersten und ein vogelwildes Spiel in der zweiten Halbzeit. Insgesamt kam auch Frankfurt auf einige gute Chancen, weshalb ein Remis auch in Ordnung gewesen wäre. 1899 hätte die Partie jedoch früher entscheiden können.

Der Star des Spiels: Roberto Firmino. Der Brasilianer sprühte nur so vor Kreativität. Überragend, wie er sich vor dem 1:0 gegen Hasebe durchsetzte und Volland bediente. War Dreh- und Angelpunkt des Hoffenheimer Offensivspiels und hätte noch mehr Assists auf dem Konto, wenn Elyounoussis seine Chancen verwertet hätte. Bereitete insgesamt sechs Torschüsse vor und erzielte am Ende das goldene Siegtor.

Der Flop des Spiels: Takashi Inui. Das Gegenstück zum starken Aigner. Tauchte weitestgehend unter, anstatt Bälle zu fordern und das Spiel über links breit zu machen. Gewann fast keinen Zweikampf und war an keiner gefährlichen Szene beteiligt.

Der Schiedsrichter: Jochen Drees. Fand in einer harten Partie nicht immer eine klare Linie. Griff anfangs zu selten durch, zum Beispiel bei Schweglers gelbwürdigem Tritt gegen Aigner in der ersten Minute. Die Gelben Karten gegen Bamba waren wiederum nicht zwingend. Als Seferovic über Baumann fiel, wäre ein Elfmeterpfiff wohl überzogen gewesen (22.). In der zweiten Halbzeit auch nicht immer glücklich: Bei Szalais Tor roch es nach Abseits.

Das fiel auf:

  • Hoffenheim und Frankfurt lieferten sich eine außergewöhnlich intensive Partie. Schon im Mittelfeld wurde der Kampf um den Ball hart geführt, einige Fouls und wenig Spielfluss in der Anfangsphase waren die Folge.
  • Hoffenheim brachte Frankfurt im Spielaufbau durch frühes Pressing in die Bredouille. Mindestens drei Mann aus dem Offensiv-Quartett liefen den Ballführenden noch tief in der gegnerischen Hälfte an. Frankfurt griff deshalb oft zum harmlosen Stilmittel des langen Balls.
  • Die Eintracht brauchte bei Hoffenheimer Kontern sehr lange, um die Ordnung wieder zu finden. Besonders Hasebe war zu oft auf sich allein gestellt, möglicherweise war die Raute mit nur einer Sechs ein wenig mutig. Zwischen defensivem Mittelfeld und Viererkette klafften große Lücken, die vor allem Firmino zugute kamen.
  • Die Eintracht wurde meist dann gefährlich, wenn das Mittelfeld schnell überbrückt und die agilen Aigner oder Seferovic in Szene gesetzt wurden. Aigner wirbelte am Flügel, Seferovic ließ sich oft fallen und schaffte so Räume für den einrückenden Meier.
  • Auch nach der Pause boten sich Hoffenheim passable Räume, die vor allem Firmino mit genialen Pässen zu nutzen wusste. Frankfurt wiederum blieb bei schnellen Kontern über den rechten Flügel gefährlich und wurde durch Piazons Einwechslung variabler.

Hoffenheim - Eintracht Frankfurt: Die Statistik zum Spiel

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