wird geladen
Fussball

Schalke besiegelt Nürnberger Abstieg

Nürnberg wartet seit über 20 Jahren auf einen Sieg in Gelsenkirchen
© Getty

Der 1. FC Nürnberg ist zum achten Mal in seiner Vereinsgeschichte aus der Bundesliga abgestiegen. Der Club verlor am 34. Spieltag das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 mit 1:4 (0:2). Die Knappen sicherten sich durch den Sieg Platz drei und damit die direkte Qualifikation zur Champions League.

Vor 61.973 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena erzielte Joel Matip die frühe Führung für die Knappen (6.). Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Roman Neustädter auf 2:0 für S04. Julian Draxler traf zum 3:0 (75.). Josip Drmic markierte in der Schlussminute den Ehrentreffer für den Club, Sekunden später ließ der eingewechselte Chinedu Obasi den letzten Treffer der Partie folgen.

Für Schalke steht unter dem Strich die beste Rückrunde aller Zeiten und die dritte Qualifikation für die Königsklasse in Folge - das gelang dem Klub bislang noch nie.

Nürnberg, das seit September 1993 auf einen Sieg in Gelsenkirchen wartet, hält nach dem achten Abstieg aus der Bundesliga nun den alleinigen Rekord in dieser Kategorie.

Die Reaktionen:

Jens Keller (Trainer Schalke 04): "Ich möchte nicht groß über das Spiel reden, ich bedaure vor allem den Abstieg der Nürnberger, die einfach in die erste Liga gehören. Und ich möchte mich bei meinem Trainerteam bedanken. Es war nicht immer einfach in diesem Jahr, aber wir haben immer zusammengestanden."

Roger Prinzen (Interimstrainer 1. FC Nürnberg): "Wir sind wie so oft in dieser Saison durch einen Standardsituation in Rückstand geraten. Danach haben wir unsere Möglichkeiten gehabt, aber spätestens nach dem dritten Tor war es vorbei. Die Luft war raus."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Schalke nach dem Sieg in Freiburg ohne die gesperrten Santana und Huntelaar verzichten. Kolasinac spielt Linksverteidiger, Ayhan rückt nach innen. Im Sturm spielt Szalai.

Nürnberg muss nach dem 0:2 gegen Hannover auf die gelbgesperrten Chandler, Pinola und Plattenhardt aus der etatmäßigen Viererkette verzichten. Angha, Stark, Hlousek und Nilsson spielen diesmal hinten. Dazu rücken Hasebe, Feulner und Pachonik, der sein Startelfdebüt feiert, in die Startelf. Kiyotake sitzt nur draußen, Pekhart hat es nicht in den Kader geschafft. Im Tor ersetzt Rakovsky den an der Schulter verletzten Schäfer.

6., 1:0, Matip: Meyer chippt einen Eckball von links an den kurzen Pfosten. Matip gewinnt den Ringkampf mit Nilsson und köpft zu seinem dritten Saisontor ein.

26.: Angha sprintet nach vorne und setzt sich rechts gegen zwei Schalker durch. Sein Flankenversuch klatscht an den linken Innenpfosten. Fährmann wäre chancenlos gewesen.

27.: Hoogland legt auf Boateng ab, der mit Schnitt einen Aufsetzer in Richtung Rakovsky loslässt. Der Keeper klärt zur Ecke.

39.: Hoogland flankt aus dem rechten Halbfeld in die Mitte. Der Ball landet am Elfmeterpunkt bei Szalai, dessen Kopfball aber zu zentral gerät.

45., 2:0, Neustädter: Konter S04 über Meyer und Draxler, der die Seite wechselt und Goretzka rechts mitnimmt. Dessen zentraler Schussversuch landet abgefälscht bei Neustädter, der rechts im Strafraum abzieht und rechts unten einnetzt.

49.: Goretzka zieht ungestört von außen nach innen und hält mit links drauf - knapp drüber, guter Versuch.

51.: Katastrophaler Ballverlust von Hasebe im Vorwärtsgang. Meyer luchst ihm die Kugel ab, geht aufs Tor und ballert die Kugel mit links an den linken Pfosten.

52.: Drmic legt rechts raus zu Angha, der an der Strafraumkante sofort flach nach innen gibt. Frantz grätscht in den Ball und setzt ihn nur knapp rechts am Tor vorbei.

75., 3:0, Draxler: Draxler treibt den Ball durch die Zentrale, wackelt Stark aus und schießt mit links aus 20 Metern rechts unten ein.

79.: Kirchhoff steckt zu Boateng, der frei vor Rakovsky mit einem Flachschuss am heraus geeilten Keeper scheitert. Den Abpraller setzt er per Seitfallzieher links am leeren Tor vorbei.

82.: Boateng spielt Draxler gegen die aufgerückten Nürnberger rechts im Strafraum frei. Der Schalker schießt aber freistehend Rakovsky an.

90., 3:1, Drmic: Das letzte Bundesligator des Club für unbestimmte Zeit. Fährmann lässt eine Angha-Flanke zur Seite abprallen, Drmic schiebt ins leere Tor. 17. Saisontreffer des Schweizers.

90., 4:1, Obasi: Obasi dreht sich im Zentrum und haut aus 15 Metern drauf. Der Ball springt den den linken Pfosten, dann an Rakovskys Rücken und von dort ins Tor.

Fazit: Verdienter Sieg konzentrierter Schalker gegen schwache Nürnberger, die nach den Leistungen der letzten Wochen zu Recht den Gang in die Zweitklassigkeit antreten müssen.

Der Star des Spiels: Schalkes offensive Dreierreihe war stark, Leon Goretzka stach dort aber noch ein kleines bisschen hervor. Zog die meisten Sprints und intensiven Läufe an, war zweikampfstark (77 Prozent gewonnene Duelle), schoss mehrfach selbst aufs Tor und war an den besten Offensivaktionen beteiligt. Toller Auftritt nach seiner erstmaligen Nominierung für die Nationalelf.

Der Flop des Spiels: Hanno Balitsch lieferte eine sehr unscheinbare Partie ab. Hatte keine 20 Ballkontakte, spielte ein Drittel seiner Pässe zum Gegner und gewann nur 33 Prozent seiner direkten Duelle - im Existenzkampf deutlich zu wenig und sinnbildlich für den Auftritt der Clubberer.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer. Sicherer Leiter in einer fairen Partie. Den Faller von Angha, an den sich Schalkes Konter zum 2:0 anschloss, wertete er zu Recht nicht als Elfmeter. Dazu mit korrekten persönlichen Strafen und angenehmer Körpersprache.

Das fiel auf:

  • Beim Club war von einer Jetzt-erst-recht-Mentalität nichts zu sehen. Die Nürnberger versuchten es eine Viertelstunde lang im 4-2-3-1 und standen dabei extrem tief. Den Zugang in die Partie fanden sie aber auch nicht nach der durch die Einwechslung von Colak bedingten Umstellung auf das gewohnte 4-4-2. Der FCN kam nicht in die Zweikämpfe und gewann deshalb lange Zeit kaum mehr als 30 Prozent davon.
  • Nürnberg zudem im Aufbau mit enormen Problemen, das Spielfeld schnell zu überbrücken. Oft sprangen nur hohe Bälle auf Drmic heraus, die Schalke locker verteidigte. Dem Club fehlte ein ballfordernder Spieler, die Ideenlosigkeit war frappierend.
  • Schalkes Ballbesitzwerte pendelten sich aufgrund dieser Begebenheiten bei über 70 Prozent ein. Die Königsblauen zogen ihr Spiel über die Außen auf und damit Nürnbergs dicht gestaffelte Viererketten auseinander. Mit simpel und sauber gespielten Bällen brachte S04 die Gäste mehrfach in höchste Bedrängnis.
  • Der Club im zweiten Durchgang zumindest bemüht, ein stringentes Offensivspiel an den Tag zu legen und die Partie etwas offener zu gestalten. Die Prinzen-Elf schob weiter nach vorne, ging im vorderen Drittel aber zu wenig beherzt vor. Vieles basierte auf Zufall. Schalke schaffte es in der Regel, bei gegnerischem Ballbesitz zu doppeln und so die Nürnberger Ansätze bereits im Keim zu ersticken.

Schalke - Nürnberg: Die Statistik zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung