Der Lügenbaron macht in Berlin Station

SID
Samstag, 17.12.2011 | 20:26 Uhr
Markus Babbel und Michael Preetz sind bei der Hertha kein eingespieltes Team mehr
© spox
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Das Theater um Trainer Markus Babbel hat Hertha BSC endgültig ins Chaos gestürzt. Die Verantwortlichen des Aufsteigers aus Berlin haben sich nach dem 1:1 bei 1899 Hoffenheim gegenseitig der Lüge bezichtigt.

Die Vorwürfe von beiden Seiten waren derart heftig, dass es an ein Wunder grenzen würde, wenn Babbel am Mittwoch im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern noch auf der Trainerbank sitzen würde.

Der Coach erklärte, dass er dem Verein bereits Anfang November mitgeteilt habe, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Manager Michael Preetz betonte dagegen, dass er von Babbel erst am vergangenen Dienstag darüber informiert worden sei. Für Hertha-Präsident Werner Gegenbauer ist Babbel der Lügenbaron.

Gegenbauer steht zu Preetz

"Die Geschichte, die Babbel erzählt, ist nicht das, was Michael Preetz Stein auf Bein schwört. Demnach hat Markus Babbel Michael Preetz am Dienstagabend zum ersten Mal darüber informiert, dass er den Vertrag nicht verlängern will. Wir sollten uns nicht durch Baron-Münchhausen-Geschichten die Arbeit der letzten eineinhalb Jahren kaputt machen", sagte Gegenbauer.

Babbel beharrte jedoch auf seiner Version. "Jeder, der mich kennt, weiß: Wenn ich etwas sage, dann ist es auch so. Wenn jemand eine andere Meinung hat, dann hat er vielleicht nicht richtig zugehört", äußerte der gebürtige Münchner.

Der Konter von Preetz ließ nicht lange auf sich warten. "Ich habe nichts überhört, ich habe noch kein Problem mit den Ohren", sagte der Sportchef: "Das Ganze ist höchstärgerlich."

Schon während des Spiels war klar zu erkennen, dass das Tischtuch zwischen Preetz und Babbel endgültig zerschnitten ist. Obwohl beide auf der Ersatzbank dicht beisammen saßen, würdigten sie sich keines Blickes. Angesichts der verfahrenen Situation erscheint es undenkbar, dass Babbel im Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern noch im Amt sein wird.

Babbel glaubt nicht an Verbleib

Eine klare Aussage dazu ließ sich Preetz allerdings nicht entlocken. "Wir müssen darüber nachdenken, wie wir weiter verfahren", sagte der Manager.

Selbst Babbel scheint aber nicht daran zu glauben, dass er seine Schützlinge noch einmal betreuen darf. "Ich sehe die Jungs gern", antwortete der Coach vielsagend auf die Frage, ob er bei der Weihnachstfeier am Montag noch als Trainer zugegen sein werde: "Ich wäre sehr erfreut, wenn ich bis zum Schluss, bis zum Vertragsende, die Mannschaft begleiten kann. Das müssen schlussendlich die Verantwortlichen entscheiden. Ich werde es nicht beeinflussen können."

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Babbel schwieg sich darüber aus, warum er nicht über den Sommer hinaus in der Hauptstadt arbeiten wolle. Nach eigener Aussage wisse er auch noch nicht, wo er in der kommenden Saison anheuern werde.

Zwei Platzverweise in Hoffenheim

Zuvor hatten Babbels Schützlinge vor 25.500 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena durch den Treffer von Roman Hubnik in der Nachspielzeit (90.+1) einen Punkt geholt. Sejad Salihovic hatte die Gastgeber in Führung gebracht (21.). Beide Teams mussten zudem einen Rote Karte hinnehmen. Bei den Berlinern traf es Raffael (31.), bei Hoffenheim Isaac Vorsah (63.).

Wer Babbels Posten in Berlin übernimmt, ist nach Angaben von Preetz noch offen. "Das kann ich nicht bestätigen", sagte Preetz zu Medienberichten, wonach Michael Skibbe übernehmen soll.

Skibbe trainiert derzeit noch den türkischen Erstligisten Eskisehirspor. Letzte Station des 46 Jahre alten Skibbe in Deutschland war Eintracht Frankfurt. Bei den Hessen wurde er am 22. März dieses Jahres nach ausbleibenden Erfolgen entlassen.

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