Samstag, 17.12.2011

Hertha trennt sich von Babbel

Hertha-Chaos: Verwirrung um Skibbe

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll Michael Skibbe Markus Babbel schon im Januar als Hertha-Trainer beerben. Hertha-Manager Michael Preetz dementierte am Samstagnachmittag jedoch alle Gerüchte. Die Berliner spielen auf Zeit. In der Bundesliga erreichten sie am 17. Spieltag in letzter Sekunde ein 1:1 bei der TSG Hoffenheim.

Michael Skibbe wird nach übereinstimmenden Medienberichten neuer Trainer von Hertha BSC
© Getty
Michael Skibbe wird nach übereinstimmenden Medienberichten neuer Trainer von Hertha BSC

Das Spiel von Hertha BSC in Hoffenheim war zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde nur noch Nebensache. Einzig Markus Babbel, noch Trainer der Berliner, galt das Interesse vor dem Duell der beiden Teams aus dem Tabellenmittelfeld.

Der 39-Jährige soll noch in der Winterpause durch Michael Skibbe (46) ersetzt werden, berichteten "Bild" und "Sport1" unisono. Berlins Sportdirektor Michael Preetz habe mit dem ehemaligen Trainer von Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt längst verhandelt. Angeblich soll Skibbe noch vor Weihnachten offziell vorgestellt werden und am 1. Januar 2012 sein Amt antreten.

Dementi von allen Seiten

Mit den Gerüchten am Samstagnachmittag vor dem Spiel in Sinsheim konfrontiert, dementierte Preetz jedoch alle Neuigkeiten. So sei die Ablösung von Babbel keineswegs bereits beschlossene Sache.

"Wir werden in der Winterpause, spätestens bis zum Rückrundenauftakt am 21.Januar in Nürnberg, eine Entscheidung zu diesem Thema treffen. Dass jetzt spekuliert wird, ist so. Das können wir nicht verhindern", so Preetz gegenüber "Sky".

Mit der Personalie Skibbe wollte sich Preetz auch nicht beschäftigen: "Das kann ich nicht bestätigen. Vor drei oder vier Wochen hatten wir die Spekulation mit Mike Büskens von Greuther Fürth, dann hatten wir die Spekulation mit Franco Foda von Sturm Graz. Jetzt haben wir die Spekulation mit Michael Skibbe. Mein Statement dazu, und so halte ich es auch mit den ersten beiden: Wir werden es nicht kommentieren und wir werden es insofern auch nicht bestätigen. Wir werden die Winterpause abwarten."

Auch Skibbe äußerte sich am Samstag nach dem 1:0 seiner Mannschaft gegen Kayseri beim türkischen Sender "LigTV": "Das sind Dinge, die nicht in der Öffentlichkeit besprochen werden sollten. Ich werde nach dem letzten Hinrundenspiel gegen Mersin mit unserem Vorstand alles weitere besprechen. Ich fühle mich sehr wohl in Eskisehir, insbesondere weil die Mannschaft mir folgt."

Babbel verneinte vor dem Hertha-Spiel in Hoffenheim, dass Preetz ihm mitgeteilt habe, bereits im Pokalspiel in Kaiserslautern am Mittwoch nicht mehr auf der Bank zu sitzen. "Nein, dieses Gespräch hat nicht stattgefunden! Aber natürlich ist es gerade für die Mannschaft keine leichte Situation, weil unglaublich viel geschrieben und spekuliert wird."

Preetz und Babbel: Verhältnis zerrüttet

Längst ist das Vertrauensverhältnis zwischen Preetz und Babbel zerstört. Beide galten nach dem Bundesliga-Aufstieg der Berliner vor knapp einem halben Jahr noch als beste Freunde.

Preetz störte, dass Babbel, der die Berliner nach deren Bundesligaabstieg 2010 übernommen und binnen einer Saison zurück in die Erstklassigkeit geführt hatte, sein Angebot zur frühzeitigen Vertragsverlängerung nicht annehmen wollte.

Tatsächlich erzürnte Babbel mit seiner Hinhaltetaktik auch Teile der Berliner Fans. Zuletzt beim Heimspiel gegen Schalke 04 (1:2) gab es erstmals vereinzelte Unmutsäußerungen gegen den Trainer.

Babbel dagegen vermisste die volle Rückendeckung durch die Vereinsführung und hegte intern Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Preetz. Keine Basis für eine gesunde Zusammenarbeit.

Sieglos seit fünf Spielen

Preetz ist zum Handeln gezwungen, zumal ihm Babbel am vergangenen Dienstag eröffnet haben soll, nicht über die Saison hinaus in Berlin bleiben zu wollen. Erst ein paar Tage zuvor hatte der Trainer beteuert, sich erst über die Weihnachtsfeiertage entscheiden zu wollen.

Die Unruhe, die die Trainerdiskussion in den Verein gebracht hat, zeigte sich zuletzt auch auf dem Platz. Hertha BSC gewann keines der fünf Spiele vor dem Auftritt in Hoffenheim.

Zwar liegt das Team als Aufsteiger mit seinem Mittelfeldplatz und 19 Punkten nach 16 Spielen absolut im Soll, doch die Nervosität war nicht zu verleugnen.

Zum Klassenerhalt verdammt

Manager Michael Preetz ist zum Klassenerhalt verdammt. In der Saison 2009/2010 hatte er das Ruder von Dieter Hoeneß übernommen und stieg sogleich ab. Die folgende Zweitligasaison schlossen die Berliner auch dank eines finanziellen Kraftaktes, der ihnen kein zweites Mal gelingen dürfte, erfolgreich mit dem Aufstieg ab.

Hertha BSC muss in der Bundesliga bleiben, um den Verein bei einem Schuldenstand von annähernd 35 Millionen Euro vor ernsthaften Problemen zu bewahren.

Michael Skibbe im Steckbrief

SPOX

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