Bundesliga - 11. Spieltag

Kein Lamentieren: Klopp "wirklich zufrieden"

SID
Samstag, 29.10.2011 | 21:24 Uhr
So in etwa. Der deutsche Meister aus Dortmund ist nicht wirklich zufrieden mit dem Ergebnis
© Getty
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Der deutsche Meister Borussia Dortmund hat beim VfB Stuttgart nur 1:1 gespielt und Punkte auf Bayern München eingebüßt. Aber nach einem der besten Spiele dieser Saison sorgte nicht einmal der nicht gegebene Elfmeter nach einem Foul an Mario Götze für große Debatten.

Kein Klagen, kein Lamentieren, nur ein bisschen Unzufriedenheit. Der Sieg beim VfB Stuttgart glitt Borussia Dortmund zwar durch die Hände und der Abstand auf Bayern München wuchs, doch nicht einmal der nicht gegebene Elfmeter nach einem klaren Foul an Mario Götze brachte den deutschen Meister so richtig in Rage. "In solchen Situationen ist in der Geschichte des Fußballs schon sehr, sehr oft gepfiffen worden", sagte Trainer Jürgen Klopp nach dem 1:1 (1:1) und 90 aufregenden Minuten mit einem Lächeln.

Überhaupt hatte Klopp gute Laune nach einem der besten Spiele, das die Bundesliga in dieser Saison erlebt hat. Seine Elf hat die gute Form bestätigt, ist sozusagen in der Spur geblieben. Obwohl der BVB eine Reihe an Chancen ausließ und seinen Status als erster Jäger der Bayern verspielt hatte, resümierte der Coach: "Man horcht ja nach dem Spiel in sich hinein und diesmal muss ich sagen, dass ich wirklich zufrieden bin".

Seitenhieb für den Schiri

Einen Seitenhieb zum Umgang der Schiedsrichter mit Supertalent Götze konnte er sich aber doch nicht ganz verkneifen. Er werde ungerecht behandelt, so der Tenor seines Trainers. "Gegen Götze kannst du fast machen, was du willst", sagte Klopp. Zu wenige Situationen würden für den Nationalspieler entschieden, der Elfmeter bildete da nach seiner Ansicht keine Ausnahme. Götze selbst sagte dazu nichts.

Dagegen war zwar BVB-Boss Hans-Joachim Watzke etwas drastischer in seiner Wortwahl, doch auch seine Stimme bebte nicht, als er Schiedsrichter Manuel Gräfe kritisierte. "Er ist in meinen Augen einer der besten deutschen Schiedsrichter, aber heute war er eine Katastrophe. Das war ein unfassbar klarer Elfmeter", sagte Watzke.

"Ich bin nass geschwitzt"

Vielmehr war er ebenso angesteckt von der Leistung beider Teams. "Das war anstrengend und unheimlich intensiv. Ich bin nass geschwitzt, Kompliment an beide Mannschaften", sagte Watzke. Und trotz des Remis hatten auch die Spieler großen Spaß. "Das war das geilste Spiel bisher", sagte Neven Subotic, der selbst kurz vor Schluss das Siegtor hätte erzielen können.

Ebenso wie der wiedererstarkte Shinji Kagawa, der allein vor dem Tor versagte. "Ich persönlich muss den Treffer machen, das hat mich gewurmt. Diese Chance muss man nutzen", sagte er. Stattdessen blieb es bei den Treffern von Serdar Tasci (22.), der die gegentorlose Zeit des BVB nach 348 Minuten beendete, und dem Ausgleich von Lukasz Piszczek in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit.

Intensität, Leidenschaft und Siegeswille

Was aber Klopp außerdem positiv stimmte, war die Intensität, Leidenschaft und der Siegeswille, mit dem seine Spieler agierten. Manchmal übertrieben sie es fast schon. "Man muss nicht in der 87. Minute mit sechs Mann nach vorne", sagte der 44-Jährige und fügte an: "Es ist schön, dass wir immer gewinnen wollen, aber wenn wir verloren hätten, hätten wir uns in den Arsch gebissen".

Dem "Endspiel" in der Champions League am Dienstag gegen Olympiakos Piräus blickt Klopp durchaus mit Zuversicht entgegen. Es ist klar, dass der BVB gewinnen muss, um noch eine Chance auf das Weiterkommen zu haben. "Wir haben unsere Lehren aus den drei Spielen gezogen. Wir wissen, dass wir eigentlich draußen sind. Aber aus der Konstellation wollen wir die Gruppe noch mal spannend machen". Ob Sven Bender dann dabei sein kann, ist offen. Der Nationalspieler musste mit Fußproblemen zur Pause ausgewechselt werden.

Das schwere Los eines deutschen Meisters

Neben der Chancenauswertung muss gegen Piräus aber die Defensive besser werden, das deckte ein laut Klopp "brutal starker VfB" auf. Die Mannschaft von Bruno Labbadia unterstrich, warum der Platz in der Spitzengruppe der Bundesliga kein Zufall ist. "Fußballerisch war das in der ersten Halbzeit die beste Saisonleistung", sagte denn auch der VfB-Trainer ohne zu übertreiben.

Klopp entgegnete schmunzelnd: "Es freut mich total, dass die Mannschaften gegen uns immer so gut spielen". Das aber ist wohl das Los des deutschen Meisters.

Stuttgart - Dortmund: Daten zum Spiel

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