Fussball

Köln feiert, während Bayer Leverkusen tobt

SID
Das ging schief: Nach der Köln-Niederlage war der Meisterschafts-Traum endgültig ausgeträumt
© Getty

Der 1. FC Köln hat durch das 2:0 (0:0) im rheinischen Derby gegen Bayer Leverkusen eine großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht und Interimstrainer Volker Finke einen Einstand nach Maß beschert. Derweil ärgerte man sich auf Leverkusener Seite vor allem über Schiedsrichter Deniz Aytekin.

Lukas Podolski tobte mit Sohnemann Louis in den Stadion-Katakomben herum, derweil vollführte nur wenige Meter weiter Rudi Völler einen Veitstanz.

"Pfeif doch Frauenfußball! So ein Mist, jeden Mückenstich pfeift der, das ist unfassbar", echauffierte sich der Sportchef von Bayer Leverkusen nach der bitteren 0:2 (0:0)-Niederlage im Prestigederby beim rheinischen Rivalen 1. FC Köln über Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach).

Bayer-Ärger über Aytekin

Sekunden zuvor hatte Völler noch als erster Kölns Interimstrainer Volker Finke zu dessem gelungenen Comeback auf der Trainerbank gratuliert, ehe er seinen ganzen Frust am Referee ausließ. Aytekin wollte der frühere DFB-Teamchef die Niederlage aber vernünftigerweise nicht anlasten.

"Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und deshalb nichts geholt. Nun müssen wir am Samstag gegen Hamburg die fehlenden Punkte holen, um die Qualifikation für die Champions League perfekt zu machen. Dann können wir von einer guten Saison reden", sagte Völler, der sich für jedermann sichtbar maßlos über den vergebenen Matchball ärgerte, dann aber noch in aller Form Borussia Dortmund zur "verdienten" Meisterschaft gratulierte.

Während auf Bayer-Seite Tristesse herrschte, feierten die Kölner Fans ihre Lieblinge, als hätten diese gerade den Titel gewonnen.

Doppelpack von Novakovic

Nach zuvor drei deftigen Niederlagen und der Chaos-Woche mit dem Trainerwechsel von Publikumsliebling Frank Schaefer zum umstrittenen Volker Finke waren die Saisontreffer 15 und 16 von Torjäger Milivoje Novakovic (67. und 83.) zum ersten Heimsieg gegen die Werkself seit 14 Jahren Balsam auf die Wunden.

"Ich hoffe, dass nun wieder etwas Ruhe einkehrt, denn die Unruhe der letzten Tage hätte auch in die andere Richtung losgehen können. Nun müssen wir in Frankfurt den Klassenerhalt perfekt machen", sagte Podolski vor dem Gastspiel beim Drittletzten mit dem ehemaligen FC-Coach Christoph Daum auf der Bank.

Finke: "Als Einheit aufgetreten"

Doch damit wäre für den Nationalspieler die Saison noch lange nicht abgehakt. "Danach müssen wir den Laden nach vorne bringen. Wir müssen einen Schnitt machen, damit wir in der kommenden Saison nicht wieder um den Klassenerhalt bangen müssen", forderte er auch in Richtung von Sportdirektor Volker Finke, der als Übergangscoach zunächst aber nur das Minimalziel verfolgt.

"Wir sind noch nicht durch. Aber das war ein wichtiger Schritt. Mich hat vor allem gefreut, dass sich die Mannschaft sehr professionell präsentiert hat und als Einheit aufgetreten ist. Man muss im Profifußball keine elf Freunde haben, um erfolgreich zu sein", dozierte der studierte Pädagoge, der bei einem Abstieg auch als Sportchef am Dom kaum zu halten wäre.

"Wir wollen nächste Woche den Klassenerhalt klar machen, dann können unsere Fans im letzten Heimspiel doch noch ein Fest feiern", sagte Finke, bevor er sich liebevoll von Podolskis Filius' und seinen Spieler verabschiedete.

Köln - Leverkusen: Daten zum Spiel

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