Köln Letzter: Jetzt gibt's Feuer!

Von Daniel Börlein
Samstag, 13.11.2010 | 20:31 Uhr
Durch die Niederlage gegen Gladbach ist Köln auf den letzten Platz abgerutscht
© Getty
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Der 1. FC Köln wird im rheinischen Derby von Borussia Mönchengladbach abgeschossen und ist nun Tabellenletzter. Weil derzeit kaum Hoffnung auf Besserung in Aussicht ist, wird es nächste Woche ungemütlich werden in der Domstadt, vor allem für Manager Michael Meier. Der will allerdings kämpfen - und mit Trainer Frank Schaefer weitermachen.

Reaktionen:

Trainer Frank Schaefer (1. FC Köln): "Für mich persönlich ist es eine große Enttäuschung, so eine Niederlage einzustecken. Das hat aber nichts mit meiner Zukunft zu tun, sondern wirklich nur im Moment mit dem Spiel. Wir haben uns wirklich intensiv vorbereitet, deshalb trifft mich diese Niederlage sehr tief. Ich bin rund um die Uhr in diesem Klub und arbeite rund um die Uhr mit dieser Mannschaft und will das auch mit aller Kraft weiter tun."

Manager Michael Meier (1. FC Köln): "Man kann das in einem Satz zusammenfassen, in dem man sagt, dass man in einer schwierigen Situation kalt erwischt wurde. Wir haben das Verbleiben von Frank Schaefer nicht von dem Ergebnis am heutigen Tag abhängig gemacht, das haben wir bereits vorher bekanntgegeben."

Trainer Michael Frontzeck (Gladbach): "Köln gegen Gladbach sind immer ganz große Spiele mit viel Emotionen. Für mich als gebürtigen Gladbacher ist das ohne Wenn und Aber etwas Besonderes. Ich bin aber bei aller Rivalität weit davon entfernt, Häme aufkommen zu lassen."

Tobias Levels (Gladbach): "Wir haben eine lange Serie gehabt, wo wir nicht gewonnen haben, wo wir uns den Arsch abgearbeitet haben und nicht belohnt worden sind. Bei den Verhältnissen auf diesem Platz eine solche Leistung zu bringen und 4:0 in Köln zu gewinnen: Das brauch ich keinem Gladbacher zu sagen, wie geil das ist. Uns allen ist nicht nur ein Stein, sondern ein Riesenbrocken vom Herzen gefallen."

Analyse: Gladbach deklassiert Köln

Nachbetrachtung:

Nach dem Zwischenhoch mit Siegen gegen 1860 München (3:0 im Pokal) und den HSV (3:2) ist Köln wieder in der Realität und mittlerweile sogar am Tabellenende angekommen. Der Effekt des Trainerwechsels ist längst verpufft, unter Frank Schaefer präsentiert sich der FC nicht besser, als unter dessen Vorgänger Zvonimir Soldo.

Zwar fiel die 0:4-Derbypleite gegen Gladbach etwas zu hoch aus, dennoch muss die Frage erlaubt sein, was den Kölner Hoffnung machen soll, wenn man vor heimischen Publikum gegen einen Gegner verliert, der seit dem 2. Spieltag nicht mehr gewonnen hat und selbst völlig verunsichert ins Spiel ging.

Und weil es darauf derzeit keine schlüssige Antwort zu geben scheint, müssen sich die Verantwortlichen in Köln in den kommenden Tagen warm anziehen. Am Mittwoch steht die Jahreshauptversammlung an, auf der sich Mannschaft und Klubführung den Mitgliedern stellen müssen. Vor allem Manager Michael Meier wird sich dort auf heftige Kritik gefasst machen müssen. Nach wie vor fordert zumindest ein Teil der Anhänger Meiers Ablösung.

Aufgeben will der 60-Jährige allerdings nicht. "Ich persönlich mache weiter, weil man nicht beim ersten Gegenwind einknicken darf", sagt Meier. Auch eine Amtsmüdigkeit bei Präsident Wolfgang Overath könne er "zum jetzigen Zeitpunkt nicht sehen", so der FC-Manager, der versicherte, dass Coach Schaefer auch am nächsten Wochenende in Stuttgart auf der Bank sitzen wird. Ob Schaefer allerdings eine Zukunft als Cheftrainer hat, scheint derzeit mehr als offen.

Sein Gegenüber Michael Frontzeck hat sich durch den Sieg dagegen etwas Luft verschafft. Allerdings steht Gladbach noch immer auf einem Abstiegsplatz - und wird das Verletzungspech einfach nicht los. Gegen Köln verletzten sich die gerade erst wiedergenesenen Roel Brouwers (Oberschenkel) und Dante (Knie) erneut. Vor allem Letzteren schien es dabei schwerer erwischt zu haben. Frontzeck muss also wohl auch in den kommenden Wochen bei der Besetzung seiner Viererkette improvisieren.

Köln - Gladbach: Daten zum Spiel

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