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FC Bayern München: Wie ersetzt Niko Kovac Joshua Kimmich gegen Liverpool?

Von Dennis Melzer

Rafinha könnte sich mit seiner Kritik an Niko Kovac ins Aus manövriert haben, Joshua Kimmich fehlt im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Liverpool gesperrt. Welche Optionen hat der Trainer des FC Bayern München?

Die Augen von Rafinha blitzten, als er sich den Fragen der Reporter in der Mixed Zone der Münchner Allianz Arena stellte. Er hätte seinen Frust vermutlich in sich hineingefressen, wenn er nicht unter anderem von SPOX und Goal auf seine abermalige Nichtberücksichtigung gegen Hertha BSC angesprochen worden wäre.

Immerhin wäre Spielpraxis mit Hinblick auf einen Einsatz im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen den FC Liverpool elementar. Der Brasilianer ist nominell der einzige Ersatz, der sich aufgrund der Gelbsperre für Münchens etatmäßigen Rechtsverteidiger Joshua Kimmich anbietet. Ein etwaiger Vertreter, der vor allem in der Rückrunde kaum zum Zuge kommt.

Rafinha: "Wenn du keine Minuten bekommst, ist es schwer"

"Wenn du keine Minuten bekommst, ist es schwer, sich darauf vorzubereiten", antwortete Rafinha gereizt. Er wisse nicht, warum Trainer Niko Kovac aktuell nicht auf ihn setzt, aber gegen Berlin "hätte ich zum Beispiel ein paar Minuten spielen können", schob er nach. Tatsächlich drängt sich rund zwei Wochen vor dem bis dato wohl wichtigsten Spiel des noch jungen Jahres für den FC Bayern die Frage auf, welchen personellen Plan Kovac verfolgt.

Gibt er Rafinha in den kommenden beiden Bundesliga-Spielen die Chance, sich zu beweisen? Wirft er den 33-Jährigen gegen die starken Engländer ins kalte Wasser? Oder hat sich der routinierte Außenverteidiger mit seiner Kritik am Coach womöglich gänzlich ins Aus manövriert?

Bislang hat Kovac noch kein öffentliches Statement zu Rafinhas Spitzen in seine Richtung abgegeben, begeistert dürfte der Kroate, der viel Wert auf "absolute Disziplin" legt, wie er zuletzt noch erklärte, sicherlich nicht gewesen sein. Einzig Sportdirektor Hasan Salihamidzic ging wenige Augenblicke nachdem Rafinha sich öffentlich beschwert hatte auf die Unmutsbekundungen ein, zeigte sich nach außen verständnisvoll, machte aber gleichzeitig klar: "In einer solchen Phase muss man mal den Mund abputzen und gut trainieren."

Doch wie sähe eine Bayern-Elf gegen die Reds aus, sollte Kovac - aus welchem Grund auch immer - tatsächlich nicht auf Rafinha bauen? SPOX und Goal zeigen verschiedenen Möglichkeiten auf.

  • Serge Gnabry als hochstehender Außenverteidiger in einem 5-1-3-1-System

Bereits während der US-Tour im Sommer testete Kovac Neuzugang Serge Gnabry als Rechtsverteidiger. Eine Position, die für den pfeilschnellen Flügelspieler nicht vollkommen neu war. Denn: Auch bei seinem Ex-Verein Hoffenheim agierte der 23-Jährige in der vergangenen Saison zeitweise in der Fünferkette als rechter sowie linker Verteidiger. Hieße im Falle der Bayern, dass die Innenverteidigung aus Niklas Süle, Jerome Boateng und Mats Hummels bestehen würde, David Alaba und eben Gnabry die Außenbahnen beackern würden. Im Hinspiel an der Anfield Road wusste Gnabry zudem mit seiner Defensivleistung zu gefallen. Im Anschluss an das torlose Remis ließ sich selbst Liverpool-Trainer Jürgen Klopp zu einem Extralob für den gebürtigen Stuttgarter hinreißen: "Ich habe Gnabry noch nie so gut verteidigen sehen."

  • Jerome Boateng aus der Innenverteidigung nach rechts

Eine weitere Option wäre, Boateng aus der Zentrale auf die defensive Außenbahn zu berufen. Längst nicht mit dem großen Offensivdrang wie beispielsweise Kimmich ausgestattet, könnte der nominelle Innenverteidiger für Stabilität sorgen. Der 30-Jähriger ist mit der Position durchaus vertraut. Während seiner Karriere bestritt Boateng 48-Klub-Pflichtpartien sowie 24 Länderspiele als Rechtsverteidiger. Sein letzter Einsatz für den deutschen Rekordmeister rechts in der Viererkette liegt allerdings schon satte sieben Jahre zurück.

  • Das unwahrscheinliche Goretzka-Projekt

Kovac ließ Leon Goretzka in dieser Saison testweise als Linksverteidiger auflaufen. Das Projekt wurde allerdings schon nach 45 Minuten für beendet erklärt, weil der ehemalige Schalker im Heimspiel gegen den FC Augsburg als Alaba-Ersatz nicht überzeugte. Die Chancen, dass der gelernte Mittelfeldmann im Duell mit Liverpool als Kimmich- beziehungsweise Rafinha-Alternative in Betracht gezogen wird, sind daher enorm gering.

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