Beobachter Frings startet Mission Impossible

SID
Dienstag, 03.01.2017 | 16:16 Uhr
Torsten Frings beginnt seine erste Station als Cheftrainer
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Torsten Frings war völlig in sich gekehrt, als er mit einiger Verzögerung endlich seine "Mission Impossible" starten durfte. Seelenruhig beobachtete der neue Chefcoach von Darmstadt 98 um 15.34 Uhr den Trainingsauftakt des Bundesliga-Schlusslichts.

Aber der 40-Jährige hatte schließlich auch genügend Zeit, sich auf den besonderen Moment vorzubereiten. Bereits um 14.44 Uhr hatte er mit seinem Trainerteam die ersten Übungsstangen aufgestellt, wegen des Laktattests seiner Schützlinge zog er sich dann aber noch einmal in den Kabinentrakt zurück. Als es dann endlich losging, spendeten die Trainingskiebitze aufmunternden Applaus.

Unterstützung kann Frings durchaus gebrauchen, denn die Aufgabe, die ihm der am 5. Dezember entlassene und am Dienstag in Kaiserslautern vorgestellte Vorgänger Norbert Meier hinterlässt, ist gewaltig. Platz 18 und acht Zähler Rückstand auf das rettende Ufer sind nicht gerade das, was man sich als Trainernovize im harten Bundesliga-Business zum Einstand wünscht.

Frings begann seine knifflige Rettungsaktion am Dienstag aber (vielleicht auch deshalb) voller Tatendrang - nur als Retter will der Vize-Europameister von 2008 aber nicht gesehen werden.

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"Mir war wichtig, dass man perspektivisch denkt und ich nicht nur als Feuerwehrmann geholt wurde, sondern um zu helfen, etwas aufzubauen", hatte Frings, der bei den Lilien einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018 unterzeichnet hatte, bereits bei seiner offiziellen Vorstellung am 29. Dezember geäußert.

"Sind kein Rettungsfall"

Das Neue aufbauen will Frings dabei mit bewährten Lilien-Tugenden: Kampf, Leidenschaft, Hingabe. "Wenn jeder sein Herz auf den Platz schmeißt, dann können wir das schaffen, woran in Deutschland nur noch unsere Fans glauben", sagte Frings. Und um das zu bewirken, will er einen ganz engen Draht zu seinen Schützlingen aufbauen.

"Ich möchte ein Trainer sein, der sehr nahe an der Mannschaft ist. Wenn die Spieler dem Trainer vertrauen, dann gehen sie für ihn durchs Feuer", äußerte der Vater zweier Töchter, der erst nach der Absage des Wunschkandidaten Holger Stanislawski in den Fokus der Verantwortlichen gerückt war. Von einem Makel der zweiten Wahl wollen aber weder Frings noch Vereinspräsident Rüdiger Fritsch etwas wissen, der Blick richtet sich nur nach vorne.

"Wir sind kein Rettungsfall, wir sind auf dem Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Es geht darum, unseren Traum weiterzuleben - eine dritte Saison in der Bundesliga", sagte Fritsch, und Frings ergänzte: "Alle wissen um die Schwere der Aufgabe. Aber wir haben den Mut, das anzupacken." Der Anfang wurde am Dienstag gemacht.

Torsten Frings im Steckbrief

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