Jetzt ist Ancelotti in der Pflicht

Montag, 23.01.2017 | 20:30 Uhr
Joshua Kimmich und Renato Sanches wollen raus aus Vidals Schatten
Advertisement
NFL
Sa21.01.
US-Kommentar gesucht? DAZN lässt dir die Wahl!
Club Friendlies
FC St. Pauli -
VfL Bochum 1848
Ligue 1
Amiens -
Montpellier
Ligue 1
Angers -
Troyes
Ligue 1
Guingamp -
Lyon
Ligue 1
Lille -
Rennes
Ligue 1
Metz -
St. Etienne
Ligue 1
Toulouse -
Nantes
Copa del Rey
DAZN-Konferenz: Copa del Rey
Copa del Rey
Atletico Madrid -
FC Sevilla
Copa del Rey
Valencia -
Alaves
Ligue 1
PSG -
Dijon
Copa del Rey
Espanyol -
FC Barcelona
Indian Super League
Mumbai City -
Bengaluru
Copa del Rey
Leganes -
Real Madrid
Primeira Liga
Setubal -
Sporting
Ligue 1
Caen -
Marseille
Championship
Derby County -
Bristol City
Primera División
Getafe -
Bilbao
Primeira Liga
FC Porto -
Tondela
Primera División
Espanyol -
FC Sevilla
Premier League
Brighton -
Chelsea
Championship
Aston Villa -
Barnsley
Primera División
Atletico Madrid -
Girona
Ligue 1
Nantes -
Bordeaux
Premier League
Man City -
Newcastle
Primera División
Villarreal -
Levante
Championship
Sheffield Wed -
Cardiff
Ligue 1
Amiens -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Toulouse
Ligue 1
Rennes -
Angers
Ligue 1
Straßburg -
Dijon
Ligue 1
Troyes -
Lille
Premier League
Arsenal -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Las Palmas -
Valencia
Premier League
West Ham -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Man United (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Watford (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Bromwich (DELAYED)
A-League
Melbourne City -
Adelaide Utd
Primera División
Alaves -
Leganes
Serie A
Atalanta -
Neapel
Eredivisie
Ajax -
Feyenoord
Ligue 1
Nizza -
St. Etienne
Serie A
Bologna -
Benevento
Serie A
Lazio -
Chievo Verona
Serie A
Hellas Verona -
Crotone
Serie A
Sampdoria -
Florenz
Serie A
Udinese -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
FC Turin
Primera División
Real Madrid -
La Coruna
Eredivisie
Heracles -
PSV
Ligue 1
Monaco -
Metz
Premier League
Southampton -
Tottenham
First Division A
Genk -
Anderlecht
Serie A
Cagliari -
AC Mailand
Primera División
Real Sociedad -
Celta Vigo
Primera División
Real Betis -
FC Barcelona
Serie A
Inter Mailand -
AS Rom
Ligue 1
Lyon -
PSG
Serie A
Juventus -
CFC Genua
Premier League
Swansea -
Liverpool
Primera División
Eibar -
Malaga
Coupe de France
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
Saint-Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)

Der FC Bayern muss neben Jerome Boateng und Thiago vorerst auch auf Arturo Vidal verzichten. Die unnötige Verletzung des Chilenen richtet den Scheinwerfer auf Carlo Ancelotti. Der kommt nun nicht mehr drum herum, auch anderen Verantwortung und vor allem Vertrauen zu schenken.

Die Nebengeräusche werden etwas lauter rund um die Säbener Straße. Das Gemurmel über die in dieser Spielzeit noch nicht sehr attraktive Spielweise des Rekordmeisters wurde nach dem knappen 2:1-Erfolg in Freiburg glatt wieder aufgenommen. Und obendrein schreien Carlo Ancelottis Personalentscheidungen für manchen Fan nach einer zünftigen Reiberei.

Zumindest Letzteres hätte sich der Mister in dieser Woche ersparen können. Musste Arturo Vidal, der wegen einer Rippenprellung die komplette Woche nicht hatte trainieren können, im verfrorenen Breisgau wirklich von Anfang an spielen? Ja, entschied der Italiener. Nein, sagen viele - unter anderem Vidal selbst, der nach 55 Minuten unter Schmerzen ausgewechselt wurde.

"Ich musste wegen meiner Beschwerden raus, ich fühle mich schlecht und habe starke Schmerzen an der Rippe. Jetzt werde ich pausieren müssen, denn so kann ich nicht spielen", sagte der Chilene zu Wochenbeginn der tz: "Ich war ohnehin schon eine Woche nicht im Training, jetzt dürften es aber mindestens zwei, drei Wochen Pause sein."

Der mediale Aufschrei hielt sich am Montag noch in Grenzen. Stellt man sich vor, zu diesem Szenario wäre es unter Pep Guardiola gekommen - nach dessen Privat-Fehde mit Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt wären die Reaktionen sicher ganz andere gewesen.

Und jetzt Kimmich?

Die Bayern relativierten am Montagnachmittag auf ihrer Homepage doch recht deutlich: "Vidal wird auch in den nächsten Tagen etwas kürzer treten und von der medizinischen Abteilung des FCB behandelt werden. Über die Rückkehr ins Mannschaftstraining wird von Tag zu Tag in Absprache zwischen Trainer und Ärzten entschieden. Ein Einsatz am kommenden Wochenende gegen Werder Bremen ist noch offen, im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 am 4. Februar wird Vidal auf jeden Fall wieder an Bord sein", hieß es dort.

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf DAZN. Hol Dir jetzt Deinen Gratismonat

Nichtsdestotrotz lenkt Vidals vorübergehender Ausfall den Fokus nun unausweichlich auf eine Thematik, die sich in den letzten Monaten ohnehin schon mehr als nur unterschwellig aufdrängte: Ancelotti und Joshua Kimmich.

Der Trainer kam in der Vorrunde immer wieder drum herum, Kimmich in seinem System Verantwortung zu schenken. Zwar brachte es der Youngster immerhin auf 711 Spielminuten in der Bundesliga, was im Schnitt etwa 42 pro Spiel sind. Jedoch absolvierte Kimmich nicht einmal 450 derer auf seiner bevorzugten Position im zentralen Mittelfeld. Immer wieder musste der Nationalspieler rechts hinten ran oder war sogar mal wieder eine Notlösung für die Innenverteidigung. Die erste Saisonhälfte stand für ihn nicht unbedingt im Zeichen der Kontinuität.

Daten-Vergleich: Kimmich vs. Vidal in der Bundesliga-Hinrunde 2016/17

Ancelotti: jung = riskant?

Genau die ist für Kimmich, dessen nächster Schritt es ist, endgültig in die internationale Klasse aufzusteigen, zum jetzigen Zeitpunkt seiner Karriere aber extrem wichtig. Die jüngste Tendenz richtete sich jedoch in die entgegengesetzte Richtung: In den vergangenen fünf Pflichtspielen kam er zusammen gerade mal auf 68 Minuten Spielzeit.

Ancelottis Aufstellungen lassen den Schluss zu, dass der Trainer es als Risiko versteht, die jungen Kimmich und Renato Sanches anstelle der erfahrenen Vidal und Xabi Alonso aufzubieten. Dabei wurde gerade Kimmich von vielen Seiten seine - für sein Alter beispiellose - Qualität im Zentrum wie auf der Außenbahn bereits mehrfach attestiert. Zu Recht.

Auch in der Nationalmannschaft ist Kimmich seit Sommer über alle Zweifel erhaben, vor dem Beginn der Ära Ancelotti war er das unter Pep Guardiola eigentlich auch schon beim FC Bayern. Vom neuen Trainer wird er bis dato aber eher stiefmütterlich behandelt.

Interne Uneinigkeit

An Kimmichs Leistungen kann die verhaltene Berücksichtigung eigentlich nicht liegen. Das bestätigt auch seine Statistik im Vergleich mit Arturo Vidal. In Sachen Passquote (86,2 Prozent bei Kimmich, 89,2 bei Vidal) geben sich die beiden fast nichts. Beim Zweikampfwert hat sogar Kimmich leicht die Nase vorn (59,2 zu 53 Prozent). Auch Nebenmann Alonso ist längst nicht mehr fehlerfrei. Warum sollte Kimmich nicht an seiner Stelle spielen?

Sicher fehlen ihm in einigen Situationen noch die Abgebrühtheit, Ruhe und Durchsetzungskraft der älteren Kollegen, spielerisch und vor allem in Sachen Offensivdrang ist der 21-Jährige aber schon außergewöhnlich gut für sein Alter.

Vielmehr könnte das Problem aktuell aber sein, dass intern Uneinigkeit über Kimmichs künftige Position herrscht. Vor einigen Monaten erklärte Hermann Gerland doch sehr entschlossen, Kimmich komme wohl die Rolle des Lahm-Nachfolgers zu. Ganz exklusiv hatte er die Meinung im FCB-Trainerstab sicher nicht, sonst hätte Ancelottis Co wohl kaum so klare Worte gewählt.

Das Problem: Kimmich sieht seine Zukunft nach wie vor im Mittelfeldzentrum.

Zu jung gibt's nicht

Genau da wird er in den kommenden Wochen auch mehr Verantwortung und somit auch Vertrauen von Ancelotti erhalten müssen. Gleiches gilt für Sanches, der im Reifeprozess sicher noch hinter Kimmich steckt, natürlich aber auch geholt wurde, um langfristig Bestandteil des Zentrums zu werden und in die Weltklasse aufzusteigen.

Die beiden Jungspunde bringen schließlich die Eigenschaften mit, die dem Bayern-Spiel gerade abgehen: Kimmich deckt den spielerischen und offensiveren Bedarf, Sanches den physischen, sollten mal eher die klassischen Vidal-Werte gebraucht werden. Beide können im sich etablierten 4-2-3-1-System neben Alonso auf der Sechs agieren. Solange Thiago fehlt, ist Müller der erste Kandidat für die Zehn.

Vidal und Alonso werden in den wichtigen Spielen wohl auch weiterhin gesetzt sein. Ihre Klasse ist unbestritten, nicht selten hat vor allem Vidal in großen Duellen jüngst den Unterschied gemacht. Es wäre aber das falsche Signal, in den kommenden Ligaspielen gegen Werder, Schalke und Ingolstadt, die Vidal problemlos zur vollständigen Regeneration nutzen könnte, Lahm wieder ins Mittelfeld zu ziehen und auch Rafinha der designierten Zukunft vorzuziehen.

So viel Zutrauen muss Ancelotti in zwei Nationalspieler des FC Bayern einfach haben - und wenn sie noch so jung sind.

Alles zum FC Bayern

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung