Mittwoch, 16.11.2016

Streit um Trikotzüge nimmt absurde Züge an

DFB und DFL fordern Glücksspiel-Reform

Der Streit um die Trikot-Werbung von Sportwetten-Anbietern nimmt immer absurdere Züge an. Nachdem zwei Verbände erneut Anträge von Amateur-Klubs abgewiesen hatten, für einen Sportwetten-Anbieter werben zu dürfen, reagieren DFB, DFL und DOSB nun mit einem gemeinsamen Brief an die Länder. Darin forndern die drei institutionen eine Reform des Glücksspiel-Staatsvertrags.

Im Profi-Fußball wird Trikotwerbung von Sportwettenanbietern bis zur gesetzlichen Klärung des Themas erlaubt, im Amateur-Bereich dagegen nicht. Diese Regelung führt dazu, dass die zweite Mannschaft von Hertha BSC, das in der Bundesliga für "betathome" wirbt, in der Regionalliga mit anderen Trikots auflaufen muss. Auch im Saarland wurde gerade erst ein weiterer Antrag eines Landesligisten abgelehnt.

Der Amateur-Sport, der von der stattlichen ODS-Wette gefördert wird, hat dadurch große Nachteile. Während die Profi-Klubs aus dem gesteigerten Umsatz in der Wettbranche profitieren, gucken die kleineren Teams in die Röhre. Der Brief von DFB, DFL und DOSB soll nun die Länder dazu bringen, den Vorschlag Hessens anzunehmen. Die Kernpunkte: Keine willkürliche Begrenzung auf 20 Konzessionen für Wettanbieter, der Aufbau einer Aufsichtsbehörde für das Glücksspiel und eine monatliche Verlustgrenze zum Schutz von Spielsucht.

SPOX

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