Robben und Lewandowski verletzt

Quer durch die Stadt

Mittwoch, 29.04.2015 | 21:25 Uhr
Arjen Robben nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung gegen Borussia Dortmund
© getty
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Der FC Bayern hat mit Arjen Robben und Robert Lewandowski zwei weitere Verletzte zu beklagen. Der plötzliche Abschied des ehemaligen Mannschaftsarztes Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt bekommt damit eine weitere Pointe.

Ein Spiel für die Geschichtsbücher war das Duell zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund am Dienstagabend auf jeden Fall. Viele kleine und große Anekdoten werden diese Partie für alle Zeiten begleiten.

Auch Arjen Robben hat seinen Platz in dieser Geschichte. Und die geht so.

Um 20.12 Uhr kommt der Niederländer rund zehn Minuten nach seinen Kollegen zum Aufwärmen auf den Platz. Er wird vom Stadionsprecher extra angekündigt, die Stimmung im Stadion kocht erstmals hoch. Um 21.59 Uhr wird Robben zur Bank gerufen, um 22.01 Uhr betritt er den Platz.

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Der Superstar ist zurück, 37 Tage nach seiner Bauchmuskelverletzung gegen Borussia Mönchengladbach. Es ist ein weiterer emotionaler Schub, der durch die Arena geht, so laut war es bisher nur beim Tor. Aber das Spiel bekommt einen Bruch. Und nur 16 Minuten nach seiner Einwechslung verschwindet Robben auch schon wieder durch die Rasenklappe in den Katakomben des Stadions.

"Schlimmer geht's nimmer"

Bevor der FC Bayern am Dienstag die Diagnose veröffentlichte, schickte der Klub einen Tweet voraus: "Achtung Bayern-Fans, bitte hinsetzen." Es war die Ankündigung für schlechte Nachrichten, denn neben Robben hatte es auch Robert Lewandowski erwischt.

Robben erlitt einen Muskelbündelriss in der linken Wade, für ihn ist die Saison vorbei. Lewandowski zog sich einen Bruch des Oberkiefers sowie des Nasenbeins zu und erlitt eine Gehirnerschütterung. "Schlimmer geht's nimmer", schloss Mediendirektor Markus Hörwick die Tweets.

Schon kurz nach Spielende waren sich - bei all der Polemik und den verschiedenen Erklärungsansätzen für den Spielverlauf - die bayerischen Protagonisten einig: mindestens ebenso bitter wie das Ausscheiden sind die neuerlichen Verletzungsprobleme.

Müller-Wohlfahrt bleibt omnipräsent

Vor einer Woche hatte sich Holger Badstuber gegen den FC Porto einen Muskelriss im Oberschenkel zugezogen. Neben Robben und Lewandowski füllt er ebenso das Lazarett wie David Alaba (Innenbandriss im Knie) und Franck Ribery (Sprunggelenksprobleme).

Für den FC Bayern kommt die Flut an schweren Verletzungen in dieser Phase der Saison natürlich zur Unzeit. Sie passt aber auch doppelt nicht ins Konzept, weil nach dem Rücktritt des ehemaligen Mannschaftsarztes Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt die medizinische Abteilung deutlich mehr in den Fokus gerückt ist.

Obwohl der 72-Jährige sein Amt beim Klub niedergelegt hat und seine Vertrauten gleich mitgenommen hat, waren sowohl Lewandowski als auch Robben bei ihm zur Untersuchung. Auch die Diagnose bei Badstuber stellte Müller-Wohlfahrt.

Trainer Pep Guardiola hat erst kürzlich gesagt, ihm sei es egal, bei wem sich die Spieler behandeln ließen. Ihm gehe es nur darum, dass sie so schnell wie möglich wieder zur Verfügung stünden. Am besten natürlich vor der veranschlagten Regenerationszeit.

Lewandowski gegen Barca dabei

Bei Lewandowski besteht für die Spiele gegen Barcelona im Champions-League-Halbfinale noch Hoffnung.

"Das wird so sein, dass er am nächsten Mittwoch, davon bin ich ziemlich felsenfest überzeugt, auf dem Platz stehen kann", sagte Karl-Heinz Rummenigge dem Radiosender B5 aktuell. "Ihm wird eine Maske angepasst und damit sollte auch gewährleistet sein, dass er gegen Barcelona spielen kann."

Auch Ribery soll im Camp Nou dabei sein. "Bei Franck Ribery hoffen wir, dass er nächsten Mittwoch zumindest im Kader stehen kann. Die Mediziner arbeiten Tag und Nacht, dass das möglich ist", erklärte Rummenigge.

Robbens besondere Beziehung zum Doc

Sicher bleibt der Ausfall von Robben. Der für Rummenigge "beste Feldspieler der Welt" ist in Sachen Verletzungsgeschichte ja ein Spezialfall. In den letzten Jahren und Monaten schien sich der "Mann aus Glas", wie er in England aufgrund seiner vielen Verletzungen während seiner Zeit bei Chelsea genannt wurde, stabilisiert zu haben. Zwar zwickte es ab und zu immer noch, aber er war kaum länger verletzt und beeindruckte mit seiner Athletik.

Mit seiner herausragenden Form trug er die Bayern fast im Alleingang durch schwierige Wochen in der Bundesliga. Mit 31 schien er so gut zu sein, wie noch nie in seiner Karriere.

Entscheidenden Anteil an seiner körperlichen Verfassung, und daraus machte der Angreifer nie einen Hehl, hatte Müller-Wohlfahrt, für Robben der "beste Arzt der Welt". Wertschätzung, die auf Gegenseitigkeit beruhte. "Arjen ist vergleichbar mit einem Formel-1-Motor. Es muss alles stimmen. Arjen will vor jedem Spiel untersucht werden. Und wenn er dann das OK kriegt, dann startet er durch", sagte der Arzt vor einiger Zeit bei Sky.

Nächste Pointe im Zwist

Auch Dienstag war Robben heiß, es war ihm bei jeder Bewegung anzumerken, dass er wieder durchstarten und sich rechtzeitig vor den Duellen mit Barca Spielpraxis holen wollte. Doch die Rückkehr endete mit einem Schock.

Es passt auch ins Bild, dieser Münchner Seuchensaison, dass sich Robben in seinem ersten Spiel ohne seine Bezugsperson Müller-Wohlfahrt an der Seitenlinie verletzte. Und es ist eine weitere Pointe dieses noch immer recht undurchsichtigen Zwists des FC Bayern mit Müller-Wohlfahrt, dass Robbens Vertrauensarzt die Erstversorgung nicht sofort vornehmen konnte.

Guardiola hatte immer bemängelt, dass die Spieler vom Trainingsgelände durch die halbe Stadt fahren mussten, um vom Doc behandelt zu werden. Ausgerechnet jetzt musste Robben wieder durch die halbe Stadt fahren, um sich in die Hände von Müller-Wohlfahrt zu begeben.

Es wird weiter spannend bleiben, wie die Bayern dieses noch lange nicht gelöst Problem weiter managen und wie die von Rummenigge angekündigte Lösung im Fall Müller-Wohlfahrt am Ende aussehen wird.

Arjen Robben im Steckbrief

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