Dienstag, 23.12.2014

Sportchef will an Bremer Jugendstil festhalten

Eichin: "Viele Ideen sind aufgegangen"

Werder Bremens Sportchef Thomas Eichin stärkt die Jugendpolitik des Teams, gleichzeitig müsse die Mischung in der Mannschaft stimmen. Der 48-Jährige verteidigte darüber hinaus die Transferpolitik und will von einem Qualitätsproblem nichts hören. Im Abstiegskampf setzt er auf die Bremer Gelassenheit - und glaubt an Überraschungen.

Thomas Eichin sieht den SV Werder auf dem richtigen Weg
© getty
Thomas Eichin sieht den SV Werder auf dem richtigen Weg

Vom "Weserkurier" darauf angesprochen, ob das geringe Durchschnittsalter der Bremer Mannschaft im Abstiegskampf ein Nachteil sein könnte, mahnte Eichin: "Diese Haltung in Bremen macht mich ab und zu ein bisschen ungehalten: Man fordert, dass wir unsere Nachwuchsspieler einbauen sollen - und gleichzeitig moniert man, dass ein erfahrener Spieler auch mal auf der Tribüne sitzt. Alles geht nicht. Wir können nicht zaubern."

Das oft thematisierte Qualitätsproblem sieht er ebenfalls nicht. "Wenn es stimmen würde, dann hätten neun Mannschaften in der Bundesliga ein Qualitätsproblem. Denn wir haben 17 Punkte, der Tabellenzehnte hat 19 Punkte." Dementsprechend wehrte er sich gegen die Kritik an den Neuzugängen: "Bis auf Obraniak, der nicht die Rolle spielt, die wir uns vorstellen, bin ich megazufrieden mit unseren Transfers. Viele unserer Ideen sind aufgegangen."

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Die Mischung macht's

Die jüngste Bremer Idee wurde mit der Ausleihe von Bayer Leverkusens Levin Öztunali realisiert, für Eichin der richtige Weg, um aus Leihgeschäften zu profitieren: "Deshalb werden wir das immer wieder versuchen: vernünftige Kooperationen mit Vereinen einzugehen, die finanziell weit, weit vor uns stehen. Leverkusen ist dafür ein gutes Beispiel: Die haben ihre U 23 abgeschafft, aber sie haben Toptalente wie Öztunali und Julian Brandt."

Gleichzeitig muss die Balance im Kader aber immer stimmen: "Wir haben durchaus erfahrene, ältere Spieler: Alejandro Galvez zum Beispiel. Oder Cedrick Makiadi. Wir brauchen Spieler wie ihn. Deswegen ist es wichtig, dass man solche Spieler nicht pausenlos schlechtredet. Wenn wir die Jungen einbauen wollen, brauchen wir auch alte Spieler, die diesen Weg mitgehen - und akzeptieren, dass sie auch mal auf der Bank sitzen."

Dennoch sei es unvermeidbar, dass durch die jungen Spieler andere unzufrieden sind, weshalb etwa Stürmer Nils Petersen jetzt nach Freiburg ausgeliehen wurde. Auch Eljero Elia könnte den Klub noch verlassen, er steht wohl kurz vor einem Wechsel zum FC Southampton. "Wenn es passiert, passiert es - und wenn nicht, warten wir noch ein bisschen", betonte Eichin: "Aber ich bin guter Dinge, dass es zumindest ein Leihgeschäft werden wird."

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"Lassen uns nicht verrückt machen"

Abschließend gab Eichin sein persönliches Hinrunden-Fazit: "Vor dieser Saison haben wir wieder unseren besten Spieler verloren, und wir haben den Kader wieder finanziell runtergefahren. Trotzdem haben wir geglaubt, dass wir in diesem Jahr den nächsten Schritt gehen können. Leider haben wir unser Ziel noch nicht erreicht. Aber wir sind guter Dinge, dass wir das noch schaffen."

Im Abstiegskampf erwarte er zudem noch viel Bewegung und sieht das ein oder andere Team unten rein rutschen, "das noch gar nicht damit rechnet". Er selbst setzt dabei auf die Bremer Gelassenheit: "Wir lassen uns da nicht verrückt machen. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir die Qualität, die Klasse und die Ruhe im Verein haben, um uns weiter zu stabilisieren und den Klassenerhalt zu schaffen."

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Adrian Franke
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