Freitag, 05.12.2014

Zwischen Tradition und Werksklubs

Bruchhagen: Kampf wird gnadenloser

Vorstandschef Heribert Bruchhagen vom Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt rechnet mit einer immer größer werdenden Konkurrenz zwischen den alteingesessenen Klubs und den Retorten-Vereinen.

Heribert Bruchhagen ist Vorstandschef von Eintracht Frankfurt
© getty
Heribert Bruchhagen ist Vorstandschef von Eintracht Frankfurt

"Es ist ein gnadenloser Kampf, der in der Zukunft noch gnadenloser werden wird", sagte der 66-Jährige der "Bild" und meinte: "Das aktuelle Tabellenbild zeigt den Inhalt dieser Aussage. Es bewegen sich zehn Traditionsvereine im Mittelfeld und darunter."

Bruchhagen hatte den Trend bereits vor Jahren vorausgesagt. "Es ist genauso gekommen, wie ich es immer befürchtet habe. Die Schere geht immer weiter auseinander, weil nicht mehr jeder das gleiche TV-Geld bekommt", meinte der Funktionär. Als Beispiel nannte er Rekordmeister Bayern München, für den es früher nicht möglich gewesen sei, "vier, fünf Topstars" eines Konkurrenten zu kaufen: "Jetzt haben die zwei Mannschaften herumlaufen, mit denen wir nicht mal im Ansatz konkurrieren können."

Bruchhagen wehrte sich zudem gegen den Vorwurf, dass den Traditionsklubs im Allgemeinen und der Eintracht im Besonderen eine Philosophie fehle. "Der Begriff der Vereins-Philosophie manifestiert sich bei uns immer noch in unserer Kernaussage, fester Bestandteil der Bundesliga zu sein - unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vernunft", sagte der studierte Sport- und Geografielehrer, der im übernächsten Jahr sein Amt bei den Hessen abgeben will: "Mein Plan bleibt, 2016 aufzuhören."

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