Mittwoch, 13.11.2013

Inside Bundesliga: 5 Klubs - 5 Personalien

BVB: Was ist mit Günter und Sarr?

Dortmunds Nachwuchskräfte scheinen aus unterschiedlichen Gründen keine Alternativen für einen schnellen Subotic-Ersatz. Hannover reagiert auf eine beängstigende Bilanz, während in Hoffenheim ein Innenverteidiger auf dem weg zu einer tragenden Säule ist.

Marian Sarr hat bislang noch kein Bundesligaspiel bei den Profis absolviert
© imago
Marian Sarr hat bislang noch kein Bundesligaspiel bei den Profis absolviert

Borussia Dortmund: Der Ausfall von Neven Subotic (Kreuzbandriss; Saison wohl vorzeitig beendet) bringt die Borussia in Zugzwang. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke schließt die Verpflichtung eines Innenverteidigers in der Winterpause nicht aus. Bis dahin hat der BVB aber in allen drei Wettbewerben noch insgesamt neun wichtige Spiele zu bestreiten. Also muss der Klub schon vorher reagieren. Der vereinslose Manuel Friedrich trainiert deshalb seit einigen Tagen in Dortmund mit. Jürgen Klopp will sich ein Bild von seinem alten Weggefährten aus Mainzer Tagen machen und dann entscheiden. "Wir gucken jetzt, wie fit er ist und wie es für uns passt. Er bringt Erfahrung mit, er hat Klasse. Jetzt geht es wirklich darum, wie er sportlich drauf ist", sagte Klopp am Dienstag. Vor der Saison, als das Problem mit nur drei gestandenen Innenverteidigern im Kader schon sichtbar war, verwiesen die verantwortlichen noch auf die Youngster Koray Günter und Marian Sarr, die als Alternativen für den Bedarfsfall genannt wurden und auch im Trainingslager dabei waren.

Das Problem jetzt: Beide waren zuletzt lange verletzt oder gesperrt. "Koray Günter hat Verletzungsprobleme gehabt, im Oktober nur 28 Minuten gespielt. Für Marian Sarr wäre es, Stand heute, auch nicht der glücklichste Moment, ihn ins kalte Bundesligawasser zu werfen. Wir haben die jungen Burschen zwar, aber Talententwicklung muss auch im richtigen Moment geschehen. Deshalb müssen wir gucken, ob wir uns für Übergangslösungen entscheiden." Günter hat diese Saison eine Minute in der Bundesliga gespielt und erst fünf Spiele bei der U 23 - wo er sich Ende Oktober auch noch eine Rote Karte eingehandelt hat. Sarr hat zwar etwas mehr Spielpraxis in der 3.Liga gesammelt, war aber wegen einer Zehenverletzung auch wochenlang außer Gefecht. Unter anderem verpasste er dadurch den geplanten Einsatz in der Nachwuchsserie der Champions League, als der 18-Jähirge eigentlich mit den A-Junioren beim FC Arsenal auflaufen sollte.

Hannover 96: Neben der sportlichen Krise mit nur zwei von 18 möglichen Punkten aus den letzten sechs Spielen und dem ernüchternden 0:0 im Derby gegen Braunschweig wurde jetzt noch eine Statistik bemüht, die Hannover 96 ins Grübeln bringen sollte: Neben dem FC Augsburg ist Hannover der einzige Bundesligist, der in dieser Saison noch keinen einzigen Spieler eingesetzt hat, der im eigenen Nachwuchsbereich ausgebildet wurde. Im Fokus standen dabei jene Spieler, die mindestens drei Spielzeiten im Alter zwischen 15 und 21 dem Klub angehörten.

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Das Problem ist bei den Verantwortlichen bekannt, eine erste Gegenmaßnahme dürfte die Hochstufung der beiden Talente Tim Dierßen und Valmir Sulejmani sein. Die beiden 17-Jährigen trainieren seit gut zwei Wochen regelmäßig bei den Profis mit. Sulejmani schaffte es auf Grund der angespannten Personaldecke beim Nachbarschaftsduell in Bremen sogar schon in den Kader. Trotz des rasanten Aufstiegs will man die beiden aber behutsam an die Gegebenheiten im Profibereich heranführen. "Ziel ist es, dass sie sich durch das regelmäßige Training an das deutlich höhere Tempo und die Anforderungen an einen Bundesligaspieler gewöhnen", sagt Trainer Mirko Slomka.

VfB Stuttgart: Mohammed Abdellaoue ist im Sommer mit großen Zielen von Hannover nach Stuttgart gewechselt. Erfüllen konnte er bisher keines dieser hochgesteckten Ziele. Der Norweger steht bei mageren 104 Minuten in der Bundesliga, hat beim 1:2 in Augsburg auch erst einmal in der Startelf gestanden. Diese Niederlage und die damit verbundene Demission von Ex-Trainer Bruno Labbadia haben Abdellaoues Position nicht eben gestärkt - eher im Gegenteil. Thomas Schneider setzt komplett auf ein 4-4-1-1-System mit Vedad Ibisevic als vorderster Spitze und Alexandru Maxim als hängendem Angreifer etwas dahinter. Für die offensiven Außenpositionen kommt Abdealloue nicht in Frage, dafür ist er in der Defensivbewegung nicht gut genug ausgebildet. Bleibt die Ersatzbank. Als kleiner "Trost" ist Abdellaoue in der Stürmerhierarchie unfreiwillig immerhin auf die Position hinter Ibisevic gerutscht. Das Vorrunden-Aus für Cacau macht den 28-Jährigen automatisch zur ersten Option, sollte Ibisevic mal ausfallen. Trotzdem muss Abdealloue jetzt endlich beim VfB ankommen. Der negative Trend, der sich in seiner letzten Saison in Hannover angedeutet hat, setzt sich auch bei seinem neuen Klub ungebremst fort. Und von hinten drängelt jetzt auch noch Marco Grüttner. Der Torjäger der U 23 (sieben Treffer) wäre wohl auch ohne die vielen Nationalmannschaftsabstellungen in dieser Woche demnächst im Training bei den Profis vorstellig geworden...

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1899 Hoffenheim: In der Schlussphase der abgelaufenen Saison machte er von sich reden, weil er aus dem Nichts ins kalte Wasser geworfen wurde und mit der TSG den Abstieg verhindern sollte. Als damals 17-Jähriger. Der Beginn der aktuellen Saison verlief nach dem sensationellen Klassenerhalt dann für Niklas Süle nicht mehr ganz so märchenhaft. Der Youngster, der sogar noch A-Jugend spielen dürfte, fand sich in den ersten zwei Monaten auf der Bank oder im Regionalligateam wieder. Was allerdings nicht als Rückstufung zu betrachten war, sondern als ganz normaler Verlauf in der Entwicklung eines blutjungen Spielers. Dass Süle auch auf höchstem Niveau mithalten (und vielleicht sogar noch mehr als das) kann, zeigt der mittlerweile 18-Jährige seit einigen Wochen. Mit Jannik Vestergaard hat Süle den Vize-Kapitän aus der Startelf verdrängt, der bis zum achten Spieltag die Innenverteidigung zusammen mit David Abraham gebildet hatte. Dass der Argentinier jetzt mit einem Muskelfaserriss zwei Wochen ausfällt, dürfte für Süle nur eine Randnotiz darstellen. Ruhig im Spielaufbau, geschickt im Zweikampf, sehr robust, aber trotzdem technisch sauber geschult: das sind die Vorzüge des Talents, das auch noch Fehler machen darf. Wie gegen die Bayern, als er nach seinem ersten Bundesligator das entscheidende 1:2 durch einen Fehlpass quasi einleitete. Für Süle und Markus Gisdol aber eine ganz normale Sache. Vielleicht wird der Trainer seinen Musterschüler noch ein paar Mal aussetzen lassen. Auf mittelfristige Sicht dürfte Niklas Süle aber eine tragende Säule der neuen Hoffenheimer Mannschaft werden - immerhin wurde nun der Vertrag bis 2017 verlängert.

Borussia Mönchengladbach: Die Situation in der Defensive entspannt sich ein wenig, neben Havard Nordtveit ist auch Roel Brouwers wieder ins Training mit dem Ball eingestiegen. Womöglich sind beide am Freitag in einer Woche für die Partie beim VfB Stuttgart schon wieder eine Alternative. Dass der Kader in der Breite überdurchschnittlich gut aufgestellt sein muss, verdeutlichte die Verletztenmisere im Defensivbereich. Tony Jantschke (auf veränderter Position) oder Julian Korb (als rechter Verteidiger) kompensierten die Lücken, die die Ausfälle von Brouwers und Alvaro Dominguez hinterlassen hatten. Gladbachs Verantwortliche sind deshalb auch in der auf den ersten Blick hervorragend aufgestellten Offensive nicht blauäugig. Zwar gehört die Angriffswucht der Borussia mit den fantastischen Vier Arango, Kruse, Raffael und Herrmann mit zum Besten der Liga - dahinter benötigt es aber auch entsprechende Alternativen. Weshalb Manager Max Eberl offenbar gar nicht daran denkt, einen seiner Offensivspieler im Winter ziehen zu lassen. Luuk de Jong will mit den Niederlanden zur WM und hegte leise Abschiedsgedanken. De Jong kommt bisher lediglich auf 59 Spielminuten und hatte bei seinen acht Einwechslungen jeweils nur ein paar Augenblicke, um sich anzubieten. Noch schlimmer ist die Lage bei Peniel Mlapa. Für der ehemaligen U-21-Nationalspieler geht es seit der verkorksten EM im Sommer steil bergab. Mlapa hat noch keine Minute in dieser Saison gespielt und stand lediglich zweimal im Kader. "Ich bin jetzt 22 Jahre alt, brauche endlich Spielpraxis. Das Sitzen auf der Tribüne bringt mich nicht weiter. Wenn sich für mich nichts ändert, muss ich mich in der Winterpause natürlich mal umschauen", sagt Mlapa. "Stand heute werden wir keinen Spieler abgeben. Es kann natürlich aktuelle Entwicklungen geben, die das ändern. Wir werden natürlich jeden, der mit einem Anliegen zu uns kommt, mit Respekt anhören. Grundsätzlich planen wir aber nicht für ein halbes Jahr, sondern für eine gesamte Saison", sagt dagegen Eberl. Die Transferperiode im Winter dürfte spannend werden.

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