Der Gewinner der Vorrunde beim FC Bayern

Dante: Mit schönen Grüßen vom Masseur

Von Andreas Lehner
Donnerstag, 20.12.2012 | 15:54 Uhr
Dante stand in der Bundesliga jede Minute für den FC Bayern auf dem Platz
© Getty
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Mit Dante schien der FC Bayern einen starken Ergänzungsspieler aus Gladbach verpflichtet zu haben. Jetzt ist der Brasilianer unverzichtbar in München. Von seinem größten Traum ist er trotzdem noch weit entfernt.

Jupp Heynckes wird die nächsten Tage wieder in seiner Heimat am Niederrhein verbringen. Die wenige Freizeit, die der Job als Bayern-Trainer einem lässt, verbringt der 67-Jährige auf seinem Bauernhof im Schwalmtal. Heynckes wird sich wieder ausgiebige Spaziergänge mit seinem Hund Cando gönnen und sich auf die Massagebank legen.

Das gehört auch zum Ritual der Heimkehr. Eine ordentliche Behandlung eines Physios von Borussia Mönchengladbach, den Heynckes zu seiner Zeit als Trainer der Borussia installiert hatte.

Während der Masseur die "Knochen durcheinander wirbelt" wird natürlich über alte Zeiten und Fußball geplaudert, aber Heynckes nutzt die entspannende Situation gern auch mal als Informationsgespräch. Der Masseur werde dann "gelöchert", wie Heynckes kürzlich verriet.

Lobhudelei von Jupp Heynckes

Man kann sich das jetzt gut vorstellen, wie Heynckes vor einem Jahr auf der Massagebank lag und über die Vorzüge des Verteidigers Dante unterrichtet wurde. "Deshalb wusste ich auch über den Charakter Bescheid, wie er in der Mannschaft agiert", sagt Heynckes.

Von den sportlichen Qualitäten konnte er sich ja Woche für Woche in der Bundesliga überzeugen. "Er ist ein überragender Kopfballspieler, ein überragender Zweikämpfer, er antizipiert gut und kann ein Spiel lesen."

Diese Aussage ist nur ein Ausschnitt der Lobhudelei, die Dante in den vergangenen Wochen immer wieder zuteilwurde. Der Brasilianer, der vor der Saison für 4,7 Millionen Euro aus Mönchengladbach nach München wechselte, ist der Gewinner der Hinrunde beim FC Bayern.

Garant für die neue Sicherheit

Sieben Gegentore ließen die Münchner an 17 Spieltagen nur zu, das gelang vorher nur dem VfB Stuttgart in der Saison 2003/2004. Dante stand jede Minute auf dem Platz.

Als Grund nennt Heynckes zwar an erster Stelle immer das Kollektiv und die verbesserte Defensivarbeit der gesamten Mannschaft. Der "Garant für die Sicherheit im Defensivverbund" sei aber Dante. "Er ist eine Persönlichkeit, hat Ausstrahlung, ist ruhig, erfahren und gelassen", sagt Heynckes.

Dante steht damit stellvertretend für die Transferstrategie des FC Bayern in diesem Sommer. Als Konsequenz der vergangenen Spielzeit hatten die Münchner 70 Millionen Euro investiert, um den Kader in der Breite zu verstärken.

Stammplatzgarantie für Dante

Auch Dante schien zu Beginn vor allem als starke Alternative geplant gewesen zu sein, damit eine Situation wie im Champions-League-Finale nicht mehr vorkommt, als Anatolij Tymoschtschuk im wichtigsten Spiel der Saison den Aushilfsinnenverteidiger geben musste. Im Zentrum schien das deutsche Verteidigerduo Holger Badstuber/Jerome Boateng gesetzt.

Doch durch die Verletzungen von David Alaba und Diego Contento in der Vorbereitung musste Badstuber auf links aushelfen, für Dante war der Platz in der Mitte frei. "In meinem Alter muss man sich schnell anpassen, da habe ich keine Zeit zu verlieren. Der Trainer hat mir die Chance gegeben zu spielen, und ich habe sie genutzt", sagt der 29-Jährige.

Dass Dante mittlerweile eine unverzichtbare Größe beim FC Bayern ist, wurde klar, als Alaba wieder fit war und Heynckes auf das Pärchen Badstuber/Dante setzte. "Nicht so selbstverständlich", nennt Heynckes die Tatsache, dass er damit mit zwei Linksfüßern im Abwehrzentrum agierte. Heynckes' Wertschätzung geht sogar so weit, dass er Dante eine Stammplatzgarantie ausstellte: "Wenn er gesund ist, dann spielt er."

Von Beginn an Führungsspieler

Durch die Verletzung von Badstuber (Kreuzbandriss) ist das Duo Dante/Boateng vorerst gesetzt. Die Chefrolle ist dabei klar verteilt. An Selbstvertrauen mangelt es Dante nicht, vom ersten Tag an war er verbal und physisch präsent. Auf dem Platz kann der eine oder andere Mitspieler schon mal einen Anpfiff kassieren. Dante wollte von Beginn an eine Führungsrolle übernehmen und wird von den Kollegen in dieser auch akzeptiert.

"Er hat eine große Qualität und seine Aufgabe bisher toll erledigt. Er hat top in den Verein gefunden, was auch nicht immer leicht ist", sagt Kapitän Philipp Lahm.

Dante weiß, dass er mit seinem ersten halben Jahr in München "sehr, sehr zufrieden" sein kann. Er sagt aber auch Sätze wie: "Es hilft nicht, wenn ich gut spiele und wir die Spiele verlieren." Oder: "Es ist wichtig, dass wir im Kollektiv denken. Wir müssen uns weiter fokussieren und konzentrieren, um unsere Ziele zu erreichen." Selbstzufriedenheit oder Allüren sind ihm fremd.

Der Traum von der Selecao

Dante strahlt in jeder Situation eine große Ruhe aus. Auch die Pfiffe der Gladbacher Fans am Freitagabend nahm er als "normal" hin. Für ihn war es eine nachträgliche Anerkennung seiner Leistungen für die Borussia. "Den Leuten wäre es lieber, wenn ich noch in Gladbach wäre."

Dass er sich zwei Jahre vor Vertragsende für einen Wechsel nach München entschieden hat, lag zum einen an den besseren finanziellen und sportlichen Rahmenbedingungen und zum anderen an seinem letzten großen Traum, den er wie alle fußballspielenden Brasilianer träumt. Einmal das Trikot der Selecao tragen. Und in diesem speziellen Fall, ein Teil der Nationalmannschaft bei der Heim-WM 2014 sein.

In Gladbach wäre es fast unmöglich gewesen, genügend Aufmerksamkeit zu erregen, um ein Kandidat für die Selecao zu werden. Kontakt zum ehemaligen Nationaltrainer Mano Menezes gab es nicht. Durch sein Engagement bei einem europäischen Topverein wie Bayern ist er jetzt aber auch international ins Blickfeld gerückt.

Viel wird also davon abhängen, wie sich Dante in den großen Spielen der Champions League schlägt. Immerhin heißt die Konkurrenz in der Nationalmannschaft Thiago Silva (PSG) und David Luiz (FC Chelsea).

Wenn Dante die Leistungen der Vorrunde dauerhaft bestätigen kann, sollte er seine Chance im gelb-blauen Trikot bekommen. Denn noch muss er auf die Frage, ob ihn der neue Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari kenne, antworten: "Leider nein."

Der Kader der brasilianischen Nationalmannschaft

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