Die Hausaufgaben der Bundesliga-Klubs

Das spannendste Projekt des Jahres

Von SPOX
Mittwoch, 23.05.2012 | 20:27 Uhr
Das Überraschungsteam Borussia Mönchengladbach erreichte in diesem Jahr den vierten Platz
© Getty
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Nach der Saison ist vor der Saison! Die Bundesligisten arbeiten längst mit Hochdruck auf die Spielzeit 2012/2013 hin. SPOX beleuchtet die Baustellen aller 18 Vereine - im Duett mit einem Mitglied der User-Redaktion. Diesmal: Borussia Mönchengladbach.

Von SPOX-Redakteur Fatih Demireli

Als um die Jahreswende herum Borussia Mönchengladbach im gleichen Atemzug die Abgänge Marco Reus und Roman Neustädter verkünden musste, war es wohl der schwierigste Tag für Max Eberl in der gesamten Saison, die ansonsten ein einziges Frohlocken in der Dauerschleife für die Fohlen war.

Der Fast-Absteiger der Vorsaison rockte die Liga, überwinterte auf Platz vier, machte zwischendurch sogar Halt auf dem Spitzenplatz und spielte phasenweise einen aufregenden Fußball, so dass wieder vom Mythos Gladbach die Rede war - ganz zu schwiegen von der Hoffnung, an glorreiche alte Zeiten zu knüpfen.

Adäquaten Ersatz finden

Dass nun Eberl den Abschied von zwei Spielern zum Saisonende verkünden musste, die maßgeblich an diesem Aufschwung beteiligt waren, war die Spaßbremse schlechthin. Die Euphorie der tollen Hinrunde war erst einmal für ein paar Tage dahin. Aber der Zeitpunkt hätte für Gladbach auch nicht besser sein können.

"Dank dieser offenen und ehrlichen Art konnten wir bereits sehr früh in die Arbeit einsteigen", sagt Sportdirektor Max Eberl. Gemeinsam mit Trainer Lucien Favre, Teammanager und Scout Steffen Korell und der Scoutingabteilung sondiert der Gladbacher Macher seitdem den Markt, um adäquatem Ersatz zu finden.

Für Reus, für Neustädter, aber auch für Dante, dessen Wechsel zum FC Bayern zwar erst neulich bekannt gegeben wurde, aber im Grunde seit Wochen und Monaten nur noch eine Frage Zeit und damit planbar war.

Peniel Mlapa kommt nach Gladbach

Deswegen gilt für Gladbach nun eher die Zeit der Finalisierung monatelanger Sucharbeit, anstatt diese Arbeit erst jetzt aufzunehmen. Erste Erfolge konnte Eberl schon feiern.

Mit Granit Xhaka vom FC Basel kommt ein Spieler, den halb Europa auf dem Zettel hatte. Der Schweizer ist nicht nur adäquater Neustädter-Ersatz: betrachtet man Anlage und Potenzial, ist Xhaka sogar mindestens eine Stufe höher anzusiedeln.

Geholt wurde auch Peniel Mlapa von 1899 Hoffenheim. Er ist wohl einer von mehreren Reus-Vertretern, zumal der Neu-Dortmunder nicht Eins zu Eins ersetzbar ist. Zumindest nicht in der Preiskategorie, die sich Gladbach leisten könnte.

Bleibt noch die Verteidiger-Position, die durch Dante eklatante Qualität verloren hat. Hier zeigt man Interesse an Mapou Yanga-Mbwia von Montpellier, doch bei ihm gilt das gleiche wie bei Xhaka: Die internationale Konkurrenz schart bereits mit den Hufen.

Viele Leihspieler kehren zurück

Gelingt Eberl auch dieser Deal, wird Gladbach eines der spannendsten Projekte der neuen Saison. Zumal es bei den Neuzugängen nicht nur gilt, die Abgänge zu kompensieren. Gladbach hat nach den Millionen-Einnahmen die Chance, erstmals in der Vereinsgeschichte im hohen Stile zu investieren. Und Eberl, in den letzten Jahren ausgestattet mit einem sehr glücklichen Händchen, will die Mannschaft verstärken.

Der Sportdirektor sagt: "Wie viele es dann am Ende tatsächlich werden, das lässt sich jetzt noch nicht sagen. Vielleicht geht auch noch ein Spieler, der zuletzt nicht so viel Spielzeit hatte, so dass wir dann über eine zusätzliche Verpflichtung nachdenken müssten."

Auch das wird noch eine Aufgabe für Eberl, zumal viele Leihspieler wie Bamba Anderson, Logan Bailly, Tobias Levels oder Elias Kachunga zurückkehren. Nicht für alle wird Platz sein.

Von mySPOX-User zigeuninho

Zu fragen, was die Borussia besser machen kann in der neuen Saison, grenzt im ersten Augenblick an Lächerlichkeit. Eine Mannschaft, die es mit nahezu dem gleichen Spielerpotential, mit Ausnahme von Oscar Wendt, von der Relegation auf den 4. Platz geschafft hat, kann nicht wirklich viel verbessern. Aber uns verlassen mit Dante, Reus und Neustädter drei Spieler. Idol, Topscorer und Stabilisator.

Űber Reus müssen wir nicht sprechen. Dantes Form der Hinrunde war formidabel, aber besonders in den letzten Spielen fiel er mir durch etliche Stellungsfehler auf. Neustädter kommt öffentlich etwas zu gut weg, sein manchmal pomadiges Umschalten und seine drei bis vier Katastrophenpässe in der Vorwärtsbewegung brachten uns in mehr Schwierigkeiten als uns lieb sein kann.

Drei Neuzugänge werden nicht reichen

Und hier wären wir beim ersten Teil der Hausaufgaben der Borussia. Die drei Abgänge müssen ersetzt werden. Oder es muss zumindest versucht werden, sie annähernd zu kompensieren. Dazu muss auch etwas für die Breite des Kaders getan werden.

Auf der Rechtsverteidigerposition, in der Innenverteidigung und besonders im Sturm sind wir angesichts der anstehenden Doppelbelastung zu dünn besetzt. Nur drei Neuzugänge, welche die Abgänge eins zu eins ersetzen sollen, werden nicht reichen. Auch wenn Ring und Cigerci und vielleicht auch Leckie und Korb näher an die Mannschaft rücken.

Dabei gilt es den Drahtseilakt zwischen wirklichen Verstärkungen und Finanzierbarkeit auch über diese Saison hinaus zu meistern. Denn die von vielen erträumten Verpflichtungen von de Jong und Douglas oder Yanga-Mbiwa und Hoilett oder Matias Suarez zusätzlich zu Xhaka wird wohl kaum zu machen sein.

Ziel: Einstelliger Tabellenplatz

Ein weiterer wichtiger Punkt, der sich fast durch die Personalpolitik ergibt, ist: Wir müssen variabler und spielerisch besser werden. Die drei torlosen Unendschieden gegen Hertha, Freiburg und Augsburg daheim haben gezeigt, dass wir uns gegen defensiv tief stehenden Gegner schwer tun.

Es kommt zu wenig Kreativität aus dem Zentrum, und wenn verwaisen wir einen Flügel. Dazu müssen wir variabler sein, Dortmund hat es gegen uns vorgemacht. Von Kontern über schnellem Kombinationsspiel zu Flügelspiel und langen Diagonalbällen war alles dabei.

Als letzten Punkt muss man die Standardsituationen ansprechen. Wir haben eindeutig zu wenig Gefahr dabei entwickelt. Aber auch in der Defensive müssen wir dringend etwas verbessern. Wenn man sich die Gegentore gegen Bayern und Hamburg aus der Rückrunde anschaut, welche fast Kopien voneinander waren, und dazu das Ding gegen Hoffenheim, wird klar warum.

Es muss unser Ziel sein, in der nächsten Saison einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen und dann schauen, was vielleicht noch geht. Es wird davon abhängen, wie schnell unser neues Team eingespielt ist und wie wir mit der Doppelbelastung klarkommen. Alles andere als zumindest Platz neun wäre eine herbe Enttäuschung. Doch da bin ich mir sicher, der wird es zumindest!

Borussia Mönchengladbach in der Übersicht

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