Fussball

"Das wurmt den Spieler vielleicht..."

Von Für SPOX in Bremen: Stefan Rommel
Fredi Bobic (l.) diskutierte mit Stuttgart-Trainer Bruno Labbadia die Gründe für die Pleite in Bremen
© Getty

VfB-Sportdirektor Fredi Bobic bewertet die Niederlage in Bremen nüchtern, rät aber zu Besonnenheit. In Cacaus Degradierung zum Bankspieler sieht er keinen Grund für wilde Spekulationen.

Frage: Herr Bobic, hat Sie Ihre Mannschaft in Bremen enttäuscht?

Fredi Bobic: Tatsache ist, dass wir verdient verloren haben. Die erste Halbzeit war sehr schlecht. Die zweite muss man ein bisschen differenzierter sehen, da hatten wir auch gute Torchancen. In der ersten Halbzeit haben wir im Offensivspiel einfach zu wenig zustande gebracht, in der 40. Minute das erste Mal aufs Tor geschossen. Wir sind nie in die gefährliche Zone gekommen, der Spielaufbau war nicht gut. Dabei konnte man gegen Ende der ersten Halbzeit bei einigen einfachen Pässen in die Spitze auch sehen, wie es gehen kann.

Frage: Was war in der zweiten Halbzeit besser?

Bobic: Wir hatten beim Stand von 0:0 eine sehr gute Chance, als Martin Harnik am Ball vorbeispringt und Shinji Okazaki dann zu überrascht ist. Unser Spiel sah etwas besser aus - und es war ja auch nicht so, dass uns Bremen in die Knie gezwungen hätte mit seiner spielerischen Eleganz. Wir haben Werder in der ersten Halbzeit die Chancen serviert, weil wir durch die Mitte unheimlich viele Fehler im Spielaufbau gemacht haben.

Frage: Waren die vielen Fehler eine Frage der fehlenden Konzentration?

Bobic: Es sind zu viele Spieler weggebrochen, haben nicht zu ihrer Topleistung gefunden. Dann gibt es auch mal einen Dominoeffekt. Es waren ja nicht einer oder zwei Spieler, sondern vier oder fünf, die ihre Leistung nicht abrufen konnten. Die Tore waren hergeschenkt, vor allem das 1:0. Da sind wir klar in der Überzahl und verhalten uns total schlecht.

Frage: Waren Sie vom eher zurückhaltend agierenden Gegner überrascht?

Bobic: Bremen hat sehr tief gestanden und hat abgewartet. Das war unüblich für Werder, aber sie haben das gut gemacht. Sie haben ihre Defensivschwierigkeiten in der Tiefe, aber die haben sie uns damit nicht gezeigt.

Frage: Haben Sie Angst vor dem Mittelmaß?

Bobic: Wir müssen da langsam auch mal die Kirche im Dorf lassen. Fakt ist, dass wir auf einem guten Weg sind. Vielleicht kann man den Sieg gegen Augsburg auch mal anders bewerten, wenn man sieht, dass die am Samstag 2:0 gewonnen haben. Wir dachten schon, wir müssten uns jetzt für unsere Siege schon schämen. Werder Bremen ist keine Laufkundschaft, die Liga ist sehr ausgeglichen. Das ist auch ohne Pizarro eine richtig gute Mannschaft - der spielt schließlich nicht alleine. Wenn man in der Bundesliga Spiele für sich entscheiden will, muss man jedes Mal ans Top-Niveau herankommen. Dafür haben wir heute als Kollektiv über weite Strecken aber nicht optimal agiert.

Frage: Gibt es eine Marschroute für das nächste Spiel gegen Köln?

Bobic: Das müssen wir gewinnen. Aber dafür müssen wir uns auch steigern.

Frage: Bruno Labbadia hat zunächst auf Cacau verzichtet. Wie sehen Sie die Entscheidung?

Bobic: Wir haben uns für eine Systemumstellung entschlossen, Pawel hat das Vertrauen genossen.

Frage: Keine Denkpause?

Bobic: Das können Sie sehen, wie Sie wollen. Im Endeffekt müssen wir elf Leute aufstellen, da wird es immer mal wieder den einen oder anderen treffen, der vielleicht auch ein bisschen prominenter ist. Das ist ganz normal. Das wurmt den Spieler vielleicht, aber es geht ums Team und um nichts anderes.

Frage: Pawel Pogrebnjak gehörte auch zu den vier oder fünf, die nicht an ihre Leistungsfähigkeit heran kamen.

Bobic: Eine Einzelkritik werden Sie direkt nach dem Spiel nicht hören.

Bremen - Stuttgart: Daten zum Spiel

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