Donnerstag, 23.12.2010

Nach Krisensitzung

Wolfsburg spricht McClaren das Vertrauen aus

Trotz einer unbefriedigenden Hinrunde samt Aus im DFB-Pokal hält der VfL Wolfsburg an Trainer Steve McClaren fest. Das ist das Resultat einer zweistündigen Krisensitzung.

Der VfL Wolfsburg geht trotz der Krise mit Steve McClaren in die Rückrunde
© Getty
Der VfL Wolfsburg geht trotz der Krise mit Steve McClaren in die Rückrunde

Trotz der Talfahrt in der Bundesliga hat Trainer Steve McClaren vom VfL Wolfsburg vorerst eine Jobgarantie erhalten.

Einen Tag nach dem peinlichen 1:3-Aus im Achtelfinale des DFB-Pokals einigte sich McClaren in einer zweistündigen Krisensitzung mit Manager Dieter Hoeneß auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit. Das melden die Wolfsburger Nachrichten. Der 49-Jährige besitzt bei den Niedersachsen einen Vertrag bis 2012, der ihm jährlich etwa drei Millionen Euro einbringt.

"Wir werden aufräumen. Es wird Veränderungen im Kader und im Trainerstab geben. Wir müssen den bereits begonnenen Umbruch fortführen. Mit dieser Mannschaft ist in ihrer Zusammensetzung kein dauerhafter Erfolg mehr möglich", fasste Dieter Hoeneß hinterher zusammen.

Hoeneß: "Die Spieler wollen nicht aus ihrer Komfortzone heraus"

Dies sei, so Hoeneß, die Quintessenz der vergangenen Monate. "Die Spieler wollen nicht aus ihrer Komfortzone heraus. Konstruktive Konfliktbereitschaft und ein gut funktionierendes Team sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Sie sind zwingend notwendig für sportlichen Erfolg. Scheinharmonie und Oberflächlichkeit bringen uns jedoch nicht weiter."

Dieter Hoeneß weiter: "Wir haben der Mannschaft nach der Niederlage in Nürnberg vor acht Wochen gesagt, dass sich die Grundeinstellung ändern muss. Dabei ging es um Faktoren wie Leidenschaft, Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten. Eine Reaktion ist ausgeblieben, also müssen wir reagieren. Was jetzt auf dem Platz zu sehen ist, können wir unseren Fans nicht mehr zumuten, zumal diese gerade gegen Cottbus die Mannschaft vorbildlich unterstützt haben."

Ziani und Caiuby fliegen aus dem Kader

Die ersten Veränderungen: Karim Ziani und Caiuby gehören ab sofort nicht mehr dem Bundesliga-Kader an. Dafür werden die Nachwuchskräfte Akaki Gogia, Kevin Wolze, Michael Schulze aus der U23 sowie Florian Hartherz aus der U19 mit ins Trainingslager fahren. "Wir werden vor allem im nächsten Sommer den Neuaufbau einer Erfolgsmannschaft weiter vorantreiben. Jetzt im Winter ist es schwierig, aber wir werden uns im Rahmen der Möglichkeiten bemühen. Der Weg, den wir gehen, wird für den einen oder anderen sehr schmerzlich sein", sagte Hoeneß.

Der Umbau betreffe auch den Trainerstab um Steve McClaren. Unter anderem kommt mit Oliver Mutschler ein neuer Reha-Trainer. Außerdem wird ein ganzes Maßnahmenbündel rund um die Mannschaft geschnürt. "Es bleibt von unserer Seite nichts unversucht, bis die Spieler endlich dauerhaft ihre Leistung abrufen", so der VfL-Manager.

McClaren kam im Sommer aus Enschede

McClaren war am Saisonbeginn vom niederländischen Meister Twente Enschede nach Wolfsburg gewechselt. Trotz der zahlreichen Stars wie Diego und Edin Dzeko steht der mit dem Ziel Europapokal in die Saison gegangene Klub nach der Hinrunde nur auf Platz 13.

Begonnen hatte der Brite seine Trainerkarriere Anfang der 90er Jahre bei Oxford United und Derby County, ehe er 1998 Assistent von Alex Ferguson bei Manchester United wurde. Erste Erfolge als Cheftrainer feierte McClaren anschließend mit dem FC Middlesbrough, wo er von 2001 bis 2006 unter Vertrag stand und 2004 den Ligapokal gewann. Nach einer glücklosen Ära als englischer Nationaltrainer wechselte McClaren 2007 nach Enschede.

Wolfsburg berät über McClarens Zukunft

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