Freitag, 05.11.2010

Ein Jahr nach dem Selbstmord des Torhüters

Zwanziger, Löw und Bierhoff besuchen Enke-Grab

Am 10. November jährt sich der Todestag von Robert Enke. DFB-Präsident Theo Zwanziger wird zusammen mit Joachim Löw und Oliver Bierhoff am Grab Enkes einen Kranz niederlegen.

Vor einem Jahr wurde die Gedenkfeier für Robert Enke in der AWD-Arena in Hannover abgehalten
© Getty
Vor einem Jahr wurde die Gedenkfeier für Robert Enke in der AWD-Arena in Hannover abgehalten

DFB-Präsident Theo Zwanziger, Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff werden am ersten Todestag das Grab von Robert Enke in Empede besuchen und dort einen Kranz niederlegen.

Der Nationaltorwart, der unter Depressionen litt, hatte sich am 10. November 2009 im Alter von nur 32 Jahren das Leben genommen.

"Seelische Krankheiten wurden und werden immer noch als Schwäche angesehen und damit in der Gesellschaft ein Stück weit tabuisiert. Aber ich glaube, dass der an sich sinnlose Tod von Robert Enke nicht sinnlos bleiben muss. Denn wenn es uns gelingt, den 10. November als Todestag entsprechend zu würdigen und neu aufzubereiten, dann wird der Prozess der Bewusstseinsbildung bei diesem Thema ein Stück weitergeführt", sagte Zwanziger.

Hannover erhält Robert-Enke-Straße

Die Stadt Hannover benennt zu Ehren des verstorbenen Robert Enke eine Straße um. Oberbürgermeister Stephan Weil wird am Mittwoch öffentlich seinen Vorschlag der Ratsversammlung unterbreiten.

Die Straße soll an den Nationaltorwart erinnern, der sich am 10. November 2009 in Folge seiner Depression das Leben nahm. Die notwendige Zustimmung der Stadtversammlung gilt als Formalie.

Die Robert-Enke-Straße wird sich in der Nähe des Stadions von Hannover 96 befinden. Die Umbenennung erfolgt in Abstimmung mit Witwe Teresa Enke und dem Verein.

Gedenkplatz für Enke vor dem Stadion

Außerdem richtet Hannover 96 am Mittwoch vor dem Nordeingang seiner Arena einen Ort zum Erinnern und Gedenken ein.

Vor einem Jahr hatten sich an dieser Stelle nach der schockierenden Nachricht vom Selbstmord des an Depressionen erkrankten Nationaltorhüters hunderte Menschen versammelt und zahlreiche Kerzen sowie Blumen, Fotos und Erinnerungsstücke aufgestellt.

Bei der Gestaltung des Bereichs wirkt der Direktor des Osnabrücker Diözesanmuseums, Hermann Queckenstedt, mit.

Er hatte nach den Tagen der Trauer im November 2009 die von den Fans mitgebrachten Fotos, Schals und dergleichen gesammelt, zum Teil gereinigt und aufbewahrt. Einige davon werden im Osnabrücker Museum in der Ausstellung "Im Fußballhimmel und auf Erden" gezeigt.

Fans planen Trauermarsch

Die Fans planen für Mittwochabend einen Trauermarsch, der ab 18.30 Uhr von einem Platz in der Innenstadt zum Stadion führen soll.

Allerdings ist diese Veranstaltung offiziell noch nicht bei der Stadt angemeldet.

Die Polizei bereitet sich dennoch auf eine "spontane Versammlung" vor und wird gegebenenfalls notwendige Absperrmaßnahmen treffen.

Adler: "Für Schwäche ist kein Platz"


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