Montag, 15.11.2010

Transferpoker beginnt

ManUtd oder Özil: Gündogan bleibt am Boden

Der Transferpoker um Nachwuchstalent Ilkay Gündogan vom 1. FC Nürnberg hat längst begonnen. Sogar Manchester United soll Interesse an dem 20 Jahre alten Mittelfeldspieler bekundet haben.

Ilkay Gündogan (r.) wurde in Gelsenkirchen geboren
© Getty
Ilkay Gündogan (r.) wurde in Gelsenkirchen geboren

Am Dienstag will Gündogan im Länderspiel der U-21-Nationalamnnschaft gegen England in Wiesbaden erneut eine Duftmarke setzen.

Manchester United lockt, die Vergleiche mit WM-Star Mesut Özil schmeicheln - doch Nachwuchstalent Ilkay Gündogan verliert bei aller Lobhudelei nicht die Bodenhaftung. "Wenn man sein Gesicht in der Zeitung sieht und ManU steht drüber, dann ist es nicht leicht, das komplett auszuschalten", meinte der 20-jährige Gündogan vom 1. FC Nürnberg und lächelt vielsagend: "Aber ich bekomme das ganz gut hin."

Gündogan am Mittwoch bei der U 21

Am Dienstag will der technisch versierte Mittelfeldspieler im Länderspiel-Klassiker der deutschen U21-Nationalmannschaft gegen England in Wiesbaden wieder die ein oder andere Duftmarke setzen. So wie in dieser Saison schon etliche Male in der Bundesliga.

Und das veranlasste FCN-Kapitän Andreas Wolf jüngst sogar zu einer forschen Einschätzung: Gündogan könne sogar besser als Nationalspieler und Real-Madrid-Profi Özil werden. "Illy ist ein anderer Spielertyp als Özil. Gündogan ist dynamischer, nach vorne wie nach hinten. Damit kann er, meine ich, mehr erreichen", erklärte Wolf in der "Welt am Sonntag".

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Kevin Durant beim Begrüßungsritual der Oklahoma City Thunder. Die San Antonio Spurs siegten in der NBA allerdings auswärts gegen Thunder mit 117:104
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Heiß umkämpfter Puck in der NHL. Bryan Bickell (r.) von den Chicago Blackhawks im Duell mit Anaheim-Stürmer George Parros. Die Blackhawks siegten mit 3:2
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Die bislang gute Bilanz des Tabellenzehnten aus Nürnberg (18 Punkte in 12 Spielen) ist nicht zuletzt Verdienst von Abiturient Gündogan (4 Treffer) und seinem kongenialen Offensiv-Partner Mehmet Ekici (2 Tore). Die beiden Deutsch-Türken harmonieren aber nicht nur auf dem Rasen hervorragend. Der Beweis: Sogar ihren Handytarif haben der gebürtige Gelsenkirchener Gündogan und der gebürtige Münchner Ekici aufeinander abgestimmt.

Wege werden sich wohl trennen

Gut möglich allerdings, dass sich die Wege des Franken-Traumpaares schon nach der Saison wieder trennen. Während Ekici eine Leihgabe des FC Bayern ist und beim deutschen Rekordmeister unter ständiger Beobachtung steht, hat der Poker um Gündogan längst begonnen. Vertreter von Manchester United und Arsenal London sind regelmäßige Besucher im Nürnberger Stadion. "Gute Spieler wecken nun einmal Begehrlichkeiten", meinte FCN-Manager Martin Bader zu den Wechselgerüchten.

Der Club befindet sich dabei in der Zwickmühle. Da Gündogan, dessen Fußballschuhe eine deutsche und eine türkische Flagge zieren, noch einen Vertrag bis 2012 besitzt, könnten die Franken bei einem Verkauf des Dribblers im nächsten Sommer noch einmal richtig abkassieren.

Bereits vor dieser Spielzeit soll 1899 Hoffenheim für Gündogan, der im Januar 2009 zum Billigtarif von 50.000 Euro vom VfL Bochum an die Noris gewechselt war, sieben Millionen Euro geboten haben. Auch Bayer Leverkusen wollte das Talent verpflichten. Damals blieben die Nürnberger Verantwortlichen noch hart. Und bislang haben sie es noch nicht bereut. "Es war die absolut richtige Entscheidung, Gündogan zu halten. Auch wenn es uns aus wirtschaftlicher Sicht schwergefallen ist", bekannte Bader.

"Manchester United wäre natürlich ein Traumverein"

Glaubt man Gündogan, dann hat der Club im Transferpoker gute Chancen. "Der 1. FC Nürnberg ist gut für meine Entwicklung", betonte der Schüler des Bertolt-Brecht-Gymnasiums in Langwasser, einer Partnerschule des Sports. Er sagt aber auch: "Manchester United wäre natürlich ein Traumverein."

Bleibt zu hoffen, dass Trainer Dieter Hecking den für sein Alter erstaunlich stoisch wirkenden Gündogan nicht "verschreckt". Nach dem Kopfballtor des 20-Jährigen gegen den 1. FC Köln (3:1) zauberte Hecking einen neuen Spitznamen für Gündogan aus dem Hut: Horst - in Anlehnung an das frühere Kopfballungeheuer Hrubesch.

Per Nilsson: "Für Gündogan gibt es keine Grenzen"

 


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