Mittwoch, 18.08.2010

Neues aus der Bundesliga

Diego oder Misimovic: Es kann nur einen geben

Unmittelbar vor dem Liga-Start: Während in München das Ende eines Streits in Sicht ist, bangt ganz Gelsenkirchen um den Einsatz seines Superstars. In Leverkusen und in Dortmund freut man sich aufs internationale Geschäft und in Hannover sollen die Spieler kotzen. 18 Klubs, 18 kurze Geschichten.

Wenn Diego in die Autostadt kommt, ist er wohl weg: Spielmacher Zvjezdan Misimovic
© Getty
Wenn Diego in die Autostadt kommt, ist er wohl weg: Spielmacher Zvjezdan Misimovic
Bayern, Logo

Bayern München: Die Verletzung von Arjen Robben ist weiter ein Streitthema an der Säbener Straße. Wie Sportdirektor Christian Nerlinger in der "Sport-Bild" bestätigte, soll es in Kürze zu einem Treffen zwischen Verantwortlichen des FC Bayern und des niederländischen Fußballverbandes kommen. Dabei soll geklärt werden, welche Summe der Verband den Münchnern als Schadensersatz zahlen wird.

Der zweite Teil der Flügelzange, Franck Ribery, ist derweil heiß auf den Bundesligastart. "Ich habe nach meiner Verletzung gut trainiert und gearbeitet", stellt der Franzose auf der Vereinshomepage klar. "Diese Saison will ich zu 100 Prozent fit sein und alle Spiele machen. Ich werde eine große Saison spielen - für mich, für den Klub und für alle Fans."

Schalke, Logo, Wappen

Schalke 04: Schon beim Pokalspiel in Aalen fehlte der neue Superstar in Gelsenkirchen, jetzt ist offenbar auch der Ligastart für Raul in Gefahr. "Je nachdem, welchen Trainingseindruck er macht, halte ich mir offen, ob ich ihn am Samstag einsetze oder noch eine Woche warte", betonte Felix Magath auf "Bild.de".

Somit könnte das Wiedersehen zweier großer Torjäger am ersten Spieltag platzen. Das könnte dann nach der Partie stattfinden. Raul hat in der "Sport-Bild" mit Ruud van Nistelrooy gewettet: "Der Verlierer zahlt das Abendessen".

Bremen, Logo, Wappen

Werder Bremen: Nach dem Abgang von Mesut Özil zu Real Madrid ist frisches Geld in der Werder-Kasse. Trotzdem zieht sich der Transfer von Wunschspieler Wesley (23) vom FC Santos in die Länge. Neuester Kandidat an der Weser: Hatem Ben Arfa. Nach Informationen der "L'Equipe" hat Bremen ein Acht-Millionen-Euro-Angebot für den 23-Jährigen Linksfuß abgegeben. Ben Arfas Berater und Klaus Allofs sollen demnach bereits in Kontakt stehen und sich über einen Vierjahresvertrag mit einem Gehalt von 3,5 Millionen einig sein.

Ben Arfa hatte zuletzt sogar das Training bei Olympique Marseille verweigert, um einen Wechsel zu forcieren. Ein Konkurrent für Werder Bremen kommt aus England: Auch mit Newcastle United sollen die Verhandlungen weit fortgeschritten sein.

Leverkusen, Logo, Wappen

Bayer Leverkusen: Torjäger Stefan Kießling geht optimistisch in die neue Saison. Als Ziel gibt der Nationalspieler "mindestens Platz drei" aus. Ansonsten laufen in Leverkusen die Vorbereitungen für das EL-Quali-Spiel gegen Simferopol am Donnerstag auf Hochtouren. Mit dabei waren im Training Sami Hyypiä und Simon Rolfes. Beide trainierten allerdings nur eine Stunde und verzichteten auf Zweikampfübungen. Der Finne, der sich im DFB-Pokalspiel das Knie verdreht hatte, gibt sich für das Spiel skeptisch: "Es ist immer noch schmerzhaft. Wir müssen den Mittwoch abwarten."

Die Vorfreude bei der Werkself ist aber groß, endlich wieder international spielen zu können. "Wenn man zwei Jahre zuschauen muss, tut das schon weh. Jetzt sind wir dabei und ich hoffe, dass wir auch in die Gruppenphase einziehen können", sagt Kießling.

Dortmund, BVB, Logo, Wappen

Borussia Dortmund: Am Donnerstag startet für das junge BVB-Team das Abenteuer Europa League: Zuhause heißt der Gegner des Playoff-Hinspiels Qarabag Agdam aus Aserbaidschan. "Es wird eine schwere Kiste, aber ich bin mir sicher, dass wir es schaffen", gibt sich Mittelfeldspieler Nuri Sahin auf der Vereinshomepage zuversichtlich.

Neben den sportlichen würde ein Weiterkommen auch finanzielle Vorteile mit sich bringen. "Dadurch würden wir rund fünf Millionen Euro einnehmen", so Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gegenüber der "Sport-Bild", der auch einen Verwendungszweck für das Geld hätte. Bei den Schwarz-Gelben nämlich laufen gleich drei Verträge aus: Sowohl Roman Weidenfeller als auch Patrick Owomoyela und Dede sind nur noch bis 2011 an den Verein gebunden. "Michael Zorc, Jürgen Klopp und ich werden diese Personalien erst dann diskutieren, wenn sicher feststeht, dass wir die Gruppenphase auch erreicht haben." Ein Stück weit haben die drei Profis ihre Zukunft also selbst in der Hand.

Stuttgart, Logo, Wappen

VfB Stuttgart: Das Internat für Jugendspieler des VfB Stuttgart hat es in sich: Frisurrichtlinien, Hausschuhpflicht etc. werden den Nachwuchskickern vorgeschrieben. Diese Regeln zahlen sich aus, immer wieder bringt Stuttgart große Talente hervor. Nach dem Abgang von Mario Gomez zum FC Bayern vor einem Jahr hat es in dieser Transferperiode mit Sami Khedira die nächste Identifikationsfigur zu einem anderen Verein verschlagen.

In der "Sport-Bild" warnt Manager Fredi Bobic jetzt vor dem drohenden Absturz ins Mittelmaß: "Wir haben zuletzt viele Spieler mit klangvollen Namen verloren - das geht an keiner Mannschaft spurlos vorbei. In der vergangenen Saison hat man gesehen, wie schnell es nach unten geht". Trotz Einsparungen aufgrund des Stadionumbaus hält Bobic sich jetzt eine Hintertür offen: "Wir halten uns die Möglichkeit offen, im Winter noch mal auf dem Transfermarkt tätig zu werden".

HSV, Hamburg, Logo, Wappen

Hamburger SV: Neuzugang Heiko Westermann hat beim HSV direkt das Kapitänsamt übernommen, doch der ehemalige Schalker wünscht sich Hilfe von den arrivierten Spielern. "Ich werde vorwegmarschieren, aber klar ist auch, dass ich nicht alleine die Mannschaft führen kann. Wenn Joris, Jaro oder Ruud etwas sagen, zählt das genauso", bemüht Westermann sich um Machtaufteilung.

Der ehemalige Kapitän David Jarolim akzeptiert derweil die Entscheidung des neuen Trainers Armin Veh: "Ich war gerne Kapitän, brauche aber die Binde nicht für die Motivation. Ich werde der Gleiche sein wie vorher".

VfL Wolfsburg: "Diego und ich - das geht schwer zusammen" stellt Spielmacher Zvjezdan Misimovic in der "Sport-Bild" klar. Sollte der Transfer mit dem ehemaligen Bremer tatsächlich noch realisiert werden, dürfte Misimovic schnell das Weite suchen. "Ein System mit uns beiden wird schwer zu finden sein", so der Bosnier weiter. Die Umschulung zum Flügelstürmer lehnt Misimovic ebenfalls ab: "Nein, auf die Seite ausweichen, das ist eigentlich nicht meine Position".

Der 28-Jährige sieht außerdem schon seit dem Versuch des Vereins, Michael Ballack zu verpflichten, seine interne Wertschätzung sinken. Das intensive Bemühen um Diego sowie sein Austausch im Mannschaftsrat gegen Neuzugang Arne Friedrich bestätigen ihn in dieser Ansicht. Nach Informationen der "Sport-Bild" forciert sein neuer Berater Fali Ramadani jetzt Misimovics Abgang.

FSV Mainz 05, Logo

Mainz 05: Zehn Millionen Euro soll 1899 Hoffenheim dem FSV Mainz der "Sport-Bild" zufolge für Shootingstar Andre Schürrle geboten haben. Viel Geld für einen Verein wie Mainz - trotzdem gab Manager Christian Heidel Schürrle nicht ab. "Was sollen wir kurz vor dem Start mit so viel Geld? Am Ende machen wir einen riesigen Gewinn und geben die Hälfte an das Finanzamt ab. Das macht überhaupt keinen Sinn, wir brauchen den Spieler", betont Heidel.

Der 19-jährige Schürrle soll zusammen mit Leihgabe Lewis Holtby die neue Flügelzange am Bruchweg bilden und offensiv für Furore sorgen. "Ich fühle mich hier in Mainz sehr wohl und kann mich unter Trainer Thomas Tuchel sehr gut entwickeln" stellt auch Schürrle selbst klar.

Teil 2: Frankfurt bis St. Pauli

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