Montag, 26.04.2010

Moniz wird Interimscoach

HSV trennt sich von Bruno Labbadia

Der Hamburger SV hat sich nach der peinlichen Niederlage in Hoffenheim von Trainer Bruno Labbadia getrennt. Dies bestätigte Klub-Chef Bernd Hoffmann. Techniktrainer Ricardo Moniz wird ihn als Interimscoach vertreten.

Trainer Bruno Labbadia wurde am Montag beim Hamburger SV entlassen
© Getty
Trainer Bruno Labbadia wurde am Montag beim Hamburger SV entlassen

Der Hamburger SV hat unmittelbar vor seinem wichtigsten Saisonspiel die Reißleine gezogen und sich nach einer Krisensitzung am Montagmorgen von Trainer Bruno Labbadia getrennt. Das gab Klub-Chef Bernd Hoffmann nach einer Krisensitzung am Montag auf einer Pressekonferenz bekannt.

"Wir haben die Situation wie angekündigt analysiert. Sie hat sich so dargestellt, dass wir nicht erwarten konnten, das Spiel am Donnerstag in Fulham erfolgreich zu bestehen", sagte Hoffmann und führte weiter aus: "Es war der letzte Zeitpunkt, um zu reagieren, um das Ziel Europa League nicht zu gefährden."

Einen Tag nach dem beschämenden 1:5 in Hoffenheim reagierte der Vorstand auf die anhaltende Talfahrt in der Liga und setzte zugleich ein Signal für das Halbfinal-Rückspiel.

Moniz übernimmt

Bei der Partie in London übernimmt Techniktrainer Ricardo Moniz das Amt als Interimscoach, um nach dem 0:0 im Hinspiel den Traum des HSV vom Europapokal-Endspiel am 12. Mai im eigenen Stadion doch noch zu verwirklichen.

Der Niederländer leitete am Montag bereits das Vormittagstraining. Labbadia, dessen Vertrag bis 30. Juni 2012 datiert ist, trauten die Klub-Verantwortlichen offenbar nicht mehr zu, das Ruder im Saisonfinale noch herumzureißen.

Emotional verbunden mit Bruno

HSV-Chef Bernd Hoffmann, Hamburger SV, Bruno Labbadia, Trainer, Entlassung

"Moniz lebt Fußball. Wer ihn kennt, weiß: Keiner ist mehr 100 Prozent HSV als er", erklärte Hoffmann. "Wir glauben, dass Ricardo die verschütt gegangenen Prozent jetzt herauskitzeln kann."

Dessen ist sich auch der Interims-Chefcoach sicher. "Wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass wir das mit der Mannschaft hinkriegen, hätte ich es nicht gemacht", so der 45-Jährige. "Für mich ist es ein dramatischer Tag. Das habe ich auch den Spielern gesagt. Ich bin emotional sehr verbunden mit Bruno."

"Das Thema Labbadia ist durch"

"Das Thema Labbadia ist durch", erklärten Vertreter des HSV-Aufsichtsrats nach der kurzfristig einberufenen Sitzung am Montagvormittag. Zuletzt hatten sich die Zweifel gemehrt, dass Labbadia die Mannschaft noch erreicht.

Höhepunkt war der öffentliche Disput zwischen Labbadia und Torwart Frank Rost, der vergangene Woche nach der ihm vorgeworfenen Disziplinlosigkeit aus dem Mannschaftsrat zurückgetreten war.

Zudem hatten die Hamburger mit der 1:5-Pleite in Hoffenheim am Sonntag die letzte Chance auf einen Europacup-Platz in der Liga verspielt. In den vergangenen sieben Bundesligapartien war den Norddeutschen nur ein Sieg gelungen.

Sechs Trainer in sechs Jahren

Labbadia hatte das Traineramt Anfang Juni vergangenen Jahres als Nachfolger des Niederländers Martin Jol übernommen. Der frühere Bundesligaprofi war für eine geschätzte Ablöse von 1,3 Millionen Euro vom Ligarivalen Bayer Leverkusen an die Elbe gewechselt.

Er war bei seiner Verpflichtung der sechste Trainer des HSV in knapp sechs Jahren.

Analyse: Hoffenheim - Hamburg 5:1

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