Markus Babbel schießt gegen den DFB

SID
Mittwoch, 03.02.2010 | 11:12 Uhr
Markus Babbel war von 2007 bis 2009 Co-Trainer und Trainer beim VfB Stuttgart
© Getty

Markus Babbel hat dem DFB wegen der Auflagen zum Erwerb der Trainerlizenz eine Mitschuld für seinen Rauswurf beim VfB Stuttgart gegeben: "Das hätte man anders gestalten können."

Trainer Markus Babbel hat sich zwei Monate nach seinem Rauswurf beim VfB Stuttgart mit scharfer Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Ex-Nationalspieler Guido Buchwald zurückgemeldet. Babbel machte den DFB wegen dessen strikter Auflagen beim Erwerb der Trainerlizenz indirekt mitverantwortlich für seine Entlassung. Buchwalds Verbal-Angriffe nannte er "schwach".

Die Doppelbelastung mit Trainerjob beim VfB und der Ausbildung in Köln nannte der 37 Jahre alte Babbel "hochgradig anstrengend". In der "Bild-Zeitung" klagte er: "Man hätte das sicher anders gestalten können. Ich habe meine Meinung dazu. Ich kann es nachvollziehen, dass man eine Elite-Ausbildung braucht. Es hätte aber vielleicht auch andere Möglichkeiten gegeben." Er wisse "nicht, wie ich das hätte schaffen sollen: Lizenz und VfB-Trainer".

Babbel griff auch seinen ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Matthias Sammer an, der als DFB-Sportdirektor mitverantwortlich für die Gestaltung des Lehrgangs ist.

Babbel: "Ich war leer"

"Man sollte als heute Verantwortlicher nie vergessen, welche Annehmlichkeiten man selbst in der Ausbildung wahrgenommen hat. Begründete Ausnahmen sollten immer möglich sein. Jetzt gibt es angeblich keine mehr. Was mich allerdings ein bisschen ärgert ist, dass manche trotzdem anders behandelt werden. Das werde ich Matthias aber persönlich sagen."

Babbel beschuldigte zudem seine Ex-Mannschaft, seine missliche Lage "zum Alibi genommen" zu haben. Er bekannte aber zugleich, dass er die Situation auch "ein Stück weit unterschätzt" habe. Letztlich sei er dann an einem Punkt angelangt, an dem "ich nicht mehr weiter wusste. Ich habe ausgesehen wie eine weiße Wand. Ich war leer, ich konnte nicht mehr."

Dass er sich in dieser Phase auch noch Kritik vom ehemaligen VfB-Profi Buchwald gefallen lassen musste, empfand Babbel als extrem störend. "Für mich ist sein Verhalten unterste Schublade. Eines Ehrenspielführers des VfB Stuttgart unwürdig. Sich so auf Kosten anderer profilieren zu wollen, ist bitter", sagte er der "Sport-Bild".

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