Mittwoch, 13.01.2010

7 Klubs - 7 Brennpunkte

Stuttgart setzt auf Rustikales

Bremen wird nun doch einen Tunesier verpflichten - den nächsten Naldo vielleicht? Stuttgart feiert die Auferstehung zweier fast Vergessener und beim Club ist kein Platz mehr für das Phantom in der kreativen Schaltzentrale. Das alles und mehr in Inside Bundesliga - für alle Fans und Manager-Spieler.

Khalid Boulahrouz und Roberto Hilbert hatten in Stuttgart zuletzt einen schweren Stand
© Getty
Khalid Boulahrouz und Roberto Hilbert hatten in Stuttgart zuletzt einen schweren Stand

VfL Wolfsburg: Trotz des katastrophalen letzten Tests beim Blitzturnier in Düsseldorf (vier Gegentore in 90 Minuten) wird Trainer Armin Veh wohl am 4-2-3-1 festhalten. Der Coach will nach 32 Hinrunden-Gegentoren unbedingt Christian Gentner als zweiten Sechser neben Josue haben. Ein 4-4-2 kommt nicht infrage, weil Spielmacher Zvjezdan Misimovic dann auf die linke Außenbahn ausweichen müsste. Im 4-2-3-1 kann Misimovic weiter zentral spielen, dafür muss ein Stürmer auf den linken Flügel. In Düsseldorf wechselten sich Edin Dzeko und Grafite ab. Klar ist, dass Sascha Riether nun rechts im Mittelfeld spielt, Peter Pekarik spielt rechts hinten. Links ist Marcel Schäfer pünktlich zum Rückrundenauftakt fit, Fabian Johnson muss trotz starker Vorbereitung auf die Bank. Innen verteidigt auf jeden Fall Andrea Barzagli - und neben ihm wohl Alexander Madlung.

1. FC Nürnberg: Dieter Hecking ist der neue Chef beim Club und regiert in seinen ersten Wochen mit harter Hand. Zunächst verlegte er den Trainingsstart um fünf Tage vor, dann ließ er die Spieler ordentlich Kraft und Kondition bolzen und zuletzt verpasste er seinem neuen Team auch ein neues System: 4-4-2 mit zwei defensiven Mittelfeldspielern. Andreas Ottl ist gesetzt, Joe Mnari hat für Sonntag die besten Chancen auf den Platz daneben. Die Nürnberger sind aber nach dem geplatzten Transfer von Mickael Tavares noch auf der Suche nach einem Mittelfeldmann. Durch die Systemumstellung steht ein Nürnberger Held auf dem Abstellgleis: Marek Mintal. Der Slowake spielt am liebsten hinter den Spitzen, eine Position, die es bei Hecking nicht mehr gibt - es sei denn, er setzt auf ein 4-2-3-1, was zwar möglich, aber unwahrscheinlich ist. Auch Thomas Broichs Chancen auf mehr Einsatzzeit sind dadurch gesunken. Für Mintal bestünde immerhin noch die Option Sturm. Aber dort haben im Moment Albert Bunjaku, Christian Eigler, Isaac Boakye und auch Angelos Charisteas die Nase vorn.

Borussia Dortmund: Da Zidan beim Afrika-Cup weilt, muss der BVB auf der zentralen Mittelfeldposition hinter Lucas Barrios improvisieren. Die besten Chancen hat Nelson Valdez. Eine andere Option wäre Kevin Großkreutz, doch Jürgen Klopp ließ bereits durchblicken, dass der Youngster wie zuletzt auf der linken Seite bleiben wird. Durchaus sinnig: So muss Klopp seine erfolgreiche Elf nur auf einer Position ändern. Eine dritte Möglichkeit, die für das Spiel in Köln allerdings nicht in Angriff genommen wird, ist Talent Mario Götze. Der 17-Jährige, der am 13. Spieltag sein Ligadebüt feierte und damit der siebtjüngste Bundesligaspieler aller Zeiten wurde, hat im Trainingslager in Marbella weiter Werbung in eigener Sache betreiben können. Beim Testspiel in Ahlen ließ ihn Klopp - zwar auf der linken statt der zentralen Position - 90 Minuten durchspielen. Sollte die Variante mit Valdez scheitern, wird Klopp sicherlich nicht zögern und Götze zu seinem Startelfdebüt verhelfen.

Eintracht Frankfurt: Nachdem Michael Skibbe und Heribert Bruchhagen ihren Burgfrieden geschlossen haben, hat sich die Lage am Main wieder etwas beruhigt. Das Problem im Sturm bleibt aber. Dort hat Skibbe mit Nikos Liberopoulos und Aushilfsstürmer Alex Meier nur noch zwei gestandene Männer parat - mit ein Grund, warum der Coach seine Generalkritik erneuerte. Die talentierten Youngsters Marcos Alvarez und Juvhel Tsoumou haben im Trainingslager in Belek einen Sprung nach vorne gemacht und dürfen in der Rückserie auf ihre ersten Kurzeinsätze hoffen. Dies bestätigte Skibbe bei der Frage nach Neueinkäufen: "Ich möchte nur Spieler verpflichten, die uns sofort und auf Dauer helfen können. Dafür ist die Entwicklung von unseren Jungen wie Alvarez und Tsoumou eigentlich zu gut. Eintracht sollte auf die bewährten Spieler setzen. Für die ist Alvarez ein Konkurrent geworden."

Borussia Mönchengladbach: Er ist einer der großen Gewinner der Vorbereitung: Fabian Bäcker zeigte in den Trainingseinheiten und Testspielen, dass er in Zukunft eine echte Alternative für den Gladbacher Angriff sein kann. Seinen ersten Pflichtspieleinsatz könnte er nun schneller bekommen als gedacht. Zum Rückrundenauftakt gegen Bochum fallen Rob Friend (Fersenverletzung) und Karim Matmour (Afrika-Cup) definitiv aus, Roberto Collauti und Oliver Neuville (beide Muskelprobleme) sind angeschlagen. "Wir können das kompensieren", sagt Trainer Michael Frontzeck, ohne jedoch zu verraten, "ob wir an unserem Spielsystem schrauben oder personell etwas ändern." Als Alternativen für die Position neben Raul Bobadilla bleiben noch Bäcker und Moses Lamidi. Einen Startelfeinsatz von Bäcker schloss Frontzeck aus, als Joker könnte er aber zum Einsatz kommen. Sollte Frontzeck auf 4-3-3 umstellen, könnten Marco Reus und Juan Arango die offensiven Außen bilden.

VfB Stuttgart: Der VfB geht topfit in die Rückrunde, Trainer Christian Gross führte in den letzten Wochen ein eisenhartes Regiment. Selbst Spieler wie Alex Hleb, der drei Jahre lang unter Felix Magath trainiert hat, stöhnten ob der Intensität der Einheiten. Gross setzt auf physischen Kraft-Fußball, der dem Gegner von der ersten Minute an aggressiv zusetzen soll. Insofern ist die Wiederauferstehung der in Vergessenheit geratenen Khalid Boulahrouz (für den verletzten Matthieu Delpierre) und vor allem Roberto Hilbert nachvollziehbar. Hilbert hatte sich aus der Mannschaft rotiert, die spielerischen Defizite des Ex-Nationalspielers sind einfach zu gravierend. In Gross' Planungen aber findet sich Hilbert auf der rechten Seite im Team wieder und hat damit Timo Gebhart verdrängt. Im Sturm hat der Brecher Pawel Pogrebnjak neben dem schnellen Ciprian Marica im Vergleich zum spielstarken Cacau die Nase vorn. Mit filigranen, aber unrobusten Spielern kann Gross offenbar nicht viel anfangen: Der Brasilianer Elson kann den Verein verlassen.

Werder Bremen: Das Dauerproblem auf der linken Abwehrseite hat sich nach Sebastian Boenischs Ausfall wieder dramatisch verschlimmert - oder wie sonst soll die kuriose Aktion mit Gastspieler Aymen Abdennour erklärt werden? Vor Weihnachten weilte der Tunesier bereits zum Probetraining in Bremen. Im Trainingslager in Dubai sollte er weiter getestet werden. Sein Klub Etoile Sportive du Sahel verweigerte aber die Freigabe. Doch nach Werders Rückkehr nach Bremen trabte Abdennour plötzlich beim Trainingsspiel gegen die eigene U 23 aufs Feld. Mit einem falsch beflockten Trikot zwar (ein "n" fehlte dem Nachnamen), aber immerhin.

Jetzt soll der 21-Jährige auch verpflichtet werden. Was wie ein Panikkauf aussieht, verbirgt in Spuren aber die alte Jagdleidenschaft von Klaus Allofs - der mit ähnlich abwegigen Transfers schon Juwelen wie Naldo oder Valerien Ismael ausfindig gemacht hatte. Überhaupt zieht der Sportdirektor die Zügel deutlich an. Mit derselben Vehemenz wie er den Abdennour-Deal verfolgt, hat er auch den Bankdrückern Moreno, Tosic und Vranjes erklärt, dass Werder in naher Zukunft ohne sie planen wird.

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