Fussball

Spitzenspiel auf Schalke - oder doch nicht?

SID
Zweikampf der Südamerikaner: Schalkes Brasilianer Rafinha gegen Leverkusens Chilenen Arturo Vidal
© Getty

Trainer Markus Babbel vom VfB Stuttgart ist beim 85. Süd-Derby in der Bundesliga gegen seinen Ex-Klub Bayern München zum Siegen verdammt, von übergroßem Druck oder sogar Furcht will er aber nichts wissen.

"Keiner darf Angst haben, sonst zerlegen die uns", sagte er vor dem Spiel am Samstag (15.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY), das über seine Zukunft beim VfB entscheiden könnte. Sportvorstand Horst Heldt will zwar von einer Frist für seinen Kumpel Babbel nichts wissen, betonte aber unmissverständlich: "Wir brauchen Punkte - und zwar schnell. Auch wenn wir gegen die Bayern nur Außenseiter sind."

Obwohl sich der VfB gegen den "übermächtigen" (Babbel) FC Bayern als Underdog fühlt, versuchte Babbel dem Team den Glauben an eine Überraschung zu geben - mit ungewöhnlichen Methoden. Babbel appellierte an die Medien, den Profis mit Überschriften wie "Babbel: 'Ich will die Bayern schlagen'" Mut einzuimpfen.

"Damit würden Sie mir einen großen Gefallen tun, ich bitte sie deshalb um ihre Mithilfe", sagte der Coach. Die Idee zu diesem Schritt sei ihm "beim Joggen am Bärensee" gekommen. Dass er beim VfB trotz der Serie von fünf Pleiten Vertrauen genießt, nannte Babbel "nicht normal".

Seine Spieler versuchte Babbel indes nicht nur verbal über die Medien, sondern auch auf dem Trainingsplatz starkzumachen. Er ließ vor allem das Toreschießen üben. "Wir mussten klar machen, dass es gar nicht so schwierig ist, Tore zu schießen", sagte er.

"Mia-san-mia"-Gefühl wiederentdeckt

Bayern-Coach Louis van Gaal sieht in Stuttgart trotz der Krise "eine gute Mannschaft mit Spielern hoher Qualität, die ein Spiel ändern können". Von diesen Profis habe der VfB mehr als Eintracht Frankfurt, gegen das die Bayern beim 4:0-Triumph im DFB-Pokal ihr "Mia-san-mia-Gefühl" wiederentdeckt haben.

Van Gaal warnte seine Spieler zugleich davor, Stuttgart auf die leichte Schulter zu nehmen. "Bei uns heißt es: Eine Katze in einem engen Raum macht komische Sprünge", sagte er. Zumindest mental etwas angeschlagen wirkte zuletzt der Ex-Stuttgarter Mario Gomez, den van Gaal hartnäckig ignoriert.

Vor der Rückkehr an den Neckar machte ihm der Coach Hoffnungen auf einen Einsatz von Beginn an, Mitleid will Gomez aber nicht. "Ich will spielen, weil der Trainer überzeugt von mir ist, nicht, weil es gegen meinen alten Verein geht", sagte er.

Spitzenspiel auf Schalke

Das Spitzenspiel des 11. Spieltages steigt indes auf Schalke - wenngleich keine der beiden beteiligten Mannschaften sich schon als Spitzenteam sieht.

"Dafür ist die Saison noch viel zu jung. Aber wir arbeiten daran, eins zu werden", sagte Schalke-Trainer Felix Magath vor dem Duell des Vierten gegen den Spitzenreiter Bayer Leverkusen. Ähnlich hatte sich zuletzt Leverkusens Jupp Heynckes geäußert. Den ältesten Coach der Liga quälte die gesamte Woche einer Grippe, er wird auf Schalke aber auf der Bank sitzen.

Kapitän Rolfes fehlt gegen Schalke

Fehlen wird dagegen Kapitän Simon Rolfes. "Das wird eine schwere Aufgabe. Ich habe die Schalker beim 3:3 gegen Hamburg gesehen. Das war sehr beeindruckend. Schalke hat viele junge Leute, und die geben Gas", sagte Heynckes' Assistent Peter Hermann. Hinter Leverkusen lauert der Hamburger SV punktgleich auf einen Bayer-Patzer.

Angesichts der nächsten drei Begegnungen mit Teams aus der unteren Tabellenhälfte wie Borussia Mönchengladbach, Hannover 96 und VfL Bochum scheint der Sprung an die Spitze möglich. Doch Coach Bruno Labbadia warnt: "Gladbach ist eine gute Mannschaft mit großer Laufbereitschaft. Sie werden tief stehen. Es kann sein, dass wir den Ball öfter mal hintenrum spielen müssen. Da ist Geduld gefragt."

Schaaf glaubt an den Erfolg

Die könnte auch Werder Bremen beim 1. FC Nürnberg brauchen, denn der Pokalsieger muss auf Stürmer Claudio Pizarro (Sprunggelenk), mit sechs Treffern bester Torjäger, verzichten.

Trainer Thomas Schaaf aber glaubt an eine Fortsetzung der Serie von zuletzt vier Liga-Siegen in Folge. "Wir haben keine Probleme, die Favoritenrolle anzunehmen. Wir müssen sicher stehen, Nürnberg vorne beschäftigen, zu Fehlern zwingen. Dann werden wir erfolgreich sein." Werder könnte sogar an die Spitze stürmen - dahin wo auch der Meister VfL Wolfsburg wieder verschämt schielt.

"Egal wer kommt: Wir sind zu Hause Favorit und müssen gewinnen. Denn wir wollen uns oben festkrallen", sagt Trainer Armin Veh vor dem Spiel gegen Mainz 05. Vehs Sorgenkind Grafite könnte nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub in Brasilien zumindest wieder auf der Bank Platz nehmen.

Heynckes gegen Schalke auf der Bayer-Bank

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung