Gewinner und Verlierer beim FC Bayern

Von Thomas Gaber
Schwere Zeiten: Michael Rensing ist beim FC Bayern nur noch zweite Wahl
© Getty
Cookie-Einstellungen

Die Verlierer

Michael Rensing: Der Grad der Demütigung ist für den 24-Jährigen fast unerträglich. Jahrelang hat Rensing geduldig hinter Oliver Kahn verharrt, um endlich Bayerns Nummer eins zu werden. Und dann wird er ausgerechnet vor dem Spiel im Camp Nou von Klinsmann aus dem Tor genommen.

Was ursprünglich nur für ein Spiel galt, ist nun bis Saisonende in Stein gemeißelt: Butt hütet das Tor, Rensing die Bank. Hinter vorgehaltener Hand wird kolportiert, dass Klinsmann von Anfang an kein Fan von Rensing war und Jens Lehmann mit nach München bringen wollte.

Doch er scheiterte am Veto des Aufsichtsrats und an Manager Uli Hoeneß, der Rensing mit der Kahn-Nachfolge tröstete und bei ihm im Wort stand. Erst jüngst soll sich Klinsmann, laut "Süddeutsche Zeitung", durchgesetzt haben. "Jürgen, mach, was Du für richtig hältst", soll Hoeneß gesagt haben.

Diesen "Kampf" hat Klinsmann für sich entschieden. Seine Wertschätzung für Rensing habe sich nicht geändert, versichert der Coach. Vertrauen in Rensing hat er aber nicht. "Ich musste Michaels Entwicklung zurückschrauben, weil es nur noch um die nackten Ergebnisse geht", sagte Klinsmann. Ein Schlag ins Gesicht für den Torhüter, den Klinsmann als Bundestrainer einst zum Leistungstest der Nationalmannschaft einlud.

Sollte Klinsmann über die Saison hinaus Bayern-Trainer bleiben, bleibt Rensing nur die Flucht aus München.

Tim Borowski: Der ehemalige Bremer stand in der Rückrunde nur zweimal in der Startelf. In der Hinrunde lag Borowski deutlich vor Sosa und Ottl, mittlerweile kommt er nicht mal zum Einsatz, wenn mehrere Stammspieler gleichzeitig ausfallen.

"Ich bin schon ein Stück weit überrascht, wie es im Moment läuft. Ich war in der Hinrunde gut drauf, habe wichtige Spiele mitgemacht und mit entschieden. Das ist komplett weggebrochen - das ist ärgerlich und unverständlich", sagte Borowski der Münchner "tz".

Ein Gespräch mit Klinsmann habe es nicht gegeben, die Gründe für die Degradierung sind für Borowski nicht ersichtlich.

"Ich trainiere gut, arbeite hart. Ich bin schon verwundert, wie wenig Einsätze ich bekomme. Ich bin noch nicht auf den Trainer zugegangen, aber kann ihm in die Augen sehen."

Aufgeben will der 28-Jährige nicht: "Ich habe noch nicht eine Sekunde darüber nachgedacht. Ich bin glücklich und stolz, für den FC Bayern zu spielen. Ich will nur wie in der Hinrunde wieder beweisen, dass sie mit mir Qualität geholt haben."

Massimo Oddo: Spätestens seit seinem jämmerlichen Auftritt in Barcelona hat der Italiener keine Zukunft mehr bei Bayern.

Milan-Coach Carlo Ancelotti verkündete bereits, dass Oddo zurück nach Mailand kommt.

Der Weltmeister konnte in München nie überzeugen und den Zweikampf auf der rechten Abwehrseite gegen Christian Lell nicht für sich entscheiden. Sperren und Verletzungen warfen Oddo immer wieder zurück.  

Der 32-Jährige würde sich gerne mit der Meisterschaft verabschieden, ob er aber in den letzten Spielen dazu beitragen darf, ist zu bezweifeln.

Seine schwache Form und seine hartnäckige Sprunggelenksverletzung sprechen nicht für ein Happy End in München.

Breitner verteidigt Bayerns Transferpolitik