Fussball

Medien: FIFA verschwieg Ermittlungen

SID
Gianni Infantino ist seit Anfang 2016 Nachfolger von Sepp Blatter als FIFA-Präsident

Die FIFA hat offenbar Ermittlungen der Ethikkommission gegen Gianni Infantino bewusst verschwiegen und die Chance auf den Erhalt wichtiger Dokumente ungenutzt gelassen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe unter Verweis auf entsprechende vorliegende Unterlagen.

Der Fußball-Weltverband FIFA hat offenbar Ermittlungen der Ethikkommission gegen seinen Präsidenten Gianni Infantino bewusst verschwiegen und die Chance auf den Erhalt wichtiger Dokumente ungenutzt gelassen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe unter Verweis auf entsprechende vorliegende Unterlagen.

In der vergangenen Woche hatte die FIFA erklärt, es gebe keine Ermittlungen gegen Infantino. Dies habe María Claudia Rojas, die neue Vorsitzende der Ermittlungskammer der Ethikkommission, bestätigt. Allerdings habe sich Rojas laut Spiegel am 12. Juni schriftlich an ihren Vorgänger Cornel Borbély gewandt und um die Übergabe der nicht im FIFA-Hauptquartier befindlichen Unterlagen gebeten.

Am 15. Juni habe der Schweizer Jurist Borbély um Terminvorschläge für ein Treffen gebeten, um die Übergabe der Unterlagen zu besprechen. Seine Anfrage sei allerdings unbeantwortet geblieben.

Der Spiegel und andere Medien hatten im April von Untersuchungen der Ethikkommission gegen Infantino berichtet, unter anderem wegen des Verdachts der verbotenen Einflussnahme auf Präsidentschaftswahlen in Afrika. Kurz darauf wurde die alte Ethikkommission um Borbély und den deutschen Richter Hans-Joachim Eckert beim FIFA-Council in Bahrain nicht mehr zur Wiederwahl vorgeschlagen, was unter anderem bei Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), laute Kritik hervorrief.

Grindel sagte nun dem Spiegel, er habe bislang noch keine Möglichkeit gehabt, mit Rojas persönlich zu sprechen und wisse deshalb auch nicht, ob es ein Ermittlungsverfahren gegen Infantino gebe. Sollten die Vorwürfe zutreffen, hätte sich der FIFA-Präsident allerdings "wegen Befangenheit nicht derart in die personellen Veränderungen der Ethikkommission einbringen dürfen", sagte Grindel.

SID mh ma

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