Assauer macht Alzheimer-Erkrankung öffentlich

Ein Buch gegen das Vergessen

SID
Dienstag, 31.01.2012 | 13:36 Uhr
So kennt man ihn: Rudi Assauer mit Zigarre
© spox
Advertisement
Boxen
So03:00
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Premier League
So17:00
Kracher am Sonntag: Liverpool-Arsenal
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
UEFA Europa League
Fenerbahce -
Vardar Skopje
Primera División
Real Sociedad -
Villarreal
Ligue 1
PSG -
St. Etienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Eredivisie
Venlo -
Ajax
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Primera División
Espanyol -
Leganes
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien
WC Qualification South America
Brasilien -
Ecuador
WC Qualification South America
Peru -
Bolivien
WC Qualification Europe
Dänemark -
Polen
WC Qualification Europe
Slowakei -
Slowenien
WC Qualification Europe
Tschechien -
Deutschland
WC Qualification Europe
Georgien -
Irland
WC Qualification Europe
Serbien -
Moldawien
WC Qualification Europe
Isreal -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Färöer Inseln -
Andorra
WC Qualification Europe
Weißrussland -
Schweden
WC Qualification Europe
Estland -
Zypern
WC Qualification Europe
Griechenland -
Belgien

Rudi Assauer war immer ein Mann der Medien. Zur Redaktion der "Bild"-Zeitung bestand ein direkter Draht. Assauer brauchte meist nur ein Telefonat zu einem der Freunde bei der Boulevardzeitung, um am anderen Tag eine tolle Story über ihn, Schalke oder den Fußball im Allgemeinen zu platzieren. Nun macht der 67-Jährige den Schlussakkord seines bewegten Lebens, in dem er so gerne polarisierte, zu einem perfekt inszenierten Coming-Out.

Assauer, der frühere Manager von Schalke 04, leidet an Alzheimer. Die Krankheit und ihre Folgen, zusammen mit einem Rückblick auf sein Leben, wird er in einem am 2. Februar erscheinenden biografischen Buch präsentieren, dessen Titel sich wie eine Boulevardschlagzeile liest: "Wie ausgewechselt - Verblassende Erinnerungen an mein Leben". Der Riva-Verlag machte mit der Buchankündigung die Krankheit öffentlich.

Einige Jahre hat Assauer das tückische Leiden versteckt. "Man will es nicht wahrhaben", sagt er. Inzwischen hat er sich zur totalen Offenheit entschieden. In Kürze wird das "ZDF" in seiner Sendereihe "37 Grad" den kranken Mann, der als Spieler und vor allem als Manager zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs wurde, zeigen. Über einen längeren Zeitraum beobachtete ein "ZDF"-Team Assauer, womit auch die Entwicklung der Krankheit dokumentiert wird.

"Bloß nicht diese Nummer"

Assauer, der mit Absicht, aber ohne große Anstrengung sein Bild als echter Macho-Typ pflegte, war erschüttert, als er vor zwei Jahren die Alzheimer-Diagnose erfuhr. "Wenn es eine Sache in der Welt gibt, wenn es eine Sache in meinem Leben gibt, vor der ich immer Angst hatte, so richtig Schiss auf gut Deutsch, dann Alzheimer", schreibt er in seinem Buch. "Bloß nicht diese Nummer. Bloß nicht dement werden im Alter, das schwirrte mir oft im Kopf herum."

Assauer war zum Arzt gegangen, weil es Alzheimer-Fälle in der Familie gab. Im Umfeld von Schalke 04 wurde seit einigen Monaten erzählt, dass es ihm nicht gut gehe. Die Geschichte, dass er das Haus verließ und nicht mehr wusste, wo er sein Auto geparkt hatte, machte die Runde.

Der eigentlich fröhliche Typ, der gerne dem Image des harten Kerls mit weichem Kern entsprach, zog sich immer mehr zurück. Zum Rückrundenstart besuchte er aber das Spiel der Schalker gegen Stuttgart.

"Nur gucken, nicht anfassen"

Gerne stand Assauer im Blickpunkt, wobei er die Umgebung mit dem Rauch seiner Zigarillos und Zigarren vernebelte. Die große öffentliche Darstellung der Krankheit begründet er nun damit, mit Würde aus dem Rampenlicht treten zu wollen. Die Partnerschaft mit der Schauspielerin Simone Thomalla genoss er sicherlich nicht nur aus Liebe, sondern auch wegen der großen Aufmerksamkeit der Medien.

Für einen Werbespot für Veltins griff er mit seiner Lebensgefährtin zusammen ironisch das Macho-Image auf. "Nur gucken, nicht anfassen" hieß der Slogan, entlehnt dem Spott der Schalker Konkurrenz, die den Spruch einmal erfunden hatten, weil der Revierklub zu Assauer-Zeiten nie die Meisterschale in die Hand bekam. 2006 erhielten Assauer und Thomalla den Fernsehpreis "Goldene Kamera".

2009 zerbrach die Verbindung mit der deutlich jüngeren Tatort-Kommissarin Thomalla. Nun wohnt "Assi", wie sie ihn im Ruhrpott nennen, bei seiner Tochter Bettina (46), einem Kind aus erster Ehe. Seine 2011 geschlossene Ehe mit einer 22 Jahre jüngeren Frau befindet sich in Auflösung, auch wegen seiner Krankheit.

Assauer war Schalke und Schalke war Assauer

Alleine leben - das wäre für diesen einst harten Macher wohl inzwischen ein Ding der Unmöglichkeit. Die in Essen erscheinende "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", die Assauer seit Jahrzehnten begleitet, schrieb in ihrer Dienstagsausgabe: "Er vergisst kurzfristige Dinge. Interviews kann er schon länger nicht mehr alleine geben. Aber er kämpft gemeinsam mit seinen Ärzten gegen die Krankheit. Mit Medikamenten, mit Therapien und mit Gedächtnisspielen. "

Assauer war Schalke und Schalke war Assauer, bis zu seinem Rücktritt 2006, dem Unstimmigkeiten mit der Klubführung vorausgingen. Auch bei Borussia Dortmund wird "Assi" geschätzt, denn von 1964 bis 1970 spielte er für den BVB erfolgreich mit Kollegen wie Tilkowski, Emmerich und Libuda.

Er gehörte dem Team an, das 1966 als erste deutsche Mannschaft einen Europapokal gewann. Danach trug er bis 1975 das Trikot von Werder Bremen und erhöhte die Zahl seiner Bundesliga-Einsätze auf 307. Von 1976 bis 1981 war er Manager in Bermen, am 15. Mai 1981 trat er erstmals in dieser Funktion auf Schalke an. Im Dezember 1986 wurde er entlassen.

Zweite Amtszeit auf Schalke

Nach einem Abstecher ins Immobiliengeschäft und der Rückkehr als Manager beim VfB Oldenburg begann am 1. April 1993 seine zweite Amtszeit in Gelsenkirchen - mitten in der Amtszeit des schillernden Präsidenten Günther Eichberg.

Assauer wurde danach zu "Mister Schalke", er führte den Klub an die Spitze, brachte den Bau der Schalke-Arena in Gang. Behandelt wird Rudi Assauer in der Essener Memory-Klinik. Ihm droht das Schicksal vieler Alzheimer-Patienten. Große Teile oder alles aus seinem wunderbaren Leben wird er vergessen.

Rudi Assauer im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung