Urteil im Wettskandal

Hohe Haftstrafen gegen Sapina und Marijo C.

SID
Donnerstag, 19.05.2011 | 17:12 Uhr
Ante Sapina (2.v.l.) und Marijo C wurden in Bochum zu hohen Haftstrafen verurteilt
© Getty
Advertisement
Boxen
So03:00
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Premier League
So17:00
Kracher am Sonntag: Liverpool-Arsenal
UEFA Europa League
Fenerbahce -
Skopje
Primera División
Real Sociedad -
Villarreal
Ligue 1
PSG -
St. Etienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Real Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Watford -
Brighton
Premier League
Crystal Palace -
Swansea (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Eredivisie
Venlo -
Ajax
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Superliga
Nordsjälland -
Kopenhagen
Primera División
Espanyol -
Leganes
Primera División
Eibar -
Bilbao
Premier League
Zenit -
Rostow
Super Liga
Roter Stern -
Partizan
Premier League
Tottenham -
Burnley
Primera División
Getafe -
Sevilla
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Serie A
Palmeiras -
Sao Paulo
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
Premier League
West Brom -
Stoke
WC Qualification South America
Venezuela -
Kolumbien
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien
WC Qualification South America
Brasilien -
Ecuador
WC Qualification South America
Peru -
Bolivien
WC Qualification Europe
Dänemark -
Polen
WC Qualification Europe
Slowakei -
Slowenien
WC Qualification Europe
Tschechien -
Deutschland
WC Qualification Europe
Georgien -
Irland
WC Qualification Europe
Serbien -
Moldawien
WC Qualification Europe
Isreal -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Spanien -
Italien
Serie B
Empoli -
Bari
WC Qualification Europe
Färöer Inseln -
Andorra
WC Qualification Europe
Weißrussland -
Schweden
WC Qualification Europe
Estland -
Zypern
WC Qualification Europe
Lettland -
Schweiz
WC Qualification Europe
Griechenland -
Belgien
WC Qualification South America
Bolivien -
Chile
WC Qualification South America
Kolumbien -
Brasilien
WC Qualification South America
Ecuador -
Peru
WC Qualification South America
Paraguay -
Uruguay
WC Qualification South America
Argentina -
Venezuela

Der wichtigste Prozess zum größten Manipulationsskandal der europäischen Fußball-Geschichte ist mit hohen Haftstrafen gegen die Wettpaten Ante Sapina und Marijo C. zu Ende gegangen.

Wiederholungstäter Sapina wurde von der 12. Strafkammer des Bochumer Landgerichts wegen gewerbsmäßigen Betrugs ebenso wie sein fünffach vorbestrafter kroatischer Landsmann C. zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Mitläufer Dragan M. erhielt ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Mittrup blieb damit allerdings deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die für Sapina sieben Jahre und für C. sechs Jahre und neun Monate beantragt hatte. Die Angeklagten nahmen die Urteile im Gerichtssaal C240 scheinbar ungerührt zur Kenntnis.

"Ich kann's leider nicht wieder gutmachen"

Der einschlägig vorbestrafte Sapina, der schon 2005 im Skandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer zu zwei Jahren und elf Monaten verurteilt worden war, hatte bei seinem "letzten Wort" vor dem Urteil Emotionen gezeigt. Mit brüchiger Stimme sagte er: "Ich möchte mich vor allem bei meiner Familie entschuldigen. Ich kann's leider nicht wieder gutmachen. Ich kann nur hoffen, dass ich eine letzte Chance bekomme. Es tut mir leid."

Der Prozess gegen die mutmaßlichen Haupttäter war der zweite, aber wohl noch lange nicht der letzte im Rahmen dieses Wettskandals. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln noch immer gegen gut 300 weitere Verdächtige. Am 14. April hatte die 13. Strafkammer gegen drei Angeklagte Haftstrafen zwischen drei und knapp vier Jahren verhängt.

Harte Worte vom Staatsanwalt

Vor den Urteilen hatten sich Sapina und Marijo C. von Staatsanwalt Andreas Bachmann harte Worte anhören müssen. "Sie haben bewusst Wettbewerbsverzerrung in Kauf genommen und haben sich als Feinde des Sports gezeigt. Habgier und Geltungssucht waren Ihre Motive. Besonders Ihnen, Herr Sapina, ging es auch darum, Ihren Ruf zu verteidigen, in der Champions League der Wettbetrüger zu spielen", sagte Bachmann in seinem Plädoyer und bezeichnete Sapina und C. als "Haupttäter". Im Prozessverlauf hatte Bachmann nur Strafen von etwa sechs Jahren ins Gespräch gebracht.

Die einschlägige Vorstrafe Sapinas wog in Bachmanns Strafmaßforderung besonders schwer. Er verwies auf den Zeitraum zwischen dem Urteil des Landgerichtes Berlin im November 2008 und dessen Bestätigung knapp ein Jahr später durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe: "Da ging es gleich, juppheidi, ins Ausland, wo weitergezockt wurde." Der folgende Strafvollzug habe laut Bachmann "nicht die geringste Wirkung gehabt".

Der Staatsanwalt bezifferte den Schaden, den Sapina bei den Wettbüros verursacht hat, auf exakt 2.349.844,83 Euro. Bei C. belaufe sich der so genannte Nettoschaden auf 2.232.616,73 Euro. Zugute hielt Bachmann den Angeklagten, dass sie im Prozessverlauf umfassend gestanden hatten. Wohl auch deshalb beantragte er, dass bis zum Haftantritt keiner der Angeklagten in Untersuchungshaft verbleiben müsse. Das Gericht folgte seinem Antrag.

Revision wahrscheinlich

Sapina hat bereits 17 Monate, Marijo C. 18 Monate der Strafe in Untersuchungshaft verbüßt. Dass die unterlegenen Parteien beim Bundesgerichtshof Revision einlegen, gilt als wahrscheinlich. Weitere mögliche Instanzen wären das Bundesverfassungsgericht und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

Alexander Hornung, Rechtsanwalt von Marijo C., hatte in seinem Plädoyer die Handlungen der Angeklagten zwar "in höchsten Maße unmoralisch, aber nicht strafrechtrelevant" bezeichnet. Alle Verteidiger vertraten erneut die Grundannahme, dass das durch Sapina und Co. am meistens frequentierte Wettbüro in London von allen Betrügereien gewusst hat und selbst auf die manipulierten Spiele wettete. Deshalb liege kein Schaden und damit auch kein Betrugstatbestand vor. Wie schon mehrere Gerichte zuvor war auch die Bochumer Kammer anderer Auffassung.

"Sportbetrieb ist keine Jungfrau gewesen"

Auch der mahnende Zeigefinger Stefan Conens, des Anwalts von Sapina, half den Beschuldigten kaum weiter: "Der Sportbetrieb ist keine Jungfrau gewesen, als die Angeklagten begannen zu wetten. Es war nicht so, dass schmutzige Herren in einen sauberen Teich gesprungen sind." Korrumpierbare Sportler werde es immer geben, denn "überall, wo finanzielle Anreize gesetzt werden, werden Menschen schwach", sagte Conen.

Sapina und Marijo C. hatten im Verlauf des zweimonatigen Prozesses gestanden, Spieler, Schiedsrichter und Funktionäre bestochen zu haben. 51 Spiele, darunter auch Begegnungen in der Champions League und der WM-Qualifikation, sollen manipuliert worden sein. In das Urteil flossen nach einer Verfahrensbeschränkung, die am Donnerstag zu Beginn des zwölften Verhandlungstages vorgenommen wurde, noch 28 Spiele ein.

Internationaler Fußball auf SPOX

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung