Hohe Haftstrafen gegen Sapina und Marijo C.

SID
Donnerstag, 19.05.2011 | 17:12 Uhr
Ante Sapina (2.v.l.) und Marijo C wurden in Bochum zu hohen Haftstrafen verurteilt
© Getty
Advertisement
International Champions Cup
Sa21.07.
Topspiele im Livestream: FCB - PSG und BVB - Liverpool
CSL
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
International Champions Cup
FC Bayern München -
PSG
Club Friendlies
Benfica -
FC Sevilla
Club Friendlies
Marseille -
Villarreal
Club Friendlies
Inter Mailand -
Zenit
J1 League
Kobe -
Shonan
J1 League
Tosu -
Sendai
CSL
Hebei CFFC -
Jiangsu
Allsvenskan
AIK -
Brommapojkarna
International Champions Cup
Liverpool -
Borussia Dortmund
Club Friendlies
Eibar -
Basaksehir
Club Friendlies
Leicester -
Akhisarspor
UEFA Champions League
Ajax -
Graz
Club Friendlies
Huddersfield -
Lyon
Club Friendlies
Marseille -
Real Betis
International Champions Cup
Juventus -
FC Bayern München
International Champions Cup
Borussia Dortmund -
Benfica
International Champions Cup
Man City -
Liverpool
International Champions Cup
AS Rom -
Tottenham
International Champions Cup
AC Mailand -
Man United
International Champions Cup
Atletico Madrid -
Arsenal
Club Friendlies
Blackburn -
Everton
Copa Sudamericana
San Lorenzo -
Temuco
Club Friendlies
Arminia Bielefeld -
SV Werder Bremen
J1 League
Kobe -
Kashiwa
J1 League
Tosu -
Iwata
CSL
Jiangsu -
Shandong Luneng
International Champions Cup
Arsenal -
PSG
Club Friendlies
FC St. Pauli -
Stoke
International Champions Cup
Benfica -
Juventus
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
International Champions Cup
Man United -
Liverpool
International Champions Cup
FC Bayern München -
Man City
International Champions Cup
FC Barcelona – Tottenham
CSL
Guangzhou Evergrande -
Chongqing
Club Friendlies
Groningen -
SV Werder Bremen
Allsvenskan
AIK -
Kalmar
International Champions Cup
PSG -
Atletico Madrid
International Champions Cup
Man United -
Real Madrid
International Champions Cup
Tottenham -
AC Mailand
International Champions Cup
FC Barcelona -
AS Rom
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
UEFA Champions League
Graz -
Ajax
Club Friendlies
Southampton -
Celta Vigo
International Champions Cup
Arsenal -
Chelsea
International Champions Cup
Benfica -
Lyon
Copa Sudamericana
Sao Paulo -
Colon Santa Fe
Club Friendlies
West Ham -
Angers
Club Friendlies
Brighton -
Sporting
Championship
Reading -
Derby County

Der wichtigste Prozess zum größten Manipulationsskandal der europäischen Fußball-Geschichte ist mit hohen Haftstrafen gegen die Wettpaten Ante Sapina und Marijo C. zu Ende gegangen.

Wiederholungstäter Sapina wurde von der 12. Strafkammer des Bochumer Landgerichts wegen gewerbsmäßigen Betrugs ebenso wie sein fünffach vorbestrafter kroatischer Landsmann C. zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Mitläufer Dragan M. erhielt ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Mittrup blieb damit allerdings deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die für Sapina sieben Jahre und für C. sechs Jahre und neun Monate beantragt hatte. Die Angeklagten nahmen die Urteile im Gerichtssaal C240 scheinbar ungerührt zur Kenntnis.

"Ich kann's leider nicht wieder gutmachen"

Der einschlägig vorbestrafte Sapina, der schon 2005 im Skandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer zu zwei Jahren und elf Monaten verurteilt worden war, hatte bei seinem "letzten Wort" vor dem Urteil Emotionen gezeigt. Mit brüchiger Stimme sagte er: "Ich möchte mich vor allem bei meiner Familie entschuldigen. Ich kann's leider nicht wieder gutmachen. Ich kann nur hoffen, dass ich eine letzte Chance bekomme. Es tut mir leid."

Der Prozess gegen die mutmaßlichen Haupttäter war der zweite, aber wohl noch lange nicht der letzte im Rahmen dieses Wettskandals. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln noch immer gegen gut 300 weitere Verdächtige. Am 14. April hatte die 13. Strafkammer gegen drei Angeklagte Haftstrafen zwischen drei und knapp vier Jahren verhängt.

Harte Worte vom Staatsanwalt

Vor den Urteilen hatten sich Sapina und Marijo C. von Staatsanwalt Andreas Bachmann harte Worte anhören müssen. "Sie haben bewusst Wettbewerbsverzerrung in Kauf genommen und haben sich als Feinde des Sports gezeigt. Habgier und Geltungssucht waren Ihre Motive. Besonders Ihnen, Herr Sapina, ging es auch darum, Ihren Ruf zu verteidigen, in der Champions League der Wettbetrüger zu spielen", sagte Bachmann in seinem Plädoyer und bezeichnete Sapina und C. als "Haupttäter". Im Prozessverlauf hatte Bachmann nur Strafen von etwa sechs Jahren ins Gespräch gebracht.

Die einschlägige Vorstrafe Sapinas wog in Bachmanns Strafmaßforderung besonders schwer. Er verwies auf den Zeitraum zwischen dem Urteil des Landgerichtes Berlin im November 2008 und dessen Bestätigung knapp ein Jahr später durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe: "Da ging es gleich, juppheidi, ins Ausland, wo weitergezockt wurde." Der folgende Strafvollzug habe laut Bachmann "nicht die geringste Wirkung gehabt".

Der Staatsanwalt bezifferte den Schaden, den Sapina bei den Wettbüros verursacht hat, auf exakt 2.349.844,83 Euro. Bei C. belaufe sich der so genannte Nettoschaden auf 2.232.616,73 Euro. Zugute hielt Bachmann den Angeklagten, dass sie im Prozessverlauf umfassend gestanden hatten. Wohl auch deshalb beantragte er, dass bis zum Haftantritt keiner der Angeklagten in Untersuchungshaft verbleiben müsse. Das Gericht folgte seinem Antrag.

Revision wahrscheinlich

Sapina hat bereits 17 Monate, Marijo C. 18 Monate der Strafe in Untersuchungshaft verbüßt. Dass die unterlegenen Parteien beim Bundesgerichtshof Revision einlegen, gilt als wahrscheinlich. Weitere mögliche Instanzen wären das Bundesverfassungsgericht und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

Alexander Hornung, Rechtsanwalt von Marijo C., hatte in seinem Plädoyer die Handlungen der Angeklagten zwar "in höchsten Maße unmoralisch, aber nicht strafrechtrelevant" bezeichnet. Alle Verteidiger vertraten erneut die Grundannahme, dass das durch Sapina und Co. am meistens frequentierte Wettbüro in London von allen Betrügereien gewusst hat und selbst auf die manipulierten Spiele wettete. Deshalb liege kein Schaden und damit auch kein Betrugstatbestand vor. Wie schon mehrere Gerichte zuvor war auch die Bochumer Kammer anderer Auffassung.

"Sportbetrieb ist keine Jungfrau gewesen"

Auch der mahnende Zeigefinger Stefan Conens, des Anwalts von Sapina, half den Beschuldigten kaum weiter: "Der Sportbetrieb ist keine Jungfrau gewesen, als die Angeklagten begannen zu wetten. Es war nicht so, dass schmutzige Herren in einen sauberen Teich gesprungen sind." Korrumpierbare Sportler werde es immer geben, denn "überall, wo finanzielle Anreize gesetzt werden, werden Menschen schwach", sagte Conen.

Sapina und Marijo C. hatten im Verlauf des zweimonatigen Prozesses gestanden, Spieler, Schiedsrichter und Funktionäre bestochen zu haben. 51 Spiele, darunter auch Begegnungen in der Champions League und der WM-Qualifikation, sollen manipuliert worden sein. In das Urteil flossen nach einer Verfahrensbeschränkung, die am Donnerstag zu Beginn des zwölften Verhandlungstages vorgenommen wurde, noch 28 Spiele ein.

Internationaler Fußball auf SPOX

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung