"Wir verlieren ganz einfach die Lust"

Donnerstag, 18.06.2015 | 23:19 Uhr
Glückliche Zeiten: Dietrich Mateschitz beim Spanien-GP 2011 mit Helmut Marko
© getty
Advertisement
MLB
Live
Rays @ Twins
IndyCar Series
Live
Honda Indy Toronto
MLB
Live
All-Star Futures Game: USA -
World
MLB
Athletics @ Giants
MLB
Angels @ Dodgers
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 1
CSL
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 2
Club Friendlies
Besiktas -
Reading
MLB
All-Star Game: National League -
American League
Copa Sudamericana
Lanus -
Junior
J1 League
Hiroshima -
Gamba Osaka
J1 League
Nagasaki -
Kobe
CSL
Guangzhou Evergrande -
Zhicheng
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 3
Club Friendlies
Sion -
Inter Mailand
Club Friendlies
Dynamo Dresden -
Huddersfield
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Tag 4
Club Friendlies
Wolverhampton -
Ajax
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 4
Club Friendlies
Blackburn -
Liverpool
MLB
Cardinals @ Cubs
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Viertelfinale
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Viertelfinale
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Viertelfinale
Club Friendlies
Besiktas -
Krasnodar
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Viertelfinale
MLB
Cardinals @ Cubs
Glory Kickboxing
Glory Super Fight Series: New York
MLB
Mets @ Yankees
MLB
Twins @ Royals
Glory Kickboxing
Glory 55: New York
International Champions Cup
Man City -
Borussia Dortmund
MLB
Astros @ Angels
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Halbfinale
CSL
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Halbfinale
International Champions Cup
FC Bayern München -
PSG
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Halbfinale
Club Friendlies
Benfica -
FC Sevilla
Club Friendlies
Marseille -
Villarreal
MLB
Cardinals @ Cubs
MLB
Mets @ Yankees
World Matchplay
World Matchplay: Tag 1
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Halbfinale
MLB
Red Sox @ Tigers
MLB
Astros @ Angels
J1 League
Kobe -
Shonan
J1 League
Tosu -
Sendai
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Finale
CSL
Hebei CFFC -
Jiangsu
World Matchplay
World Matchplay: Tag 2 -
Session 1
Allsvenskan
AIK -
Brommapojkarna
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Finale
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Finale
MLB
Twins @ Royals
MLB
Cardinals @ Cubs
World Matchplay
World Matchplay: Tag 2 -
Session 2
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Finale
International Champions Cup
Liverpool -
Borussia Dortmund
MLB
Astros @ Angels
MLB
Mets @ Yankees
World Matchplay
World Matchplay: Tag 3
MLB
Twins @ Blue Jays
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Diamondbacks @ Cubs
MLB
White Sox @ Angels
World Matchplay
World Matchplay: Tag 4
MLB
Red Sox @ Orioles
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Diamondbacks @ Cubs
MLB
White Sox @ Angels
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: 3. Tag
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Dodgers @ Phillies
World Matchplay
World Matchplay: Tag 5
Club Friendlies
Huddersfield -
Lyon
Club Friendlies
Marseille -
Real Betis
MLB
Red Sox @ Orioles
International Champions Cup
Juventus -
FC Bayern München
International Champions Cup
Borussia Dortmund -
Benfica
International Champions Cup
Man City -
Liverpool
International Champions Cup
AS Rom -
Tottenham
MLB
White Sox @ Angels
International Champions Cup
AC Mailand -
Man United
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Tag 4
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: 4. Tag
International Champions Cup
Atletico Madrid -
Arsenal
World Matchplay
World Matchplay: Tag 6
Club Friendlies
Blackburn -
Everton
MLB
White Sox @ Angels
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Athletics @ Rangers
Copa Sudamericana
San Lorenzo -
Temuco
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Viertelfinale
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Viertelfinale
BB&T Atlanta Open Men Single
ATP Atlanta: Viertelfinale
World Matchplay
World Matchplay: Tag 7
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Blue Jays @ White Sox
MLB
Mariners @ Angels
FIVB Beach Volleyball World Tour
Tokio: Tag 4
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Halbfinale
J1 League
Kobe -
Kashiwa
J1 League
Hiroshima -
Urawa
J1 League
Tosu -
Iwata
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Halbfinale
CSL
Jiangsu -
Shandong Luneng
International Champions Cup
Arsenal -
PSG
Club Friendlies
St. Pauli -
Stoke
MLB
Royals @ Yankees
International Champions Cup
Benfica -
Juventus
World Matchplay
World Matchplay: Tag 8
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
BB&T Atlanta Open Men Single
ATP Atlanta: Halbfinale
MLB
Cubs @ Cardinals
International Champions Cup
Man United -
Liverpool
International Champions Cup
FC Bayern München -
Man City
MLB
Twins @ Red Sox

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat an der Formel 1 seit Beginn der Saison 2014 die Lust verloren. Der Renault-Antrieb, die beschnittene Aerodynamik - sein Weltmeisterteam fährt im Mittelfeld umher. Für den 71-jährigen Selfmade-Milliardär ein Unding. Er droht vor dem Heimspiel beim Österreich-GP (alle Sessions im LIVE-TICKER) erstmals öffentlich mit dem Ausstieg.

"Wie viele Teams sind aus der Formel 1 schon trotz Verträgen ausgestiegen? Du kannst jemanden nicht halten, wenn er unbedingt raus will", sagte Mateschitz gegenüber Speedweek - dem Motorsportportal, das zu seinem Red-Bull-Konzern gehört.

Er spielte damit auf die Vereinbarung mit F1-Chefpromoter Bernie Ecclestone an, in der sich sein Konzern verpflichtet hat, bis zum Ende der Saison 2018 an den Start zu gehen. Offenbar sind ihm mögliche Vertragsstrafen egal. Mateschitz will Erfolg.

Der Hauptgrund ist Motorenpartner Renault. Speedweek hebt hervor, dass Red Bull auf eigene Kosten das Motorenprogramm der Franzosen zum Laufen bringe. Noch hoffe Mateschitz auf Fortschritte: "Die Hoffnung stirbt zuletzt."

Wechsel zu Ferrari für Mateschitz keine Alternative

Doch was, wenn es nicht funktioniert? Einen schnellen Wechsel zu Ferrari-Kundenmotoren schließt Mateschitz aus, auch wenn die Sport Bild dies zuletzt berichtet hatte. "Da ist gar nichts dran", sagt er: "Es gibt für 2016 gar keine Alternative zu Renault."

Dafür hat er zwei Gründe: Zum einen läuft der Vertrag mit dem Motorenhersteller noch ein Jahr. Zum anderen will Mateschitz offenbar gar keine Kundenmotoren von Ferrari - zumindest, wenn diese weniger Leistung entfalten.

"Du bekommst den Motor, der gut genug ist, um deinen unmittelbaren Konkurrenten Punkte wegnehmen zu können. Er wird aber niemals gut genug sein, um jenes Werksteam schlagen zu können, das dir diesen Motor liefert", begründet er: "Mit so einem Kundenmotor wirst du nie mehr Weltmeister werden."

Doch was Mateschitz will, sind Titel. Seine jährlichen Investitionen im dreistelligen Millionenbereich sollen sich aus Marketing-Perspektive auszahlen. Dafür braucht er GP-Siege und Weltmeisterschaften.

Doppelte Abschiedsdrohung

"Und wenn wir sehen, dass wir keine Chance auf einen Weltmeistertitel mehr haben, weil ​wir auch bei der Aerodynamik beschnitten werden... Wir verlieren ganz einfach die Lust. Wir sind schlechte Edelkomparsen", skizziert er ein eindeutiges Szenario. Ist der Ausstieg also schon beschlossene Sache? Offenbar nicht: Renault soll weiter aufrüsten.

"So nehmen sie uns neben der Zeit und dem Geld auch die Lust und die Motivation. Denn kein Fahrer und kein Chassis dieser Welt kann dieses PS-Handicap kompensieren", sagt Mateschitz zum aktuellen Zustand: "Außerdem wurden unsere Chancen vom Aerodynamik-Reglement her so verstümmelt, dass Konstrukteur Adrian Newey seine Talente am Frontflügel nicht mehr entfalten kann. Dazu haben wir schon den vierten Motor verbraucht. Also werden wir in der Startaufstellung zurückversetzt. Was muss noch alles passieren, damit man die Lust verliert?"

Zwingt Renault-Ausstieg Red Bull zum Wechsel?

Den finalen Anstoß würde wohl ein Ausstieg des aktuellen Liferanten zum Ende der Saison 2015 geben, "wenn sich bei Renault die ​Überzeugung breitmacht, dass dieses bisher missratene Triebwerk nicht bis zur geforderten Wettbewerbsfähigkeit entwickelt werden kann", wie es Speedweek leicht tendenziös formuliert.

Dann wäre Red Bull gezwungen, einen Antrieb eines Werksteams zu fahren. Zwar soll Red Bull hinter den Kulissen bei Ferrari, Mercedes und Honda anklopfen, um für die Saison 2017 gewappnet zu sein, doch ein solcher Wechsel erscheint nach Mateschitz' Aussagen ausgeschlossen - sofern seine Teams nicht die unwahrscheinliche Zusicherung bekommen, die bestmögliche Ausbaustufe der Powerunit mit maximaler Leistung zu erhalten.

"Ich kann jetzt nicht abschätzen, wer in zwei oder drei Jahren aus der Formel 1 rausgeht oder reingeht. Ich weiß nicht, ob wir die Teams noch haben. Das sind Vorhersagen, die macht man in der Formel 1 besser nicht", droht er ein weiteres Mal mit dem Ausstieg.

Was steckt hinter der Drohung?

Was also steckt hinter den Aussagen, die ausgerechnet vor dem Heimspiel am Red Bull Ring bei Spielberg an die Öffentlichkeit kommen? Die gesamte Formel-1-Welt schaut an diesem Wochenende auf seine Teams, auf die anstehenden Strafversetzungen für Daniel Ricciardo und Daniil Kvyat. Zeit, den Schuldigen zu nennen.

Wohl kaum. Red Bull drängt auf Änderungen am Reglement, um die eigenen Ansprüche wieder erfüllen zu können. Durch die nur beschränkt mögliche Weiterentwicklung der Powerunits ist Renault gehandicapt. Stellen die anderen Hersteller sich quer, wird sich daran nichts ändern.

Wenn Mateschitz mit seinem Rückzug droht, dann droht er gleichzeitig mit dem Rückzug von 20 Prozent der Autos, die aktuell in der Startaufstellung stehen. Das Feld der Formel 1 würde auf 18 Fahrzeuge schrumpfen - sofern nicht weitere Rennställe vorher zahlungsunfähig sind.

'Gebt uns Entwicklungsfreiheit!'

Red Bull investiert nach eigenem Bekunden schon jetzt Geld, um Renault voranzubringen. Die konzerneigenen Teams sind die einzigen verbliebenen Kunden nach dem Wechsel von Lotus zu Mercedes vor der Saison 2015. Die Teams des österreichischen Konzerns würden also als einzige von Fortschritten profitieren. Dafür würde der Geldgeber wohl weitere Millionen locker machen.

Mateschitz' Aussagen erscheinen als wohlüberlegter Schachzug, um zum bestmöglichen Zeitpunkt den Druck auf die übrigen Teams zu erhöhen: 'Gebt Renault mit unserer Hilfe mehr Spielraum bei der Entwicklung der Antriebseinheit und lasst uns gleichzeitig mehr Freiheiten bei der Aerodynamik, damit wir wieder Lust bekommen.'

Nun ist die Frage: Gehen die anderen Hersteller und Teams auf diese Forderungen ein? Oder lassen sie es darauf ankommen und riskieren den Ausstieg von Red Bull?

Stand in der Fahrer- und Kontrukteurs-WM

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung