Formel 1

Bernie Ecclestone zweifelt Bahrain-Termin an

SID
Will Vorsicht walten lassen: Bernie Ecclestone lässt die Entscheidung über das Bahrain-Rennen offen
© Getty

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat beim Thema Bahrain überraschend noch einmal auf die Bremse getreten. Eine Neuabstimmung des Termins ist nicht ausgeschlossen.

Nachdem der für März geplante und wegen politischer Unruhen abgesagte Große Preis nach monatelangen Diskussionen vom Automobil-Weltverband FIA am 30. Oktober neu angesetzt worden war, schließt Ecclestone plötzlich eine neue Abstimmung nicht aus.

"Wir könnten das Datum schnell per Fax-Entscheidung ändern", sagte der Brite dem "Daily Telegraph".

Ecclestone, der selbst im World Council der FIA sitzt und damit an der Abstimmung beteiligt war, soll angeblich sogar die Teams aufgerufen haben, ihr Missfallen wegen einer Austragung am 30. Oktober zu äußern. Ein Hauptgrund für die neuerliche Diskussion ist die nach wie vor angespannte politische Situation in dem Wüstenstaat.

Ecclestone kann Situation nicht einschätzen

Zwar endete dort am 1. Juni offiziell der Ausnahmezustand, der Alltag ist aber dennoch nicht eingekehrt. "Aufgrund der aktuellen Situation wissen wir überhaupt nicht, was passieren wird", sagte Ecclestone: "Wir haben unsere Entscheidung auf Basis eines FIA-Berichts getroffen. Dieser besagte, dass es in Bahrain keine Probleme mehr gibt. Aber ich höre im Moment etwas anderes. Deswegen sollten wir weiterhin vorsichtig sein."

Der 80-Jährige bevorzugt daher anscheinend eine neuerliche Verschiebung des Rennens: "Besser verlegen wir das Rennen an das Ende der Saison. Wenn die Situation dann sicher genug ist, ist alles in Ordnung. Und falls nicht, werden wir nicht nach Bahrain fahren, und alles ist gut."

Webber hat "kein gutes Gefühl"

Nach der FIA-Entscheidung am Freitag hatten Teams und Fahrer nicht zuletzt unter moralischen Gesichtspunkten heftig gegen die Neuansetzung protestiert.

Sebastian Vettels Red-Bull-Teamkollege Mark Webber hatte beispielsweise auf seiner Internetseite mitgeteilt, er wäre überrascht, wenn das Rennen tatsächlich in diesem Jahr noch stattfinden würde: "Ich habe als Sportler kein gutes Gefühl, wenn ich an einer Veranstaltung teilnehme, die zu noch mehr Spannung im Land führen könnte." Der britische Sportminister Hugh Robertson hatte zu Beginn der Woche im Daily Telegraph gesagt, eine Austragung des Rennens käme einem Desaster gleich.

Zunehmender Terminstress

Die Teams der Königsklasse beschwerten sich über den zunehmend ausufernden Terminplan. Nach der Terminierung des Bahrain-Rennens für den 30. Oktober war das eigentlich für dieses Datum geplante Rennen in Indien auf den 11. Dezember verschoben worden.

Damit würde die Formel-1-Saison so spät enden wie seit 48 Jahren nicht mehr. 1963 fand das letzte Saisonrennen erst am 28. Dezember in Südafrika statt.

Maximal 20 Rennen

Am Rande der Diskussionen um den Großen Preis von Bahrain hat FIA-Präsident Jean Todt angekündigt, dass es auch im kommenden Jahr nur 20 WM-Rennen geben wird. Auf die Frage der spanischen Zeitung "Diario Sport", ob ein 21. Großer Preis in den Kalender aufgenommen würde, sagte Todt: "Definitiv nicht. Wir haben zwar 21 Termine, aber es wird nur 20 Rennen geben."

Welches Rennen durch die Neuaufnahme des Großen Preises der USA in Austin aus dem Kalender weichen müsse, sei aber noch nicht entschieden. Zuletzt wurde Istanbul immer wieder als Streichkandidat gehandelt, nachdem dort in den vergangenen Jahren stets ein äußerst geringes Zuschauerinteresse bemängelt worden war.

Der Formel-1-Terminkalender 2011

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