Freitag, 11.06.2010

Formel 1

Aussprache bei Red Bull, Mercedes im WM-Fieber

Sebastian Vettel und Mark Webber wollen beim Rennen in Montreal wieder angreifen. Die Red-Bull-Piloten haben sich ausgesprochen und wollen nach dem Rennen zusammen Fußball gucken.

Mit der Aussprache zwischen Sebastian Vettel (l.) und Mark Webber ist der Crash abgehakt
© Getty
Mit der Aussprache zwischen Sebastian Vettel (l.) und Mark Webber ist der Crash abgehakt

Zweieinhalb Stunden vor dem WM-Auftakt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Durban gegen Australien bittet Formel-1-Pilot Sebastian Vettel seinen Red-Bull-Kollegen Mark Webber im 13.000 Kilometer entfernten Montreal zum Vorspiel.

Nach dem Crash in Istanbul und dem anschließenden Friedensgipfel im Team-Hauptquartier in Milton Keynes wollen die "Bullen" beim Großen Preis von Kanada (Sonntag, 18.00 Uhr MESZ live auf SKY) nicht wieder auf Kollisionskurs gehen, sondern gemeinsam der Konkurrenz die Heckflügel zeigen - und danach zusammen Fußball gucken.

Aussprache zwischen Vettel und Webber

"Eigentlich war es in fünf Minuten erledigt, danach haben wir über die Performance des Autos gesprochen", sagt Vettel über die Aussprache zwischen ihm und dem Australier Webber im Beisein von Teamchef Christian Horner, Berater Helmut Marko und Chefdesigner Adrian Newey.

"Wir beide sind uns einig, und so auch das ganze Team: Das hat uns sehr viele Punkte gekostet. An dem Sonntag haben wir ein paar Geschenke an andere Teams überreicht. Manchmal passiert sowas, da muss man durch. Das Wichtigste ist, dass es weitergeht", meint der 22-Jährige, der in Istanbul beim Versuch, Webber zu überholen, ausgeschieden war.

Sein Teamkollege rettete zumindest Platz drei hinter dem McLaren-Duo Lewis Hamilton und Jenson Button sowie seine Führung in der WM-Gesamtwertung. Webber hat inzwischen auch für ein weiteres Jahr bei Red Bull unterschrieben und bleibt damit auch 2011 Teamkamerad von Vettel.

Montreal theoretisch nicht die stärkste Strecke für Red Bull

Hamilton und Button hat Vettel wegen ihrer überlegenen Höchstgeschwindigkeit auf den langen Geraden des Circuit Gilles Villeneuve, auf den die Königsklasse nach einem Jahr Pause zur Freude vieler im PS-Zirkus zurückkehrt, natürlich wieder ganz oben auf der Rechnung.

"Von der Papierform her ist es vielleicht nicht eine unserer stärksten Strecken, aber wir haben ein, zwei Sachen, die uns vielleicht helfen können", sagt Vettel: "Bis jetzt hat man gesehen, dass unser Auto eigentlich fast immer unabhängig vom Streckentyp gut funktioniert."

Zudem tüftelt Design-Guru Newey an einer funktionierenden eigenen Version des von McLaren erfundenen Luftschachtsystems, das die silbernen britischen Renner auf den Geraden so schnell macht.

Vettel soll "Punkte hamstern"

Vettel hat zudem eine Strategie parat, wenn es in Montreal und auch 14 Tage später auf dem ähnlich schnellen Stadtkurs in Valencia nicht für Siege reichen sollte.

"Sollten wir nicht schnell genug sein, müssen wir gucken, so viele Punkte wie möglich zu hamstern", sagt der Heppenheimer, der mit 78 Punkten in der Gesamtwertung vor dem 8. von 19 WM-Läufen auf Platz fünf liegt. Ganz vorne rangiert Webber (93) vor Titelverteidiger Button (88) und Hamilton (84) sowie Ferrari-Pilot Fernando Alonso (79).

Die nötige Lockerheit hat sich Vettel nach dem Trubel um den Istanbul-Crash am Wochenende bei einer "Spazierfahrt" am Strand geholt. Auf dem Dünenkurs im niederländischen Zandvoort drehte er ein paar Show-Runden mit seinem Red-Bull-Boliden und entwickelte schon eine Vorfreude auf sein "Heimspiel" am 18. Juli, wenn er eine Woche vor dem Großen Preis von Deutschland mit seinem Rennwagen durch seine Heimatstadt Heppenheim brausen darf.

Zuvor hatte er als interessierter Zuschauer die Masters-Rennen im Kart und der Formel 3 verfolgt. Besonders die Fragen des Nachwuchses in einer speziellen Interviewrunde machten ihm Spaß. "Die waren ganz anders als die, die ich normalerweise immer höre", sagt er.

Schumacher und Rosberg fiebern WM-Auftakt entgegen

Auch Rekordweltmeister Michael Schumacher freut sich, dass das Rennen in Montreal wieder im Kalender steht.

"Kanada ist definitiv einer der Schauplätze im Formel-1-Kalender, den jeder gerne besucht; ich eingeschlossen", sagt der Mercedes-Pilot, der wie in früheren Jahren ein paar Tage Amerika-Urlaub eingeschoben hat.

Nach dem Rennen gibt es für Fußball-Fan Schumacher nur einen Blick: nach Südafrika zum ersten Spiel von Jogis Jungs. Teamkollege Nico Rosberg zittert ebenfalls mit. Er hatte der Nationalmannschaft zuletzt sogar noch im Trainingslager in Südtirol einen Besuch abgestattet.

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