Formel 1

Hamilton fordert Vettel - Brawn doppelt bestraft

Von Alexander Mey
Sebastian Vettel und Lewis Hamilton starteten in Singapur beide aus Startreihe eins
© Getty

Während Sebastian Vettel beim Japan-GP (So., 6.45 Uhr im LIVE-TICKER) nur ein schlechter Start am Sieg hindern kann, wurde das WM-Spitzenduo Jenson Button und Rubens Barrichello doppelt bestraft. Andere Fahrer haben dagegen enorm profitiert.

Sebastian Vettel hat nicht gelogen, als er in der Pressekonferenz nach dem Qualifying zum Japan-GP gesagt hat: "Für das Rennen haben wir eine ordentliche Ladung Benzin an Bord."

53,5 Kilogramm hat Vettel dabei. Das reicht eine Runde länger als beim direkten Verfolger Jarno Trulli und zumindest genauso lang wie beim Dritten Lewis Hamilton - trotz sparsamen Mercedes-Motors.

Benzinmengen: Vettel auf Sieg programmiert

Die Hoffnung bei Vettel lebt - zumindest auf den Rennsieg, insgeheim sogar noch auf den WM-Titel. "Mein Rückstand ist ziemlich groß, also muss ich jetzt in jedem der letzten drei Rennen meine Chance nutzen", sagte Vettel. "Ich bin hierher gekommen, um zu gewinnen, und dafür habe ich die besten Voraussetzungen."

Beide Brawn-Piloten strafversetzt

Beste Voraussetzungen vor allem deshalb, weil beide Brawn-Piloten wie fast ein Drittel des Feldes nach dem Qualifying bestraft wurden. Rubens Barrichello und Jenson Button waren zum Abschluss der zweiten Quali-Session Bestzeiten gefahren, obwohl wegen eines Unfalls von Sebastien Buemi Gelbe Flaggen geschwenkt wurden.

Durch die folgende Rückversetzung um fünf Startplätze wurden beide gleich doppelt bestraft. Zum einen sind die Ränge neun für Barrichello und elf für Button keine guten Positionen, um am Start einem möglichen Crash aus dem Weg zu gehen.

Button: "Auf Vettel schaue ich nicht mehr"

Zum anderen haben beide nur relativ wenig Benzin an Bord, weil sie ja die dritte Quali-Session gefahren sind und sich so auf ihre Benzinmenge frühzeitig festlegen mussten.

Das Team akzeptierte die Bestrafung durch die FIA und Teamchef Ross Brawn sprach danach von einer verpfuschten Quali-Session. Barrichello und Button fahren nur noch gegeneinander um ein paar WM-Punkte. "Auf Vettel schaue ich nicht mehr", sagte Button.

Qualifying-Duelle: Barrichello lässt Button hinter sich

Hamilton und Räikkönen bedrohen Vettel

Für Vettel kann es dagegen nur um den Sieg gehen. Sein Auto ist dafür sicher schnell genug, aber seine oft schwachen Starts könnten ihm auf der langen Start-Ziel-Geraden das Leben sehr schwer machen.

Mit Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen stehen zwei KERS-Autos auf den Startplätzen drei und fünf. Gut möglich, dass beide bis zur ersten Kurve vorbeiziehen. Zumindest Hamilton hat gute Chancen.

Kampfansage von Hamilton in Richtung Vettel

"Ich möchte gewinnen und werde alles Mögliche dafür tun. Ich werde mir die Seele aus dem Leib fahren. Auch wenn Red Bull sehr schwer zu schlagen sein wird, ist die Zufahrt auf die erste Kurve lang und unser KERS funktioniert besser als jemals zuvor", sagte Hamilton.

"Ich bin froh, dass Jarno neben uns steht und nicht Hamilton mit KERS", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner zu der Start-Problematik von Vettel. Allerdings steht Hamilton wie Vettel auf der sauberen Seite des Kurses. Ob das ein Nachteil ist? Eher nicht.

Heidfeld und Rosberg profitieren von Strafen

Hinter den ersten Drei ist die Startaufstellung durch einen ganzen Reigen an Strafen wild durcheinander gewirbelt. Neben dem Brawn-Duo erhielten Adrian Sutil und Fernando Alonso wegen der Szene mit den Gelben Flaggen ebenfalls eine Strafe von fünf Startplätzen.

Das gleiche passierte Sebastien Buemi (Verkehrsgefährdung), Heikki Kovalainen und Vitantonio Liuzzi (beide Getriebewechsel). Mark Webber startet nach seinem Trainingsunfall direkt aus der Boxengasse.

Große Profiteure der Strafen waren Nick Heidfeld (von 6 auf 4), Kimi Räikkönen (von 8 auf 5), Nico Rosberg (von 11 auf 6) und Robert Kubica (von 13 auf 7). Besonders Rosberg und Kubica können zum echten Problem für die Brawns werden, weil sie beliebig viel Benzin nachtanken konnten.

Entscheidung über Glock-Start erst am Sonntag

Bleibt noch die Frage, ob Timo Glock nach seiner Grippe und seinem schweren Unfall im Qualifying am Sonntag starten kann. Auch wenn der Toyota-Pilot nach eingehender Untersuchung aus dem Krankenhaus entlassen wurde, entscheidet das Team erst direkt vor dem Rennen, ob Glock fährt oder nicht.

Sollte er antreten, müsste er wegen eines Chassis-Wechsels wie Webber aus der Boxengasse starten.

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