Kafitz: "Eine Art Lebenswerk"

SID
Mittwoch, 01.07.2009 | 14:01 Uhr
Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz will in neue Dimensionen aufbrechen
© Getty
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Im Interview mit dem "SID" spricht Geschäftsführer Walter Kafitz über den neuen Nürburgring: "Wir erwarten rund 500.000 zusätzliche Besucher." Diese sollen durch das Projekt Nürburgring 2009 mit Freizeitpark, Businesszentrum und Doppel-Weltmeisterschaften angezogen werden.

Frage: "Nürburgring 2009 - hinter diesem einfachen Namen verbirgt sich ein Großprojekt, das dem Ring ein ganz neues Gesicht gibt. Ist das für Sie eine Art Lebenswerk?"

Walter Kafitz: "Ich hatte ja seit 1994, seitdem ich hier bin, schon 100 Millionen Euro investiert, aber das jetzt ist wirklich so eine Art Lebenswerk. Es ist der dritte große Abschnitt in der 82-jährigen Geschichte des Nürburgrings. Nach der Gründung 1927 und dem Bau und der Eröffnung der Grand-Prix-Strecke 1984 ist jetzt wirklich 2009 der dritte historische Schritt. Das kann man schon als eine Art Lebenswerk sehen - aber deswegen habe ich es nicht gemacht."

Frage: "Warum dann? Wie ist die Idee entstanden?"

Kafitz: "Auslöser war Ende der 90er-Jahre die Preisentwicklung der Formel 1, wo wir befürchten mussten, dass wir irgendwann einmal in die roten Zahlen kommen oder die Formel 1 weggeht. Deswegen haben wir überlegt, wie wir an unserem Standort ein weiteres Standbein schaffen könnten. Wachstum war nur noch schwer möglich, da wir auf der Grand-Prix-Strecke und auf der Nordschleife ausgebucht waren. Wir wollten aber ganzjähriges Wachstum von Januar bis Dezember, das war der Auslöser für die Idee."

Frage: "Sie versuchen also, neben dem reinen Rennsportgeschäft andere Besucherkreise zu erschließen. Was haben Sie genau im Sinn?"

Kafitz: "Das machen wir ja schon seit 1994, seit der Eröffnung des ersten Fahrsicherheitszentrums, als wir die Marke Nürburgring geöffnet und auf eine breitere Grundlage gestellt haben. Wir sind im Freizeitbereich tätig und wollen dem Motorsport neue Zielgruppen zuführen. Unsere Überlegung war: Wie können wir unterhaltsam Motorsport darstellen? Und zum anderen: Wie können wir Geschäftskunden gewinnen und an den Nürburgring binden? Deswegen haben wir uns für ein ganzjähriges Freizeit- und Businesszentrum entschieden. Die Zielgruppen liegen sowohl im privaten Bereich und im Gruppengeschäft als auch in der Wirtschaft, die für Mitarbeiter oder Kunden Veranstaltungen an einem interessanten Standort durchführen will."

Frage: "Was sind die wichtigen Eckpunkte des Nürburgring 2009?"

Kafitz: "Ein wichtiger Eckpunkt für den Privatkunden ist mit Sicherheit das Ring.Werk, unser Freizeitpark, der sich thematisch und unterhaltsam mit den Großveranstaltungen am Nürburgring beschäftigt, also Formel 1, 24-Stunden-Rennen, 1000-km-Rennen, unserer Geschichte, dem Mythos "Grüne Hölle". Ein zweiter Anzugspunkt für das Gruppengeschäft ist das "Eifeldorf Grüne Hölle" mit der Erlebnisgastronomie und acht verschiedenen Restaurants sowie einer Diskothek. Für Wirtschaftskunden ist sicher das Event-Center für Tagungen, Kongresse und Messen wichtig, aber auch die Ring.Arena für Produktpräsentationen und neue Veranstaltungsformen wie Motocross oder Boxen."

Frage: "Zur Eröffnung am Formel-1-Wochenende wird es am 11. Juli am Abend vor dem Rennen einen Box-Kampf von Felix Sturm geben. Zwei Weltmeisterschaften an einem Wochenende ist sicher auch für den Nürburgring eine Premiere, oder?"

Kafitz: "Das hat es noch nie gegeben. Das ist auch das Faszinierende für den Universum-Boxstall, aber auf der anderen Seite auch für Bernie Ecclestone. Und für uns ist es eine tolle Gelegenheit, den neuen Nürburgring einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, da der Kampf vom ZDF live übertragen wird."

Frage: "Und dann gibt es da noch den Ring.Racer, die schnellste Achterbahn der Welt ..."

Kafitz: "Wir haben überlegt, wie wir die Faszination von Motorsport darstellen können. Das ist Geschindigkeit, das ist Beschleunigung, das sind G-Kräfte. So sind wir auf die Idee gekommen, eine Art Formel-Fahrzeug, in dem acht Leute Platz haben, zu schaffen. Es fährt parallel zur Start-Ziel-Gerade, beschleunigt doppelt so schnell wie ein Formel-1-Fahrzeug - von 0 auf 215 in 2,5 Sekunden. Das ist Weltrekord, und ich denke, das wird viele Menschen am Nürburgring aufmerksam machen und auch viele Menschen herlocken."

Frage: "Sind Sie selbst schon gefahren? Oder freuen Sie sich auf die erste Fahrt?"

Kafitz: "Ich freue mich nicht auf die erste Fahrt, da ich ehrlich gestehen muss, dass ich Höhenangst habe. Deswegen bin ich da sehr zurückhaltend mit einer Prognose, ob ich da mitfahren werde. Dringesessen habe ich schon."

Frage: "Haben Sie denn einen anderen Lieblingsplatz auf dem neuen Nürburgring?"

Kafitz: "Auf jeden Fall das Ring.Werk, wo wir sehr unterhaltsam darlegen, was es am Nürburgring gibt. Mein Lieblingsstück ist der Nürbus. Da werden wir die Menschen in die 60er Jahre zurückversetzen. Sie sollen mit einem Panorama-Bus eine Kaffeefahrt durch die Eifel machen, aber dummerweise biegt der Fahrer falsch ab und gerät ins 1000-km-Rennen auf der Nordschleife. Das Interessante an diesem Simulator ist, dass er nicht nur vorne eine Projektionswand hat, sondern insgesamt vier, auch rechts, links und unter dem Dach. Da werden die Menschen ganz schön durchgerüttelt werden."

Frage: "Gibt es eine solche Kombination aus Rennstrecke, Freizeitpark und Urlaubsort auch noch irgendwo anders auf der Welt?"

Kafitz: "Auch nicht ansatzweise haben wir ein Vorbild gefunden. Wir sind auch nicht darauf fixiert gewesen, andere Rennstrecken uns anzuschauen, sondern was freizeitmäßig an anderen Stellen der Welt passiert. In den USA oder Japan liegen eigentlich unsere Vorbilder. Der Nürburgring ist ein nationales Monument, das sagen in einer Umfrage 34 Prozent aller Menschen. Und 92 Prozent aller Deutschen kennen ihn. Das sind Werte, die ganz wenige Markenartikel erreichen."

Frage: "In der heutigen Zeit stellt sich immer wieder die Frage: Was kostet der Spaß? Was kostet er den Nürburgring, und was kostet er möglicherweise den Steuerzahler, da das Land Rheinland-Pfalz mit 90 Prozent Hauptgesellschafter des Nürburgrings ist?"

Kafitz: "Den Steuerzahler kostet es erstmal nichts. Das ganze Projekt ist privat finanziert. Das heißt: Wir haben Investoren gefunden, die hier ihr Geld anlegen. Das gilt sowohl für den Wohnbereich mit den beiden Hotels und dem "Eifeldorf Grüne Hölle" als auch für den anderen Teil, wo sich das Ring.Werk befindet, der Boulevard, die Arena und das Welcome-Center. Auch dafür haben wir einen Privatinvestor gefunden. Der Steuerzahler ist da Gott sei Dank außen vor."

Frage: "Wie hoch ist die Investitionssumme insgesamt?"

Kafitz: "Die endgültige Zahl haben noch nicht, da wir noch nicht ganz fertig sind. Im Moment liegen wir knapp über 258 Millionen Euro."

Frage: "Bis wann ist dieses Projekt refinanziert? Wann wollen Sie schwarze Zahlen schreiben?"

Kafitz: "Da wir Privatinvestoren gefunden haben, ist die Refinanzierung viel leichter geworden. Wir zahlen Miete und schreiben hoffentlich schon im ersten Jahr schwarze Zahlen, zumindest im ersten ganzen Jahr 2010."

Frage: "Wie viele Besucher brauchen Sie, dass sich das Projekt trägt? Wie viele zusätzliche Besucher?"

Kafitz: "Wir erwarten rund 500.000 zusätzliche Besucher zu den rund zwei Millionen Menschen, die bisher gekommen sind. Was mindestens genauso wichtig ist, ist die Zahl der Kontakte, wo die Menschen hier Geld ausgeben. Wir haben ermittelt, dass wir 4,1 Millionen Besucherkontakte haben werden. Dabei ist egal, ob das eine einzelne Person ist, die an drei verschiedenen Stellen Geld ausgibt, oder es drei verschiedene Personen sind."

Frage: "Wie viele neue Arbeitsplätze werden geschaffen?"

Kafitz: "Mindestens 500. Wir allein, das heißt Lindner, 'Eifeldorf Grüne Hölle' und die Nürburgring GmbH, schaffen rund 420 neue Stellen. Es ist noch ein weiteres Hotel entstanden, rund um den Nürburgring wird weiter investiert. Die Spielbank hat allein 15 Arbeitsplätze, in den Shops auf dem Boulevard gibt es Arbeitsplätze. Die Zahl 500, die damals prognostiziert wurde, erreichen wir locker."

Frage: "Schafft man es damit, sich zu 100 Prozent unabhängig von der Formel 1 zu machen?"

Kafitz: "Wir wollen uns gar nicht zu 100 Prozent unabhängig machen, denn wir möchten die Formel 1 so lange wie möglich hier haben. Das hängt auch ein bisschen von der Formel 1 und ihrer Entwicklung ab. Wir sind in der Weise nicht unabhängig, da ja bekannt ist, dass die Formel 1 für die Nürburgring GmbH rote Zahlen bringt, für das Umfeld, die Region und damit auch für das Land schwarze Zahlen. Aber es soll zumindest einen Beitrag leisten, dass wir uns die Formel 1 möglichst lange leisten können."

Frage: "Der aktuelle Vertrag des Nürburgrings läuft noch bis 2011. Im nächsten Jahr wäre eigentlich der Hockenheimring in der Rotation an der Reihe, aber da stehen die Ampeln im Moment auf Rot. Können Sie sich ein Jahr ohne deutsches Formel-1-Rennen vorstellen? Oder gäbe es eine Chance, dass der Nürburgring auch für 2010 einspringt?"

Kafitz: "Wir werden mit Sicherheit nicht einspringen können. Denn auf diesem Preisniveau ist es undenkbar, dass wir das finanziell durchstehen. Damit würden wir unser Eigenkapital zu schnell aufbrauchen.

Der Zwei-Jahres-Rhythmus ist ja ein Kompromiss zwischen dem volkswirtschaftlichen Gewinn, der hier in der Region erzielt wird, und dem betriebswirtschaftlichen Verlust. Wir würden es gerne jedes Jahr machen, aber es ist unmöglich auf diesem Preisniveau. Daher ist es leider vorstellbar, dass es in einem Jahr keine Formel 1 in Deutschland gibt."

Hamilton bereut die Lügen-Affäre

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