Dienstag, 20.04.2010

DEL-Finale

Augsburger Panther vor Sensation

Favoritenschreck Augsburger Panther peilt im DEL-Finale die Sensation an und will auch vor Gegner Hannover Scorpions nicht Halt machen. Für beide wäre es der erste Meistertitel.

Die Hannover Scorpions erreichten letzte Saison nur das Halbfinale
© sid
Die Hannover Scorpions erreichten letzte Saison nur das Halbfinale

Abschiedsgeschenk für Trainer Hans Zach oder größte Sensation der DEL-Geschichte: Die Hannover Scorpions und die Augsburger Panther brennen vor dem Auftakt der in dieser Konstellation unerwarteten Finalserie in der DEL heute (19.30 Uhr auf SKY) auf ihren ersten Meistertitel und mobilisieren dafür noch einmal die letzten Kraftreserven.

Mit seinem scheidenden Coach Zach geht Hannover zwar favorisiert in die Best-of-five-Serie, doch die zähen Panther wittern ihre Chance.

"Gegen Hannover sind wir wieder die Außenseiter. Aber diese Rolle liegt uns", sagt Augsburgs Trainer Larry Mitchell und macht den Fans Hoffnungen auf den ganz großen Wurf: "Wir haben zwar viele Spiele in den Playoffs absolviert, aber die Jungs werden alles geben, damit wir den Titel nach Augsburg holen können."

Für die Augsburger Fans sind Coach Mitchell und Manager Max Fedra unabhängig vom Ausgang des Finales die Helden.

Am Wochenende montierten einige Anhänger die Hinweisschilder zum Stadion kurzerhand ab und ersetzten diese durch täuschend echte Duplikate mit dem Aufdruck "Larry-Mitchell-Avenue" und "Max-Fedra-Straße".

Panther könnten in die Geschichte eingehen

Sollten die Bayern nach DEL-Rekordmeister Adler Mannheim, Titelverteidiger Eisbären Berlin und Geheimfavorit EHC Wolfsburg auch noch die Hannoveraner ausschalten, wäre die größte Sensation in der DEL-Historie perfekt.

Noch nie hat ein Team, das nach der Hauptrunde Platz acht belegt hatte, den Titel gewonnen.

Zudem würde der Klub mit dem kleinsten Etat (3,3 Millionen Euro) die finanzkräftigeren Liga-Konkurrenten kräftig blamieren.

Selbst zu den Finalspielen nach Hannover reist Augsburg fünfeinhalb Stunden mit dem Bus an.

Dass Geld allein keine Tore schießt, hat aber auch Hannover bewiesen. Als der Klub vor der Saison kurz vor dem finanziellen K. o. stand, verzichteten die Spieler auf eine Teil ihres Gehalts.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten raufte sich das Team auf dem Eis zu einer verschworenen Einheit zusammen, die defensiv sehr kompakt und offensiv zielstrebig auftritt.

Alpenvulkan Zach mit Erfolg in den Ruhestand

Diese Spielweise trägt klar die Handschrift von Coach Zach. Der Alpenvulkan, der zuletzt vor 17 Jahren mit der Düsseldorfer EG Meister wurde, möchte sich mit dem größtmöglichen Erfolg in den angekündigten Ruhestand verabschieden.

Dann würde der 61-Jährige wie nach all seinen drei Meistertiteln zuvor erst einmal eine ausgedehnte Radtour mit Freunden machen. "Ich fahre dann mit ihnen vom nördlichsten Zipfel Deutschlands über Hannover bis nach Bad Tölz", verriet Zach der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Allerdings warnte der ehemalige Bundestrainer sein Team vor den Stehaufmännchen aus Augsburg, denen auch in den Runden zuvor kaum jemand Chancen eingeräumt hatte.

"Sie finden irgendwie immer einen Weg, eine Serie zu gewinnen", sagte Zach. Sein Team will ihm auf jeden Fall ein besonderes Geschenk machen. Scorpions-Stürmer Thomas Dolak: "Wir wollen Hans Zach einen richtig guten Abgang verschaffen."

Vieles wird von der Form der Torhüter abhängen, das glaubt jedenfalls Bundestrainer Uwe Krupp: "Das ist in jeder Finalserie die wichtigste Position."

Sowohl der Augsburger Dennis Endras als auch der Hannoveraner Travis Scott präsentierten sich zuletzt in herausragender Form.

Final-Check: Eine Prognose? Fast unmöglich


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